Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Worte der Besinnung für den 31. Januar 2026

Pfarrer Jens Weber

Liebe Leserinnen und Leser!

Das neue Jahr ist jetzt schon einen Monat alt. Bestimmt sind viele Menschen hoffnungsvoll in das neue Jahr gestartet, aber der Blick in die Nachrichten stimmt dann doch eher sorgenvoll.

Niemand macht sich gerne Sorgen, aber trotzdem begleiten uns viele Sorgen. Was wird alles werden, wenn wir an die Weltpolitik denken? Werden wir die Konflikte lösen können? Und es endet beim Blick auf das eigene Leben: Wird es in diesem Jahr erfolgreich verlaufen, bleiben wir und unsere Lieben gesund? Werden die Pläne, die wir uns gemacht haben, aufgehen?

Es ist wohl so, Sorgen gehören mit zum Leben, sie können unsere ständigen Begleiter sein und uns das Leben schwer machen. Sie gehören mit zum Menschsein.
Auch den damaligen Menschen zur Zeit der Bibel war das nicht unbekannt, denn zu jeder Zeit machten sich Menschen Sorgen und schauten angstvoll in die Zukunft.
Wie gut, wenn man jemanden hat, der einem beim Tragen hilft. Denn Jesus kennt unsere Sorgen und er weiß, was uns beschäftigt und quält. In der Bergpredigt im Matthäusevangelium spricht er deshalb zu uns:

„Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“ (Matthäus 6,34). Was für eine Ansage!
Der Vers sagt uns allerdings nicht, dass wir uns keine Sorgen machen dürfen oder einfach so gedankenlos in den Tag hineinleben sollen. Denn die „Sorge“ an sich hat auch schöne Anteile. Wenn wir etwas erledigen, dann „besorgen“ wir etwas, oder wir sorgen vor, z.B. für das Alter oder für die Gesundheit. Auch der Begriff „Fürsorge“ zeigt, dass wir Menschen uns Gedanken um andere Menschen machen. Wir sollen verantwortlich leben und handeln.

Ich denke stattdessen, dass uns dieses Wort ein großes Stück Freiheit gibt: Die Freiheit, sich nicht von den morgigen Sorgen heute schon auffressen zu lassen. Die Freiheit, auch mal keinen Plan zu haben, aber trotzdem mit der Gewissheit zu leben, dass es weitergeht. Es geht um den Umgang mit dem, was uns den Tag so schwer machen will.
Wir können uns an Gott wenden und beten: „Herr, ich weiß grad nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe grad keinen Plan, aber ich übergebe meinen Tag in deine Hände. Sorge du für mich!“

Mit dieser Freiheit können wir getrost weiter ins neue Jahr gehen.


Pfarrer Jens Weber, Hüllhorst