Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Eine Schule voller Chancen

Alexander Kröger


Von links: OGS-Leiterin Nicole Drees, Schulleiterin Silke Gillar und die die kreiskirchliche Fachberaterin Diana Bruguet.

Lübbecke, den 18. August 2025


Was bedeutet kindgerechte Bildung im 21. Jahrhundert? Für den Grundschulverbund Gehlenbeck-Nettelstedt ist sie mehr als reines Wissen: Lernen, Werte, Haltung, soziales Miteinander – all das gehört zum ganzheitlichen Bildungsverständnis, das die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) seit mehr als 15 Jahren prägt.

„Ein Vorhaben des Grundschulverbundes ist die engere Verzahnung von Unterricht und Offenem Ganztag“, berichtet Schulleiterin Silke Gillar. Im vergangenen Schuljahr nutzten von insgesamt 325 Schulkindern an beiden Standorten bereits 225 auch das OGS-Angebot – das sind etwas mehr als zwei Drittel. Die Schulleiterin geht davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird, zumal es ab 2026 einen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz gibt.

Der Grundschulverbund Gehlenbeck-Nettelstedt ist seit 2007 Schule mit Offenem Ganztag. Dieser wird in Kooperation von Schule, Stadt Lübbecke und dem Ev. Kirchenkreis gestaltet. Dabei wird stetig an der Weiterentwicklung der Qualität gearbeitet, um die Kinder auf vielfältige Weise zu begleiten, zu fördern und zu stärken. Ein Beispiel dafür sind auch die vor zwei Jahren an der OGS Gehlenbeck-Nettelstedt eingeführten sogenannten Rhythmisierten Ganztagsklassen.

Gillar: „In diesen Klassen wechseln sich Lern- und Entspannungsphasen über den ganzen Tag verteilt ab. Ein multiprofessionelles Team plant und organisiert den Schulvor- und Nachmittag und ermöglicht damit jedem einzelnen Kind eine individuelle, lernfordernde und lernförderliche Umgebung.“ Durch diese verlässlichen Strukturen und Bindungen entstünde eine neue Form des Miteinanders, und im Sinne einer zeitgemäßen Schulkultur erhöhten sich die Bildungschancen aller, erklärt die Pädagogin. An beiden Standorten gibt es auch gemischte Klassen, die sowohl von Kindern des Offenen Ganztags besucht werden als auch von Kindern, die mittags nach Schulschluss nach Hause gehen.

Zum Offenen Ganztagsangebot gehören neben verlässlichen Betreuungszeiten bis 16 Uhr ein gemeinsames Mittagessen in der Mensa, kreative Projekte, Bewegungsangebote in der Sporthalle oder auf dem Schulhof, musikalische und literarische Aktivitäten sowie ruhige Spiel- und Erholungsphasen. „Der Schulalltag ist in einen ausgewogenen Wechsel aus Lernen, Entspannung, Bewegung und kreativen Aktivitäten gegliedert. So erleben die Kinder einen fördernden, erlebnisreichen Tag“, sagt OGS-Leiterin Nicole Drees.

Auch der Kirchenkreis sieht in der OGS-Betreuung nicht nur eine Ergänzung zum Unterricht, sondern eine Mitverantwortung in Bildungs- und Erziehungsprozessen. „Wir möchten Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen Chancengleichheit ermöglichen“, berichtet die kreiskirchliche Fachberaterin Diana Bruguet.

Das Konzept der OGS basiert ihrer Aussage nach auf christlich-pädagogischen Grundsätzen: Bildung wird hier als Persönlichkeitsentwicklung verstanden – mit Blick auf das Kind als ganzheitliches Wesen. Vertrauen, Verlässlichkeit und stabile Beziehungen bilden die Basis. Bruguet: „Kinder und Mitarbeitende in der OGS überlegen gemeinsam, welche Regeln wichtig sind. Sie sprechen regelmäßig darüber, wie sie sich verhalten. So lernen sie, gut miteinander umzugehen.“

Die rund 20 OGS-Mitarbeitenden sind beim Kirchenkreis Lübbecke beschäftigt, nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil und verstehen sich als Bildungsbegleiter der Kinder. Gemeinsam mit Lehrkräften und Eltern bieten sie zudem Fördergruppen und Projekte an.