Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Worte der Besinnung für den 14. März 2026

Pfarrer Steffen Bäcker

Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.
Dieses Wort Jesu aus der Bergpredigt kommt mir in diesen Tagen oft in den Sinn. Die Friedenstifter haben es ja wirklich schwer. Gegen Bomben und Raketen, Drohnen und Torpedos kommt man nur schwer an. Krieg und Zerstörung bestimmen die Nachrichten und – schlimmer noch – das Leben in vielen Teilen der Welt, im Iran und im ganzen Nahen Osten, in der Ukraine und Russland, im Sudan, in Afghanistan. Und der Krieg kriecht in die Köpfe, die Logik von Freund und Feind, von Angriff und Gegenangriff, von Abschreckung und Stärke macht sich breit, so dass man sich schon kaum was anderes vorstellen kann.
Wie soll man da Frieden stiften, wie soll man sich da als Kind Gottes erweisen? Ist das ganze Gerede vom Frieden nicht nur eine naive Spinnerei, ein Traum von Leuten, die nicht wissen, wie die Welt funktioniert?
Frieden stiften – wie soll das gehen?
Ja, ich gebe zu: Ich habe auch keine einfache Alternative, wie man den dunklen Tyrannen dieser Welt ernsthaft begegnen soll. Vielleicht verstehen die nur die Sprache von Härte und Konsequenz.
Und trotzdem sind Macht und Sicherheit nicht alles. Es braucht immer auch einen Traum, eine Vision vom Frieden. Denn das Leben und der Frieden sind mehr als ein Gleichgewicht der Mächte, die sich gegenseitig bedrohen.
Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.
Das heißt: aktiv Wege zu suchen, um friedlich zusammen zu leben – und miteinander reden.
Es heißt. Dem Frieden im Kopf einen Platz einzuräumen.
Es heißt: Daran zu denken, dass auch auf der anderen Seite Menschen leben, Menschen, wie du und ich, Menschen, mit Träumen, Hoffnungen, Erfahrungen: In Russland, im Iran, und überall sonst auch. Und nicht alle sind wie ihre Regierung.
Frieden stiften heißt, all den verschiedenen Menschen einen Platz im Herzen und in den Gedanken einzuräumen.
Frieden stiften heißt: das Übel des Nationalismus überwinden. Wir gegen die - davon lebt der Krieg. Aber Frieden heißt. Wir mit denen.
Frieden stiften heißt auch: an die Opfer denken. Kinder, Männer, Frauen, Alte, Junge die von Waffen verletzt oder getötet werden. Und auch die Soldaten, die im Krieg sterben, sind Menschen, die sterben, Menschen mit Kindern und Eltern, Partnerin oder Partner
Krieg fängt in den Köpfen an. Aber Frieden auch.
Jesus folgen, Frieden stiften als Kinder Gottes.
Vielleicht heißt das zuerst, daran zu denken: Es sind Menschen. Hüben wie drüben.
Und wir gehören zusammen. Alle. 


Pfarrer Steffen Bäcker
Krankenhausseelsorger am Krankenhaus Lübbecke