Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Worte der Besinnung für den 10. Januar 2026

Katrin Weber

Nadeln fallen, Glanz schwindet – doch die Botschaft bleibt

Steht bei Ihnen noch der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer? Oder haben Sie ihn schon vor die Tür gestellt, weil er nadelt?

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir genau diesen Baum im Glanz der Kugeln und Lichterketten gesehen und dabei vergessen, dass er ein sehr „garstiger“ Baum sein kann.
Manche Bäume kann man nicht ohne Handschuhe ins Wohnzimmer tragen. Wir hatten vor einigen Jahren mal einen, der war ohne „Schutzkleidung“ fast nicht „schmückbar“.
Wenn die Weihnachtsbäume dann im Januar wieder aus dem Zimmer geschafft werden, ärgern sie uns gerne noch einmal. Denn die Spur der abfallenden Nadeln ist im ganzen Haus zu beseitigen.
Anscheinend weiß auch so ein Baum, dass Weihnachten nicht nur Glanz ist, sondern eher ein bisschen „Puderzucker“ auf dem Boden der Realität. Wenn die Nadeln fallen, erinnert uns das daran, dass Vergänglichkeit kein Feind ist, sondern eine Einladung zur Tiefe ist: Weniger Oberflächlichkeit, mehr Herz!
Die Nadeln fallen, aber die Freude bleibt: Denn die Botschaft von Weihnachten hält nicht nur vom 24. bis 26. Dezember. Wir können die Botschaft in dieses neue Jahr tragen, indem wir Hoffnung aktiv üben: Nicht perfekte Pläne, sondern Gottes Gegenwart mitten im Durcheinander erwarten.
Wir können Mitgefühl in den Alltag bringen: ein offenes Ohr, ein Lächeln.
Dazu gehört auch Demut statt Drama: erkennen, dass auch wir mal Nadeln verlieren – und trotzdem geliebt sind.
Vielleicht haben Sie Lust einen „Nadel-Tagesplan“ zu entwickeln, der jeden Tag eine gute Sache findet, die bleibt, obwohl der Baum Nadeln verliert. Oder wie wäre es mit einer „Licht-an-Routine“, bei der Sie jeden Abend kurz innehalten, um Gott zu danken, dass er in der Dunkelheit leuchtet, auch wenn der Weihnachtsbaum nicht mehr im Wohnzimmer steht.
Solch ein Rhythmus kann uns immer wieder daran erinnern, dass Gott Mensch geworden ist, damit Weihnachten auch in den kommenden Monaten zu uns spricht: In kleinen Momenten der Wärme, in Begegnungen voller Freundlichkeit und in der Bereitschaft, uns zu zeigen, wie Gott uns sieht: geliebt, begleitet und hoffnungsvoll.
Nadeln fallen, Glanz schwindet – doch die Botschaft bleibt: Gott kommt in die Welt, damit unser Leben heller wird. Das neue Jahr kann beginnen, indem wir lachen, lieben und mutig in die Gegenwart gehen – mit offenen Augen, offenen Herzen.


Katrin Weber,
Referentin in der Evangelischen Erwachsenbildung des Kirchenkreisverbandes Herford, Lübbecke, Minden und Vlotho