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Karfreitag und Ostern: zwei wichtige kirchliche Feiertage liegen unmittelbar vor uns. An ihnen geht es um den Kern des christlichen Glaubens. Wenn man kurz zusammenfassen sollte, was das Christsein ausmacht, dann müsste man die Botschaft von Karfreitag und Ostern zitieren: „Jesus Christus ist für uns Menschen am Kreuz gestorben. Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt.“ Von daher wird verständlich: Karfreitag und Ostern gelten als die höchsten Feste der Christenheit.
Und dennoch haben viele Zeitgenossen Probleme mit diesen Feiertagen. In der Beliebtheit bei der Bevölkerung liegt Weihnachten an erster Stelle. Ein nicht unerheblicher Teil der getauften Bundesbürger - ob kirchlich engagiert oder der Gemeinde eher fernstehend - besucht an Heiligabend einen Gottesdienst. Zu Karfreitag und Ostern sieht es anders aus. Viele nutzen die Schulferien, um in den Urlaub zu fahren. Und auch für die, die zu Hause bleiben, ist der Besuch der Gemeindegottesdienste an diesen Tagen keine Selbstverständlichkeit. Woran liegt das eigentlich?
Ich denke, der Hauptgrund hängt mit der Botschaft von Karfreitag und Ostern selbst zusammen: „Jesus Christus wurde gekreuzigt und ist auferstanden.“ Das ist für uns Menschen viel schwieriger zu begreifen als etwa die Geschichte von der Geburt eines Kindes im Stall zu Bethlehem.
Dass ein unschuldiger Mensch auf grausame Art und Weise hingerichtet wird, wie es am Karfreitag von Jesus berichtet wird, können wir uns wohl vorstellen. Denn leider sehen wir Tag für Tag in den Nachrichten Bilder von Krieg und Gewalt, bei denen unschuldige Menschen ums Leben kommen. Und die Grausamkeiten weltweit scheinen kein Ende zu nehmen. Etliche Menschen hierzulande können das nicht mehr ertragen. Sie schalten kaum noch die Nachrichten ein, damit sie das Elend nicht mehr sehen oder hören müssen. Das mag ein Grund dafür sein, dass der Karfreitag nicht sehr populär ist.
Und dann die Botschaft von Ostern: Jesus Christus, der Gekreuzigte, ist von den Toten auferstanden. Gott hat ihn zu neuem Leben erweckt. Diese Botschaft ist für viele schwer zu begreifen. Denn sie liegt außerhalb unseres bisherigen Erfahrungsbereichs. Und mit den Methoden der Naturwissenschaften lässt sie sich auch nicht beweisen. Aber für uns Christen ist sie der Kern unseres Glaubens: Gott ist stärker als der Tod, er kann neues, ewiges Leben schaffen, an dem auch wir teilhaben dürfen. Aus dieser Verheißung können wir Kraft und Mut schöpfen, auch und gerade in schwierigen Zeiten.

