Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Evangelische Erwachsenenbildung

           

Hier finden Sie die Webseite der Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreisverband Herford, Lübbecke, Minden, Vlotho mit weiteren Informationen.

Der Ev. Kirchenkreises Lübbecke hält einen Flüchtlingsfond bereit. Katrin Weber ist als Synodalbeauftragte für Flüchtlingsarbeit in unserem Kirchenkreis zuständig. Daher ist sie Ansprechpartnerin für alle Fragen und Anregungen in diesem Bereich.

Hier finden Sie den Antrag zur Beantragung von Geld aus dem Flüchtlingsfonds des Ev. Kirchenkreises Lübbecke. Das Dokument enthält auch die Förderbedingungen.

Nehmen Sie gerne Kontakt zur Evangelischen Erwachsenenbildung auf. Katrin Weber freut sich auf Sie und Ihr Anliegen.

Katrin Weber
Evangelische Erwachsenenbildung
Geistwall 32
32312 Lübbecke

Telefon: 05741/2700300
Handy: 01520/3391849
Email: erwachsenenbildung@kirchenkreis-minden.de


Katrin Weber

Geschäftsstelle der Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreisverband:

Petra Nolting
Hansastraße 60
32049 Herford

Telefon: 05221/988471
Email: erwachsenenbildung@kirchenkreis-herford.de

Gottes Werk und des Menschen Beitrag – Aspekte zum Thema „assistierter Suizid“

Pfarrerin Christine Scheele

Die Ev. Erwachsenenbildung des Kirchenkreisverbandes lud die beiden Theologen ins Gemeindehaus nach Gehlenbeck. Ca. 60 Gäste waren der Einladung gefolgt.
Es war keine leichte Kost, die das Ehepaar den Besucherinnen und Besuchern nahebrachte. Das Thema „assistierter Suizid“ wird seit einiger Zeit öffentlich diskutiert und beschäftigt die Christinnen und Christen im Lübbecker Land. Auch die Pfarrkonferenz beschäftigte sich schon mit diesem Thema. Das Paar leistete einen wichtigen Beitrag.
Ehepaar Schneider musste mit schweren Schicksalsschlägen umgehen. 2005 starb ihre Tochter an Leukämie, 2014 erkrankte Ehefrau Anne Schneider an Brustkrebs. Das Thema “assistierter Suizid“ kam Ihnen persönlich nahe. Mit großer Leidenschaft und zugleich herzlichem Respekt für die Einstellung des Anderen zeigten die beiden unterschiedliche, zum Teil konträre Positionen. In nüchterner Sachlichkeit zeigten sie ihr theologisches Profil und wiesen auf Unterschiede in der Herangehensweise. Ein wichtiger Aspekt war dabei das Gottesbild. War man sich einig darüber, dass Gottes Allmacht und Gottes Liebe zwei wesentliche Seiten Gottes sind, so war man sich nicht einig darüber, von welcher Seite man das Thema „assistierter Suizid“ zu betrachten ist. Ging Dr. Nikolaus Schneider von der Seite der Allmacht aus und betonte Normen und Regeln, so verteidigte Anne Schneider die Freiheit der Entscheidung. „Wann beginnt und wann endet die Eigenverantwortung des Menschen?“
Beide erinnerten an den Tod ihrer Tochter Meike, die mit 22 an Leukämie starb. Anne Schneider sagt: “Wir konnten in dem unzeitgemäßen Sterben und frühen Tod keinen Sinn erkennen.“ Und fährt fort: Die heilende Lebensmacht Gottes konnte ich nicht erkennen. Dr. Nikolaus Schneider sagt: „Gott fürchten und lieben. Nichts ist ohne sein Gegenteil wahr.“ Anne Schneider zitiert ihre Tochter: “Wut empfinde ich auch. Ich werde mir das Leben nicht einfach nehmen lassen.“ Frau Schneider fährt fort: „Qualen sind keine Prüfungen Gottes, sondern eine Zumutung. Die Frage „Wie kann Gott das zulassen? Ist alt und Ausdruck der Theodizee Frage. Es geht um Allmacht und Liebe. Anne Schneider betont die Autonomie des Menschen. „Wir sind Subjekte unserer Handlungen, nicht nur Erleider. Gott handelt durch uns.“ Dr. Schneider zitiert Kurt Marti mit den Worten: „Wir sterben nicht, sondern werden gestorben.“ Wir haben unser Sterben nicht in den Händen. Die Autonomie ist relativ. Gott hat das letzte Wort. Hier gehen die Meinungen der beiden am weitesten auseinander. Anne Schneider: „Wir werden gestorben, ist nicht mein Gottesbild, wir sind keine Marionetten.“
In Anschluss diskutierte man über die Fragen: Gibt es ein Recht auf Beihilfe zum assistierten Suizid? Wie ist das vor Gott verantwortbar? Anne Schneider bezieht sich auf Dorothee Sölle, die sich einen Freitod vorstellen kann. „Leben ist Leihgabe. Der Tod ist nicht nur Feind, sondern eine offene Tür.“ Nikolaus Schneider betont die Norm und gesteht zu: „Es kann sein, dass Gott selbst den Weg zur Selbsttötung öffnet. Trotzdem ist die Norm wichtig.“
„Es kann gute Gründe geben aus dem Leben zu gehen und schlechte, am Leben zu bleiben.“
Beide wünschen sich für die Kirche einen offenen Diskurs, in dem die Vielfalt theologischer Denkweisen zum Tragen kommen können. Für beide wäre eine Beratungspflicht wie vor Abtreibungen empfehlenswert.
Die unterschiedlichen Positionen waren getragen von großem Respekt vor der Meinung des Anderen in liebevoller Zuneigung. Man spürte die Vertrautheit, in der unterschiedliche Haltungen wahr und ernst genommen werden konnten.


Dr. Nikolaus Schneider und Anne Schneider waren zu Gast im Kirchenkreis Lübbecke


v.l. Dr. Christian Hohmann, Superintendent Dr. Uwe Gryczan, Anne Schneider, Dr. Nikolaus Schneider(ehm. Ratsvorsitzender der EKD), Gemeindepfarrerin Barbara Fischer, Katrin Weber, Ev. Erwachsenenbildung.