Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Worte der Besinnung für den 30. November 2019

Diakon Michael Biesewinkel

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Sonntag in dieser Woche beginnt für mich und sicherlich auch viele andere wieder die eigentlich schönste Zeit des Jahres. Auch wenn wir in den letzten Jahren in unseren Breiten auf Schnee eigentlich meistens verzichten müssen, die Klimaerwärmung ist eben doch ganz real, so hat hat für mich diese Zeit immer wieder einen ganz besonderen Zauber. Viele Christen auf aller Welt sind in freudiger Erwartung auf die Ankunft von Jesus Christus und bringen das vielfältig zum Ausdruck. Ich mag das sehr. Zumindest in seiner klassischen Form und wenn es nicht zu kitschig wird. Der Einzelhandel bedient diese besondere Zeit manchmal viel zu früh und nimmt damit den Reiz, aber das mag sicherlich auch an den Wünschen der Kunden liegen. Grundsätzlich mag ich die Vorfreude.So bin ich zum Beispiel im Kindesalter längst entwachsen und mag den klassischen Adventskalender mit Schokolade oder etwas Tee dennoch außerordentlich. Auch der klassische Schwibbogen und ein Adventskranz dürfen bei uns zu Hause nicht fehlen. Eine schöne Tasse Glühwein und Duftkerzen runden alles ab und schaffen wirklich tolle Momente.Wie sieht es bei Ihnen aus? Jeder hat da ja ganz eigenen Rituale und Traditionen. Auch in dem was er tut oder eben gerade nicht tut in der Adventszeit. Würden wir ein Gespräch darüber führen können, so wäre das sicher spannend.

So viel zur Symbolik. Die Adventszeit bietet aber auch die Möglichkeit das vergangene Jahr persönlich zu resümieren. Was ist passiert was lief gut oder eben weniger gut und vor allem warum? Sicherlich gibt es einige von ihnen, die das jetzt wundert. Was geschehen ist ist doch geschehen und lässt sich sowieso nicht mehr ändern. Das höre ich manchmal sogar in der eigenen Familie. Ja, aber mir hilft es. Unsere Zeit ist stressig und wird gefühlt immer stressiger. Die Anforderung nehmen zu und viele verschiedene Aufgaben sind im Alltag parallel zu bewältigen. Uns scheint gefühlt immer weniger Zeit zu bleiben, die Dinge die wir tun bewusst zu tun. Vieles muss eben erledigt werden und kann nicht warten. Selbst wenn man das Glück eines langen Lebens hat ist es dafür eigentlich dann doch wieder deutlich zu kurz. Nicht umsonst und völlig berechtigt finden Angebote zur Achtsamkeit in den letzten Jahren besondere Beachtung. Im Urlaub am Timmendorfer Strand habe ich eine Buchhandlung entdeckt, welche sich nur diesem Thema gewidmet hat. Literatur dazu gibt es also auch eine ganze Menge. Nun ist Achtsamkeit und bewusstes Leben nicht nur etwas für die Adventszeit aber ich finde gerade diese Zeit lädt dazu ein.Ich wünsche mir dann immer, das ich ein wenig Entschleunigung auch aus der Adventszeit hinaus retten kann und sie mit in die folgenden Monate und vielleicht auch noch das neue Jahr nehme. Das ganze hat auch noch einen entscheidenden Vorteil. Ich erspare mir die Suche nach Vorsätzen für das neue Jahr. Denn sollte ich in der Rückschau etwas entdecken, was nicht so gut funktioniert hat so kann ich es gleich versuchen im neuen Jahr anders zu machen. Manchmal gelingt mir das und manchmal eben auch nicht. Nicht alles kann man beeinflussen und nicht alles ist vorhersehbar. Ich habe in den letzten Jahren gelernt das man eigentlich aus allem was passiert ist noch etwas Positive ziehen kann. Auch aus den scheinbar auf dem ersten Blick negativen Dingen.

Abschließend möchte ich Ihnen gerne eine schöne Adventszeit wünschen. Ich wünsche Ihnen, dass ihre persönliche Jahresbilanz für sie, Ihre Familie und alle die ihnen nahe stehen positiv ausfällt und das immer einmal Zeit zum entspannen und zur Achtsamkeit in unserer stressigen Zeit bleiben möge. Symbolisch lade ich Sie nun auf eine Tasse Tee ein um direkt damit zu beginnen. Ich hoffe Sie können diese genießen.


Diakon Michael Biesewinkel