Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Ev. Kirchenkreis Lübbecke

In Ostwestfalen, angrenzend an Niedersachsen und durchzogen von dem  Wiehengebirge, liegt der evangelische Kirchenkreis Lübbecke. Ihm gehören etwa 62.525 Christinnen und Christen (Juni 2016) an, die in 18 Kirchengemeinden leben: Alswede, Bad Holzhausen, Blasheim, Börninghausen, Dielingen, Espelkamp, Gehlenbeck, Hüllhorst, Isenstedt-Frotheim, Levern, Lübbecke, Nettelstedt, Oberbauerschaft, Oppenwehe, Pr. Oldendorf, Pr. Ströhen, Rahden, Schnathorst und Wehdem. Damit deckt sich heute das Gebiet des Kirchenkreises, von geringfügigen (niedersächsischen) Abweichungen abgesehen, mit dem des Altkreises Lübbecke; es hat eine Größe von 569,43 km².

1818 entstand der Kirchenkreis Lübbecke zunächst als Kirchenkreis Rahden und wurde dann 1832 räumlich zum heutigen Kirchenkreis Lübbecke. Die Anfänge christlicher Kirche liegen im Lübbecker Land allerdings weit über tausend Jahre zurück. Mitte des 16. Jahrhunderts dann hielt reformatorisches Gedankengut hier Einzug. Der Pietismus des 17. Jahrhunderts und die Erweckungsbewegung Anfang des 19. Jahrhunderts haben viele Spuren in den lutherischen Gemeinden des Kirchenkreises hinterlassen. Dazu gehören neben ausgeprägten Frömmigkeitsstrukturen, großem diakonischen oder sozialen Engagement auch die zahlreichen Posaunenchöre. Eine Besonderheit im Kirchenkreis ist eine Gemeindeneugründung nach dem Zweiten Weltkrieg: die Flüchtlings- und Vertriebenenstadt Espelkamp.

Der Kirchenkreis Lübbecke gehört zur Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Er ist mit den anderen ostwestfälischen Kirchenkreisen Herford, Minden und Vlotho in einem Gestaltungsraum miteinander verbunden. Sie bilden auch einen Kirchenkreisverband, der zum Beispiel die Telefonseelsorge in der Region unterhält oder auch die Ev. Erwachsenenbildung.

Das oberste Entscheidungsgremium des Kirchenkreises ist die Kreissynode, die mindestens zweimal jährlich tagt. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aller Kirchengemeinden zusammen, die von den jeweiligen Presbyterien entsandt werden. Die Leitung des Kirchenkreises obliegt dem Kreissynodalvorstand. An dessen Spitze wird von der Kreissynode die Superintendentin oder der Superintendent gewählt. Diese hauptamtliche Funktion nimmt seit 2016 Dr. Uwe Gryczan war. 

Für die Verwaltung des Kirchenkreises und seiner Gemeinden ist das Kreiskirchenamt zuständig. Zu seinen Aufgaben zählen auch Verwaltungsgeschäfte für etliche Einrichtungen der Kirchengemeinden. So gibt es beispielsweise 25 Kindergärten (der größte Teil in einem kreiskirchlichen Trägerverbund organisiert) und 14 Friedhöfe in kirchlicher Trägerschaft. Eine Reihe von Aufgaben nimmt der Kirchenkreis außerdem stellvertretend für die einzelnen Gemeinden wahr – dazu zählen die Jugendarbeit, die Krankenhaus-Seelsorge und die Diakonie.