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LEBEN IN FÜLLE
Wer mich kennt, weiß es schon: In diesen Wochen und Monaten beende ich meine Mails immer gerne mit einer Formulierung wie:
„Ich wünsche Dir eine `liebe Sommerzeit´!“
Diesen Ausdruck - „liebe Sommerzeit“ – habe ich mir aus meinem Lieblings-Sommer-Kirchen-Lied entliehen.
In diesem Jahr erinnern wir uns besonders an Paul Gerhardt, den Pfarrer und Dichter der Barockzeit, dessen 350. Todestag wir 2026 begehen.
Von ihm stammen die Worte zu vielen unserer traditionellen Kirchenlieder:
„Befiehl du deine Wege“, „Ich singe Dir mit Herz und Mund“
oder auch „Lobet den Herren, alle die ihn ehren“.
Das bekannteste und beliebteste Paul-Gerhardt-Lied ist zweifelsfrei
„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“.
Auch ich mag dieses Lied sehr und singe es – in der volkstümlichen Melodie von August Harder – immer wieder gerne.
Dieses Lied passt für mich in jede Lebenslage: In die fröhliche Runde ebenso wie in eine besinnliche Stunde. Ich kann es beim Geburtstagskaffeetrinken singen und auch am Krankenbett.
Dieses Lied verbreitet Freude und Dank genauso wie eben auch Trost und Zuspruch.
„Sommergesang“ hat Paul Gerhardt sein Gedicht überschrieben.
Es umfasst 15 Strophen.
In der ersten Hälfte beschreibt Paul Gehardt sehr poetisch zunächst die Schönheit der Natur, die Erhabenheit der Schöpfung, die Fülle des Lebens!
Ausführlich zählt er auf, was es zu bestaunen gibt.
Und: Wie sorgsam, klug und durchdacht, wie liebevoll Gott alles geschaffen hat.
Voller Dankbarkeit lobt Paul Gerhardt die Wunder der Schöpfung.
Mich beeindruckt der Glaube, den Paul Gerhardt in diesem Lied weitergibt: Sein Vertrauen auf Gott.
In der zweiten Hälfte seines Gedichts schauen wir nämlich über den Tellerrand des eigenen Lebens, über unsere Erde, hinaus: In Gottes Reich hinein!
Die Welt-Betrachtung wird zur Himmelsschau.
Paul Gerhardt malt Gottes Ewigkeit in friedlich-fröhlich Bilden aus.
Erstaunlich, wie fest Paul Gerhardt im Glauben verwurzelt blieb,
obwohl er – mitten im 30jährigen Krieg – viel Grausamkeit der Politik erlitt
und harte persönliche Schicksalsschläge.
Trotz seiner Leiderfahrungen und mancher Trauererlebnisse bewahrt Paul Gerhardt seinen Glauben: Getrost, gefasst, geborgen!
Solch ein Gottvertrauen wünsche ich uns allen!
Der neue Monatsspruch vom August spricht davon auf seine Weise:
„Jesus Christus spricht:
Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
(Johannes 10,10)
Ich wünsche uns allen eine „liebe Sommerzeit“ 2026!

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