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Die Christin Shagufta Kiran befindet sich in Einzelhaft im Zentralgefängnis von Rawalpindi (Pakistan). Die vierfache Mutter wurde am 29. Juli 2021 gefangen genommen und am 18. September 2024 zum Tod verurteilt. Die damals 40-Jährige soll angeblich den Islam und seinen Propheten Mohammed beleidigt haben. Es ist zu befürchten, dass ihr Leben auch in der Einzelhaft ernsthaft bedroht ist. Denn in mehreren Fällen, bei denen Personen wegen Blasphemie angeklagt waren, kam es zu Lynchjustiz. Die Blasphemiegesetze werden in Pakistan häufig missbraucht, um gezielt Menschen zu schädigen. So sind Christen Opfer von etwa einem Viertel aller Blasphemievorwürfe, obwohl sie weniger als zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen.
Auf das Schicksal von Shagufta Kiran und vielen tausend anderen macht das christliche Hilfswerk Open Doors aufmerksam. Open Doors ruft die weltweite Christenheit zu geschwisterlicher Fürbitte für die gefangenen Mitchristen auf. Sie tun das in dem Bewusstsein, dass alle Christen mitleiden, wenn einer von ihnen leidet. So hat schon der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief betont: „Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit.“ (Kapitel 12, Vers 26)
Und das Leiden ist groß. Zurzeit werden weltweit so viele Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens verfolgt wie noch nie zuvor. Pakistan nimmt auf dieser traurigen Länderliste den 8. Platz ein. Am Schlimmsten ist es im Nordkorea.
Ich meine, das darf uns Christenmenschen in Deutschland nicht kalt lassen. Natürlich ermutigt uns auch das Neue Testament an mehreren Stellen zur Solidarität mit den gefangenen Mitchristen. Zum Beispiel im Hebräerbrief 10,12-14. Dort steht in dem Monatsspruch für diesen Monat Juni 2026: „Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib!“ Jesus selbst identifiziert sich mit den Inhaftierten und sagt: „Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.“ (Matthäus 25,36). Elf der zwölf Apostel Jesu wurden der Überlieferung nach um ihres Glaubens willen getötet. Die junge Christenheit war eine Märtyrer-Kirche.
Deshalb bin ich dankbar, dass ich heute in Deutschland als Christ und Pastor mit keinerlei Benachteiligung leben darf. Die Religions-Freiheit ist ein hohes Gut! Das will ich mit Blick auf andere Religions-Gemeinschaften in Deutschland nicht vergessen. Und auch nicht mit Blick auf die Christinnen und Christen, die in ihrer Heimat verfolgt wurden und nun bei uns Zuflucht gefunden haben.

