Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke
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Pfarrer Michael Weber

Orgelkonzert



Letztes Konzert vor der Reparatur

Benefizaktion: Der gebürtige Oldendorfer Martin Lücker brillierte an der Kirchenorgel in St. Dionysius, die
in den kommenden sechs Monaten vom Bleifraß befreit werden soll

Von Imme Lohmeyer-Lorek

Pr. Oldendorf. Auch eine Orgel kommt irgendwann einmal in die Jahre - so wie die Kirchenorgel in St. Dionysius in Pr. Oldendorf. Aus Anlass der Reparaturarbeiten und der damit verbundenen hohen Kosten gab Martin Lücker ein Benefizkonzert, das der Barockgröße Johann Sebastian Bach gewidmet war.

Viele Orgeln in Europa und Nordamerika hat der gebürtige Oldendorfer schon bespielt, nun zog es ihn zurück in die Heimat, zu der Orgel, auf dessen Vorgängerin er bereits als Jugendlicher das Orgelspiel erlernte. Zahlreiche Besucher hatten sich eingefunden, um dem in Frankfurt tätigen, international bekannten Orgelprofessor zu lauschen.

Pastor Michael Weber erwähnte in seiner Einführung die Anekdote vom kleinen Jungen beim Klavierkonzert in seiner Heimat, den es unwiderstehlich zum Instrument hinzog und der schließlich vierhändig mit dem großen Meister spielte. Auch Lücker sprach einführende Worte zu den einzelnen Werken und flocht hin und wieder biografische Details aus dem Leben des großen Komponisten und Organisten Bach ein.

Ein Querschnittaus Bachs Schaffensperiode

Ein Querschnitt aus Bachs Schaffensperiode begann mit Kompositionen des damals Siebzehnjährigen, wie beispielsweise der "Partita über ?O Gott, du frommer Gott?", die das Sterben zur Zeit des 30-jährigen Krieges widerspiegelt und in endlosen Variationen Auferstehung und Verklärung thematisiert.

Reifere Kompositionen waren die "Fantasia G-Dur", die zunächst bewegt und munter, dann in eine von Akkorden gesättigte Schwere überging. Lücker demonstrierte Bachs Kompositionsstil zunächst in einigen kurzen Kostproben und spielte anschließend das gesamte Werk. Die hohe Kunst der Orgelschule bewies er mit der "Triosonate e-Moll", bei der man die drei Stimmen gut heraushören konnte. Jede Hand übernahm eine Stimme auf unterschiedlichen Klaviaturen, und die dritte Stimme erklang über das Pedal.

Aus dem "Kleinen Orgelbüchlein", dem "besten pädagogischen Lehrwerk für Orgel", von dem Lücker bereits Teile auf der Vorgängerorgel gespielt hatte, gab er sechs Choräle aus dem Ende des Kirchenjahres über das Thema Vergänglichkeit zum Besten.

Als krönenden Abschluss gab es eines von Bachs bekanntesten Werken, "Präludium und Fuge g-Moll", das mit einem gewitterartigen Klang einsetzte, und bereits viele moderne Elemente enthält, mit denen Bach seiner Zeit weit voraus war.

Möglicherweise ist das auch ein Grund dafür, dass Bach auch von zeitgenössischen Musikern oft verjazzt wird. Das weit in die musikalische Zukunft weisende Werk mit seinem stark verdichteten Klang und seiner außerordentlichen Strahlkraft entlockte dem Publikum einen Riesenapplaus, der die große Begeisterung der Zuhörer in der Kirche widerspiegelte.

Die Pr. Oldendorfer Orgel leidet seit längerem an Bleifraß. Eine Störung, von der die einzelnen Orgelpfeifen betroffen sind. Die Reparatur der Kirchenorgel wird ungefähr sechs Monate in Anspruch nehmen.

Als Dank erhielt Lücker einen Blumenstrauß und ein Präsent von Pastor Weber und spielte als Zugabe das "Präludium G-Dur".

NW26.9