Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Rahden

Größe: 119,10 km²
Gemeindemitgliederzahl: 9629 (Juni 2016)

Gemeindebüro
Sekretärin Kerstin Wenzel / Petra Schröder / Verena Krüger
Am Kirchplatz 4
32369 Rahden
05771/3342
05771/94629
rahden@kirchenkreis-luebbecke.de
http://www.kirchengemeinde-rahden.de

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.30 Uhr.

 



 

Rahden                                 Tonnenheide
   

Altespelkamp                         Wehe

Sie erreichen uns:

Kapelle Varl – Varler Straße 26, Rahden-Varl
Kapelle Sielhorst – Höferort 1, Rahden-Sielhorst
Paul-Gerhardt-Haus, Alt-Espelkamp – Schulstraße 2, Alt-Espelkamp
Auferstehungskirche – Weher Moorort 2, Rahden-Wehe
Christuskirche – Tonnenheider Kirchweg 1, Rahden-Tonnenheide
St. Johannis-Kirche – Am Kirchplatz 1, Rahden

Gottesdienste

Rahden: Sonntag 10.00 Uhr
 Tonnenheide/Wehe: alle zwei Wochen 10. 00 Uhr
Altespelkamp, Sielhorst, Varl, wechselnd Sonntags 10.00 Uhr

 Kirchenmusik

Quellmalz Thomas,
Stellerloh 61
32369 Rahden

05771-8211554 
kirchenmusik@kirchengemeinde-rahden.de

Schmalgemeier Wilhelm
Kirchdamm 2
32369 Rahden

05771-1654        
w.schmalgemeier@gmx.d

Pfarrerinnen und Pfarrer 

  


Pfrin. Micaela Strunk-Rohrbeck
Pfr. Rainer Rohrbeck
Küthe 22
32369 Rahden
Tel.: 05771/2055
Fax: 05771/94518



Pfrin. Gisela Kortenbruck
Schulstr. 6
32369 Rahden
Tel.: 05771/5360




Pfr. Schulte
Gattgarten 10
32369 Rahden
Tel.: 05771/2348
Fax: 05771/608687

Verbundpfarrer für die Region Rahden

Pfr. Dr. Roland Mettenbrink
Pr. Ströher Allee 20
32369 Rahden-Pr. Ströhen
Tel.: 05776/463
Fax: 05776/1524

Tageseinrichtung für Kinder
Bärenhöhle
Boomkamp 20
32369 Rahden

Löwenzahn
Schulstr. 4
32369 Rahden

Sonnenstrahl
Brullfeld 6
32369 Rahden

Jugendreferent

Oliver Nickel
CVJM-Rahden

 

Karte Rahden


Evang.-Luth. Kirchengemeinde Rahden

Am Kirchplatz 4
32369 Rahden
Tel: 05771/3342

Ev. Kindergarten "Sonnenstrahl"

Am Brullfeld 6
32369 Rahden
Tel: 05771 - 2393

Ev. Kindergarten "Löwenzahn"

Schulstr. 4
32369 Rahden
Tel: 05771 - 3063

Ev. Kindergarten "Bärenhöhle"

Am Boomkamp 20
32369 Rahden
Tel: 05771 - 60634

Ein Chor geht durch dick und dünn

Gudrun Straßburg, Neue Westfälische

Rahden. "Die Musica" ist ein "herrlich und göttlich Geschenk und Gabe, sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich", so drückte es Martin Luther aus. Zehn sorgfältig geführte Kladden, zum großen Teil in alter deutscher Sütterlinschrift aufgezeichnet, geben Einblick in die lange Geschichte der Kantorei Rahden, die nun ihr 90-jähriges Bestehen feiert.

Daraus ein Zitat: "Mit 19 Damen und sechs Herren habe man 1928 den Anfang gemacht." Schon zuvor gab es den "singenden Mädchenkreis". Beide Chöre wurden 1929 zu einem gemischten Chor zusammengeführt. Die Initiative dazu ergriff "Frau Pastor" Kölling, die Ehefrau des damals hier tätigen Pfarrers. Schnell wurde ein Chorleiter gefunden: Hauptlehrer Hans Pieper aus Espelkamp. Er spielte bereits vorher die Orgel in der Kirche, nun nahm er sich auch der Aufgabe an, die Gottesdienste zu besonderen Anlässen mit geistlichen Chorsätzen zu bereichern.

Die beliebte "Adventsmusik" gibt es heute immer noch

Ab 1929 war der Chor ein eingetragener Verein, in dessen Wirken sauber geführte Tagebücher mit Mitgliedslisten, Kassenbüchern und einem eigenen Sparbuch des Kirchenchores bei der "Amts-Sparkasse zu Rahden (Westf.)" einen lebendigen Einblick geben. Am Jahresende 1929 weist das alte Sparbuch ein Guthaben von 50 Reichsmark (RM) und 55 Pfennige (Pf) auf. Im Juni 1948 ist ein dicker Stempel zu finden: "Deutsche Mark" und dazu die handschriftlich Ergänzung: "10%". So wurden aus dem Guthaben von 713,84 RM also 71,38 DM.

