Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Lübbecke

Größe: 17,22 km²
Gemeindemitgliederzahl: 7482 (Juni 2016)




Sekretärin Frau Andrea Berger




Pfarrstr. 3
32312 Lübbecke
Tel.: 05741/5552
Fax: 05741/805689
luebbecke@kirchenkreis-luebbecke.de
http://www.kirchengemeinde-luebbecke.de

Gemeindebüro:

Öffnungszeiten
Montag:         10 Uhr - 12 Uhr
Dienstag:       13 Uhr  - 17.30 Uhr
Mittwoch/
Donnerstag    10 Uhr - 12 Uhr
                       14 Uhr - 16.30 Uhr
Freitag            10 Uhr - 12 Uhr

Kirchenmusik:

Kreiskantor Heinz-Hermannn Grube:



KMD Kantor Heinz-Hermann Grube
Pfarrstraße 3
32312 Lübbecke
05741/230030
hhgrube@kirchengemeinde-luebbecke.de

Liste aller Kirchenmusiker/innen: «hier«

Salvesen Erik, Beethovenstr. 16, LK, 05741-2728915  erik.salvesen@web.de
Wischmeyer Claus, Rahdener Str. 90, LK, 05741-297 037   Fam.Wischmeyer@t-online.de

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St. Andreas, Lübbecke


Thomasgemeindehaus Lübbecke

Gottesdienste
St. Andreas Sonntag 10.00 Uhr
Thomasgemeindehaus 10.30 Uhr

PfarrerIn/Pfarrer

Pfr. Eberhard Helling
Lessingstr. 7
32312 Lübbecke
Tel.: 05741/5255

 

 
Pfrin. Sabine Heinrich
Mozartstr. 20
32312 Lübbecke
Tel.: 05741/8232

 

Pfr. Eckhard Struckmeier
Pfarrstr. 1
32312 Lübbecke
Tel.: 05741/7693

Presbyterium


o Reihe v.l.: Eckhard Struckmeier, Eberhard Helling, Andreas Unverfärth, Dr. Peter Groß, Eyke Blöbaum 
u. Reihe: v.l.: Ina Härtel, Ulrike Salge, Helga Hanke, Gisela Hilgart, Dr. Ulrike Schäfer, Sabine Heinrich
es fehlen: Susanne Grau, Inge Hölscher, Britta Wagner

Tageseinrichtung für Kinder
Beethovenstr.
Beethovenstraße 21
32312 Lübbecke

Regenbogen
Lessingstraße 10
31212 Lübbecke

Schatzinsel
Wittekindstraße 17
32312 Lübbecke

Friedhöfe in kommunaler Trägerschaft

Karte Lübbecke


Evang.-Luth. Kirchengemeinde Lübbecke

Pfarrstr. 3
32312 Lübbecke
Tel: 05741/5552

Ev. Kindertagesstätte "Regenbogen"

Lessingstraße 10
32312 Lübbecke
Tel: 05741 - 1552

Ev. Kindertageseinrichtung "Schatzinsel"

Wittekindstrasse 17
32312 Lübbecke
Tel: 05741 - 5460

Ev. Kindertageseinrichtung "Beethovenstraße"

Beethovenstraße 21
32312 Lübbecke
Tel: 05741 - 7531

Der Vorhang im Tempel zerriss


VON CHRISTINE SCHEELE

Lübbecke. „Das war ein tolles Konzert. Das hätte ich gar nicht gedacht.“ Margret Heinze vom Gemeindeamt an der Lübbecker Andreas-Kirche ist begeistert. Auch sie hat sich wie viele Hörerinnen und Hörer des Konzerts überzeugen lassen, dass Jazz gut in die Kirche passt, gerade am Karfreitag. Das Bielefelder Jazztrio spielte die Easter Suite von Oskar Peterson – neun Stationen der Passion Jesu. Bilder von Otto Dix und Texte aus dem Matthäus-Evangelium ergänzten den musikalischen Kreuzweg.
In der kurz zuvor aufgeführten Matthäuspassion von J.S.Bach hieß es zur Sterbestunde Jesu: „Und der Vorhang im Tempel zerriss, von oben an bis unten.“ Gemeint ist der Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten im Tempel trennt.



Das Jazztrio spielte an dieser Grenze und nahm das begeisterte Publikum mit an den Ort, wo Scheitern und Sieg, Machtlosigkeit und Gewalt, Wahrheit und Lüge zugleich auftauchen konnten. So war Versöhnung bis zum letzten Ton spürbar ohne dass Verleugnung, Verrat und Verhör ihre grausame Fratze verloren. Das Motiv der Gottesverlassenheit war getragen von einer Melodie der Zuversicht und klang wie ein Protest des Schlagzeugs gegen jede Form von Depressivität.



Die Musiker Olaf Kordes am Klavier, Wolfgang Tetzlaff am Kontrabass und Karl Godejohann am Schlagzeug überzeugten durch perfektes Zusammenspiel. Jedes Instrument hatte eigene Tiefe und Brillanz und zugleich wirkten sie wie ein Klangkörper, der die Zuhörer mitnahm. Besonders beeindruckten die tönenden Gespräche zwischen Bass und Flügel.



