Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Glaube ist kein Besitz, über den man verfügen kann

Evangelische Kirche von Westfalen

Westfalen/Dresden. Von dem „barmherzigen Blick, mit dem Gott auf unseren Glauben schaut“, hat Präses Annette Kurschus zum Jahresbeginn gesprochen. Sie betonte, der christliche Glaube sei kein Besitz, über den man verfügen kann. Zugleich warnte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen vor selbstgerechter Überheblichkeit: „Wer den christlichen Glauben dazu missbraucht, sich von anderen abzugrenzen und eine Trennlinie zu den ‚Ungläubigen‘ zu markieren, ist nicht in der Spur Christi unterwegs“, sagte sie in der Dresdener Frauenkirche im Neujahrsgottesdienst (1.1.), den das ZDF live übertrug.

Präses Kurschus, die auch stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, stellte die biblische Jahreslosung für 2020 aus dem Markus-Evangelium (9,24) in den Mittelpunkt ihrer Predigt: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Den Glauben gebe es nur in gebrochener, angefochtener Form sagte Kurschus. Das sei schmerzlich und oft auch „eine himmelschreiende Not“. Wer sich in dieser Not seufzend oder schreiend an Gott wende, „greift nach der Hand, die hält. Wer so flüstert oder bittet, tastet nach dem Grund, der trägt“. Die Liebe Gottes gelte bedingungslos allen, die zu ihm kommen. - „ungläubig glaubend, glaubend ungläubig“. Niemand dürfe hier Bedingungen konstruieren. „Niemand hat das Recht, die weit geöffnete Tür der Liebe Gottes in eine enge Pforte zu verwandeln, an der Glaubensprüfungen stattfinden und der Einlass nur Auserwählten gewährt wird.“  Den eigenen Lebensweg Gott anzuvertrauen, sei ein echtes Wagnis. Gerade in dieser Ungewissheit verlasse sich der gebrochene, angefochtene Glaube auf Gott und werde deshalb selbst aktiv: „Für die verletzte und bedrohte Erde, auf der wir leben. Für die Generationen nach uns, die auch auf dieser Erde leben wollen. Für Menschen, die uns jetzt brauchen – an Ländergrenzen, an Meeresküsten, im Nachbarhaus, in meiner Familie.

Quelle: medienInfo der Evangelischen Kirche von Westfalen

Hier finden Sie den Gottesdienst zu Neujahr aus der Frauenkirche in Dresden aus der Mediathek des ZDF: