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An Sylvester und zu Neujahr wird ja gerne etwas übertrieben. Nicht nur was das Böllern, das Essen und Trinken angeht. Auch die Vorhaben und die Selbstverpflichtungen fürs neue Jahr werden – aller bisherigen Erfahrung zum Trotz – gerne groß und wirkungsvoll angelegt: „gesund leben, achtsam mit sich und den lieben Mitmenschen umgehen, weg mit all dem Schäbigen und mehr von all dem Guten.“ Ja klar – nur dass alle wissen, spätestens Mitte Februar haben sich die großen Vorhaben in Luft aufgelöst und der alte Schlendrian ist wieder fröhlich mit dabei. Vor allem: Diese Selbstverbesserungen hören sich alle interessant an, aber sie sind mit erheblichen Kosten verbunden: Gymnastik-Studios, Optimierungs-Kurse in jeder Hinsicht. Diese Großprojekte bleiben allerdings nicht nur auf der persönlichen Ebene – auch auf Gesellschaften greifen diese Bestrebungen über (siehe MAGA) und haben dann erhebliche Folgen für die, die nicht dazu gehören. Mit einem: „Wir machen uns schön und bedeutend!“ geht einher: „den Preis dafür zahlen die, die sich nicht wehren können! Spaß kost´ – aber bezahlen tun bitte die anderen.“ Diese Entwicklung können wir mit Schrecken und erheblichem Blutzoll gerade auf dem amerikanischen Kontinent, im Verhältnis von den USA zu Venezuela beobachten.
Im biblischen Jahresmotto für das neue Jahr kommt die grundlegende Kritik an diesen Bewegungen zum Ausdruck. Da ist es GOTT, der sagt: „Siehe, ICH mache alles neu!“ (Offenbarung 21, 5) Also nicht wir Menschen werden aufgefordert, unserem Leben ein grundlegend neues Gesicht, eine bedeutendere Richtung zu geben. Vielmehr ist mit dieser Ankündigung eine echte Entspannung verbunden: das wirklich Neue, das dauerhaft Heilsame kommt von Gott, nicht von uns Menschen. Es geht also nicht darum, das Neue in unserem Leben zu schaffen. Vielmehr geht es darum, das, was schon längst an Gutem, Heilsamem da ist, – bei sich selbst und bei anderen – wahrzunehmen und es dankbar zu bewahren. Das können die Selbstoptimierungsprojekte nämlich nicht: dankbar sein. Was sie machen? Schlecht reden, Runterputzen, undankbar gegenüber dem sein, was andere vor ihnen geleistet haben. Man möge sich nur einmal anhören, wie der amerikanische Präsident über seinen Vorgänger, Joe Biden spricht. Oder wie reden die Leute von den sogenannten „politischen Rändern“ über unser Land? Mit Geringschätzung. Wie gehen die Leute in Selbstoptimierungsvorhaben mit sich und ihrem Umfeld um? In der Regel: verachtend. Das kann, das darf nicht die Grundlage für das neue Jahr sein.
Darum sind für mich das bestehende Gute in unserer Welt und Dankbarkeit die Grundlagen einer echten Zukunftsperspektive. Denn GOTT verspricht uns: Siehe, ICH mache alles neu!

