Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

20. Mai 2020

Pfarrer Jürgen Giszas

Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt!
– Psalm 41,2 –

DURCH DIE BLUME GESAGT

Vom Dichter Rainer Maria Rilke wird erzählt, er habe einmal während eines Spaziergangs in Paris einer Bettlerin eine Rose in die Hand gelegt. Sehr zur Verwunderung einer jungen Frau, die den Dichter begleitet – und der Bedürftigen in den vorangegangenen Tagen immer wieder mal ein Geldstück zugesteckt hatte.
Rilke kommentierte sein Verhalten mit der Bemerkung, man müsse nicht nur der Hand, sondern dem Herzen der Notleidenden etwas schenken!
Sieben Tage lang ward die Bettlerin dann nicht mehr gesehen. Die Frage seiner Begleiterin, wovon sie wohl die Woche über gelebt habe, beantwortete Rilke mit den Worten: „Von der Rose!“

Durch die Blume gesagt:
Auch Würde
ist ein Lebensmittel –
ist lebens-not-wendig!

Euer Jürgen

LITERATURNACHWEIS
Rilkes Rose: www.welt-der-rosen.de/adventrose/23r.htm (Stand: Mai 2020).


Rose, an der Außenwand des Chores von St. Katharinen zu Osnabrück – Foto: Jürgen Giszas, 9. September 2019.