Manchmal zart und weich wie beim Abendmahl. Bei der Verleugnung war rasanter Schwindel spürbar, Hamburg zur Rushhour. Der Verrat ließ tiefe Enttäuschung erkennen, nachdenkliche Erschütterung in musikalischer Perfektion. Das Schlagzeug brachte den Zuhörern die Brutalität eines Verhöres nahe, gewalttätig, teilnahmslos und hart. Die Melodie von Kontrabass und Flügel lösten die Härte auf. So wurde Angst spürbar.



Die Station Auferstehung führte in überschäumende Lebendigkeit hinein.Der Easter Suite folgten weitere jazzige Kompositionen, darunter eine Bearbeitung des 5. Brandenburgischen Konzertes von Bach, aber auch weitere Stücke von Oscar Peterson wie „My heart belong to Daddy“ und „Hymn to Freedom“, das Oscar Peterson für Martin Luther King schrieb.
Die Zuhörer erwischten sich dabei, wie die Knie zu zucken begannen, der leidenschaftliche Rhythmus der Musiker übertrug sich auf das Publikum.
Es dankte mit lang anhaltendem Applaus. „Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, sagte der Pianist Olaf Kordes im Anschluss an das Konzert.



Die Musiker hatten das Kleinod jazziger Musikgeschichte 2006 wiederentdeckt und führen das Werk, das Oskar Peterson 1984 einmal mit der BBC spielte, seitdem in ganz Europa auf.
Unter dem Kreuz: Olaf Kordes (Flügel) , Wolfgang Tetzlaff (Kontrabass) und Karl Godejahn( Schlagzeug). FOTO: CHRISTINE SCHEELE

© 2010 Neue WestfälischeZeitung für den Altkreis Lübbecke, Dienstag 06. April 2010




Persönliche Annäherung an Passion
Jazzkonzert: Oscar Petersons »Easter Suite« beendet Veranstaltungsreihe


Von Cornelia Müller
Lübbecke (WB). Jazz in der Kirche - das ist immer noch eine ungewöhnliche Kombination, zumal in der Passionszeit. Am Karfreitag haben sich die Lübbecker davon überzeugen können, dass Jazz und intensive Auseinandersetzung mit dem Kreuzesgeschehen durchaus zusammen passen.
Vor mehr als 25 Jahren hat der kanadische Jazzpianist Oscar Peterson seine »Easter Suite« komponiert, in der er sich musikalisch und auf ganz persönliche Art und Weise mit der Leidensgeschichte Jesu auseinandergesetzt hat. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Mit Leidenschaft« des Kirchenkreises Lübbecke hat das Jazztrio Olaf Kordes (Piano), Wolfgang Tetzlaff (Kontrabass) und Karl Godejohann (Schlagzeug) die Suite am Karfreitag in der St.-Andreas-Kirche aufgeführt.
Dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist eigentlich eine kleine Sensation. Denn lange existierte keine Notenfassung der »Easter Suite«, sondern nur ein Mitschnitt von Petersons Einspielung für die BBC aus dem Jahr 1984 (mit Niels-Henning ¯rsted Pedersen am Bass und Martin Drew am Schlagzeug). In mühevoller Kleinarbeit hat das Bielefelder Jazztrio diesen Mitschnitt transkribiert und die »Easter Suite« 2006 zum ersten Mal wieder live auf die Bühne gebracht.
Das Programm in der St.-Andreas-Kirche, deren Bühne in blaues und sonnengelbes Licht getaucht war, war zweigeteilt. Die erste Programmhälfte gehörte der »Easter Suite« mit ihren neun kurzen Sätzen. Im zweiten Teil folgten nicht andere Stücke, auch von anderen Komponisten.
Peterson hat seine Vertonung des Passionsgeschehens ganz unter den Leitgedanken der Versöhnung gestellt: Nicht schroffe Gegensätze, schrille Disharmonien und miteinander konkurrierende Stimmen prägen das Werk, sondern ein sehr gesanglicher Ton, der sich durch die ganze Suite zieht - beginnend mit dem ruhigen Klaviersolo »The Last Supper« und endend mit dem triumphierenden »He Has Risen« - einem jazzigen Halleluja, das mit einem furiosen Schluss die Auferstehung feiert und bei dem die Musiker ihrer Spielfreude freien Lauf lassen können.
Eine angemessene Fortsetzung nach diesem ersten Programmteil zu finden, war für das Trio keineswegs einfach. »Wir haben lange überlegt, was eigentlich nach der Suite noch kommen kann, nach der Auferstehung«, sagte Pianist Olaf Kordes. Die Wahl fiel auf Abdullah Ibrahims »Maraba Blue«: »Jetzt ist der Frieden eingekehrt. Jetzt spielen wir ein afrikanisches Schlaflied.« Mit einer Bach-Bearbeitung von Jacques Loussier und weiteren Titeln von Oscar Peterson (»Hymn to Freedom«, »You Look Good to Me«) bewies das Bielefelder Trio dann einmal mehr seine Klasse und große Vielseitigkeit. Afrikanisch-fröhlich (Abdullah Ibrahims »Chisa«) ging das Konzert nach anderthalb Stunden zu Ende: Ein Ausklang ganz im Sinne des letzten Satzes von Petersons neu zu entdeckender »Easter Suite«.
WB Artikel vom 06.04.2010