Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Worte der Besinnung von Pfarrer Ralf Finkeldey

Pfarrer Ralf Finkeley

Es ist Juli geworden, Hochsommer mit bestem Wetter! Die Schülerinnen und Schüler sehnen sich nach den Ferien. Das Land sehnt sich nach Regen und so mancher nach Abkühlung. Die ersten Erntemaschinen holen das Korn vom Acker. Viel ist da nicht zu holen, sagte mir ein Bauer aus unserer Gemeinde. Es sei viel zu trocken und heiß gewesen. Vielleicht erinnert sich nun mancher unter uns, im Jahr 2003 war es ähnlich heiß und trocken. Auch dieses Jahr sprechen die Prognosen wieder von Einbußen bei den Ernten. Wir Verbraucher werden es am Preis für Brot und Brötchen spüren.

Was regt uns noch auf in einem Sommer, der vom Wetter hervorragend zu werden scheint? Alles ist einfacher, wenn ich weiß: Auch morgen wird die Sonne wieder scheinen und ein blauer Himmel leuchtet über uns!  Niemand hört auf die Stimmen, die sagen, es ist viel zu trocken! Es muss dringend regnen!

Ein oder zwei Tage Regen können nicht schaden. Aber wir leben in Ostwestfalen, schlechtes Wetter kommt von alleine. Erinnert sich noch jemand an den letzten Winter, als die Sonne monatelang nicht zu sehen war? Vergessen und weg die schlechte Laune. Es braucht anscheinend nicht viel, um glücklich zu sein.

Bald brechen sie wieder auf in die Ferien, um in der Ferne ihr Glück zu suchen. Ich wünsche allen, dass sie es finden, wo immer es sich auch versteckt hat. Wahrscheinlich haben wir hier eines der Geheimnisse des Glücks und des Glücklichseins. Der Mensch kann es suchen und suchen und sich Gedanken machen wie er will. Aber Glück muss mir geschenkt werden! Von außen muss es mir gegeben werden! Ich kann es entdecken, wenn ich die richtigen Punkte in meinem Leben miteinander verbinde und das, was bereits da ist, neu entdecke.

Glück ist in mir und doch ist es ein Geschenk, das mir gegeben wird.
Zudem kann ich als Mensch Glück nicht direkt anstreben. Dafür kann es zu viel Verschiedenes sein und für jeden etwas anderes bedeuten. Glück erscheint mir als sinnvolles Leben, als erfüllende Beziehungen, als Liebe, die ich geben kann und empfange. Glück ist nicht ewiger Sonnenschein und 30 Grad, sondern ein sinnvolles Leben unter Gottes strahlender Sonne. Es sind die Menschen, die Beziehungen und der Glaube an einen Gott, der mir das Gefühl gibt, im Glück zu leben. Davon finde ich auch Spuren in der Bibel, etwa im Römerbrief 14,22: Wovon du persönlich überzeugt bist, das ist eine Sache zwischen dir und Gott. Glücklich schätzen kann sich, wer so handelt, wie es seiner Überzeugung entspricht, und sich nicht selbst verurteilen muss.

Ich hoffe, wir alle erleben dieses Jahr einen glücklichen Sommer! 


Ihr
Ralf Finkeldey, Pfarrer in Levern