Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

„Kirchenpost“ möchte junge Menschen ansprechen

Alexander Kröger

 
Neues Projekt startet nach Ostern im Evangelischen Kirchenkreis Lübbecke

Lübbecke, den 09. April 2026 

Jetzt nach Ostern beginnt in der Region ein besonderes Vorhaben: Insgesamt 15 Kirchenkreise der Evangelischen Kirche von Westfalen – darunter auch die Kirchenkreise Lübbecke sowie Herford, Vlotho und Minden – wollen mit einem neuen Kommunikationsprojekt gezielt junge Menschen ansprechen.

Im Mittelpunkt steht die sogenannte Kirchenpost, ein kreatives Mailing-Format für Kirchenmitglieder im Alter von 12 bis 31 Jahren. Ziel ist es, den Kontakt zur jungen Generation zu stärken und ihnen zu zeigen, dass die Kirche auch heute für sie passende Angebote bereithält.

Statt ausschließlich auf digitale Kommunikation zu setzen, erhalten die jungen Mitglieder individuell gestaltete Briefe per Post. Diese sogenannten „Selfmailer“ kommen ohne Umschlag aus, sind direkt adressiert und sollen durch ihr auffälliges Design Neugier wecken. „Ein persönlicher Brief hat heute wieder einen besonderen Wert“, sagt Jugendpfarrer Benjamin Tinz aus dem Jugendpfarramt des Kirchenkreises Lübbecke. Während E-Mails schnell untergehen, bleibt ein gut gemachter Brief eher im Gedächtnis.

Die Kirchenpost wird an 12- bis 19-Jährige einmal jährlich verschickt, ab dem 21. Lebensjahr dann im Zweijahresrhythmus. Ergänzt wird das Projekt durch ein besonderes Valentinsmailing: Es richtet sich an Erwachsene, die im Jahr zuvor geheiratet haben – unabhängig vom Alter.

Hintergrund der Initiative ist eine häufig zu beobachtende Entwicklung: Viele Jugendliche machen während ihrer Konfirmandenzeit und in kirchlichen Jugendgruppen positive Erfahrungen. Doch danach bricht der Kontakt oft ab. Spätestens wenn junge Erwachsene eigenes Einkommen erzielen und Kirchensteuer zahlen, entscheiden sich manche für den Austritt.

„Hier setzt die Kirchenpost an. Wir wollen jungen Menschen vermitteln, dass die Kirche weiterhin ein Ort für sie ist – mit Angeboten, die zu ihrem Leben passen“, sagt die stellvertretende Superintendentin Barbara Fischer.

Das Konzept ist nicht ganz neu: In Bayern und Württemberg wird die Kirchenpost bereits seit 2015 eingesetzt – mit Erfolg. Laut Umfragen bewerten rund 90 Prozent der Empfänger die Sendungen positiv; besonders gelobt werden die kreative Gestaltung und der persönliche Ton, heißt es von den Initiatoren in Westfalen.

Ein zentrales Element der Kirchenpost ist die Verknüpfung von klassischer Post und digitalen Angeboten. Jeder Brief enthält QR-Codes, die zu einer eigens eingerichteten Webseite führen. Dort finden die Empfänger weiterführende Informationen, Veranstaltungen und Kontaktmöglichkeiten. So sollen junge Menschen sowohl offline als auch online erreicht und langfristig eingebunden werden.

Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und wird auch im Kirchenkreis Lübbecke erprobt. Die Verantwortlichen vor Ort sehen darin eine Chance, neue Impulse für die Gemeindearbeit zu gewinnen und den Kontakt zu jungen Mitgliedern zu intensivieren.