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Für Überraschungen offen sein
„Pfingsten sind die Geschenke am geringsten. Während Ostern, Geburtstag und Weihnachten etwas einbrachten.“ So dichtete Berthold Brecht in seinen Kinderliedern.
Von den großen christlichen Festen, die an zwei Tagen gefeiert werden, ist Pfingsten das Fest, das für Kinder am wenigsten greifbar ist. Keine Geschenke, kein Ostereiersuchen und nur ein weiterer Ferientag.
Als Kind und Jugendliche habe ich schon mit Spannung Geschenke zu Weihnachten und zum Geburtstag erwartet. Inzwischen ist etwas anderes so viel wichtiger geworden, dass Geschenke für mich nicht mehr unbedingt zu den Festen gehören: Beieinander sein, miteinander ins Gespräch und zusammen fröhliche Stunden verbringen, gern auch bei gutem Essen.
Pfingsten feiern wir den Geburtstag der Kirche. Nun ist die Kirche ebenfalls nicht mehr ganz jung und auch beim Geburtstag der Kirche ist etwas anderes wichtig:
Das miteinander Feiern, das Singen und das Hören der Pfingstgeschichte. Gottes Geist hat Menschen damals bewegt und das auf so eine außergewöhnliche Weise, dass Leute im Umfeld der Jünger meinten, diese seien betrunken. „Sie sind voll süßen Weins.“ (Apg 2,13)
Gottes Geist bewegt Menschen - das ist nicht mit Händen zu greifen, nicht mit Augen zu sehen und doch spürbar. Du weißt nicht, woher er kommt und wohin er weht, aber du hörst sein Brausen wohl. Mit diesen Worten wird das Wirken des Heiligen Geistes umschrieben.
An Pfingsten feiern wir „das-nicht-Greifbare“, das, was sich nicht festlegen lässt und sich der Kontrolle entzieht.
Die Jüngerschar war nach der Himmelfahrt Jesu in schwieriger Lage, ängstlich und unsicher.
Wie wird es weitergehen? Das fragten sich die Anhänger Jesu damals und das fragt sich manch ein Christ auch heute.
Pfingsten ist für mich ein Fest, das Mut macht, das Türen öffnet und neugierig macht. Es hat etwas heiter Beschwingtes. Wie Gottes Geist Menschen bewegt und in Verbindung bringt, das ist manchmal ganz unspektakulär, aber manchmal auch so ungewöhnlich und bewegend wie damals an jenem ersten Pfingsttag.