In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg gehörten zeitweise bis zu 70 Sängerinnen und Sänger zum Kirchenchor. Neben den Liedbeiträgen in festlichen Gottesdiensten erweiterte dieser große Chor das Kulturangebot in Rahden durch Aufführungen klassischer Musik zur Passionszeit und mit einem vorweihnachtlichen Konzert. Die "Adventsmusik" ist eine Tradition, die die Kantorei bis heute fortführt; jeweils am dritten Advent lädt der Chor zu einer musikalischen Stunde in die St.-Johannis-Kirche ein.

Die zunehmend schlimme politische Lage während der Zeit des Dritten Reichs spiegelte sich bald in der Mitgliederzahl wieder. Darauf verweisen Tagebuchaufzeichnungen: "Wir schreiben das Jahr 1938. Das neue Jahr stellt uns vor noch größere Aufgaben als bisher. Die Anzahl der männlichen Mitglieder sinkt immer mehr. Wir müssen unsere ganze Kraft zusammennehmen, wenn der Chor bestehen bleiben soll." Am Ende des Jahres lautet der Eintrag: "Es besteht wenig Hoffnung, dass der Chor jemals wieder auf seine alte Stärke zurückkommt."

Die Mitgliederzahl damals: 24 Frauenstimmen, sieben Männerstimmen. In einer Zusammenfassung der Kriegsjahre ist zu lesen, dass der Chor bis August 1939 seine Übungsstunden fortsetzen konnte und "ein letzter Ausflug wurde uns allen zum großen Erlebnis. "

Dadurch, dass auch Chorleiter Pieper zum Militär eingezogen wurde, ruhte die Übungsarbeit. Erst im Herbst 1945 nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft fand sich wieder ein kleiner Chor zusammen, der in den nächsten Jahren viele neue Mitglieder dazugewinnen konnte.

Nun ging es wieder bergauf. Der verheerende Krieg mit Tod, Not und Vertreibung hatte Deutschland verändert. Das Bedürfnis der Menschen nach Trost und Gottes Wort war groß. Aber man war vor neue Herausforderungen gestellt. Zitat aus einem Tagebuch: "Vor allen Dingen müssen wir zunächst ein wenig technisch schulen und Wert auf gute Aussprache legen. 50 Prozent der Sänger sprechen Plattdütsch, und außerdem sind wir durch den Krieg ja auch aus allen Gauen des Vaterlandes zusammengewürfelt."

Immer wieder ist von fleißigem Üben die Rede. Und all die Choralsätze, die zu Gottes Lob erklangen, sind aufgezählt. Ein Jahreshöhepunkt für den Chor war der jährliche Ausflug. Und so ist es auch heute noch üblich. Bis zum Jahresende 1972 war Hans Pieper Chorleiter des Rahdener Kirchenchores und zugleich Organist. Mit großem Einsatz, Leidenschaft für die Musik und Frömmigkeit hat er über 40 Jahre dieses Amt ausgeübt. Ihm wurde bei seiner Verabschiedung Ehre und Dankbarkeit für seinen unermüdlichen Einsatz zuteil. Zugleich wurde seine Nachfolgerin Breßlein in dieses Amt eingeführt. Eine Frau als Organistin und Chorleiterin? Der Anfang war nicht leicht für "die Neue", hatten doch nicht wenige Chormitglieder mit der Verabschiedung von Hans Pieper auch den Chor verlassen.

Die erste Frau als Chorleiterin hatte es zunächst nicht leicht

F. Breßlein entpuppte sich als aktive Frau. Sie gründete einen Kinderchor, eine Instrumentalgruppe und nahm Kontakt zum Männergesangverein auf. So konnten die Gruppen sich gegenseitig ergänzen. Es kamen neue Chormitglieder hinzu, und die klassischen Choralsätze wurden um moderne Vertonungen erweitert. "Eine neue Zeit hatte begonnen." Durch eine schwere Krankheit musste F. Heidsiek (ehem. Breßlein) ihren Beruf leider aufgeben. Ihr folgte im April 1980 Urte Dankmann. Sie war noch sehr jung, die Kantorenstelle in Rahden war ihr Einstieg ins Berufsleben. Auch Dankmann bewahrte das klassische Liedgut. Konzertreisen führte die Kantorei nach Prag, München und Amsterdam. Neben den Passions- und Adventsmusiken übte sie mit dem Kinderchor biblische Singspiele ein. Urte Dankmann wechselte 2012 nach 32 Jahren in Rahden noch einmal ihre Kantorenstelle. In Folge einer Erkrankung starb sie im November 2013.

Von 2012 bis Anfang 2013 war der Chor ohne Leitung. David Kennedy, ein Mitglied der Kantorei, übernahm die Leitung der Proben. Im Februar 2013 übernahm Thomas Quellmalz als neuer Kantor den Dienst an der Orgel sowie die Leitung des Posaunenchores und der Kantorei. Mit viel Fröhlichkeit und Kompetenz leitet er nun den Kirchenchor. Er pflegt die alte Musik und ist dabei aufgeschlossen für Neues. Er führt die unterschiedlichen Chöre der Kirchengemeinde Rahden zusammen zu Beiträgen im Gottesdienst und zu Konzerten.



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14 - Lübbecker Land, Donnerstag 05. Juli 2018