Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Der Prozess gewinnt an Fahrt

 



Anja Schubert im Westfalen-Blatt vom 06. Februar 2017 Fotos CS

Rahden/Altkreis Lübbecke(WB). »Auf welcher biblischen Grundlage wollen wir künftig aufbauen und dies nach außen kommunizieren?«

Dies ist nur eine Frage gewesen, die bei der Erstellung einer Konzeption für den evangelischen Kirchenkreis Lübbecke eine zentrale Bedeutung spielt. Das zukunftsorientierte Konzept, angepasst an die Bedürfnisse der Gläubigen, soll 2018 fertig gestellt sein und wird derzeit mit Beteiligung vieler Mitglieder aller 19 Kirchengemeinden entwickelt (wir berichteten).

Zu einer Arbeitstagung hatte am Samstag die Leitbildgruppe ins Rahdener Gemeindehaus eingeladen. »Der Entwicklungsprozess gewinnt an Fahrt«, freute sich Dr. Uwe Gryczan, rund 90 Teilnehmer begrüßen zu können. In einer kurzen Andacht stellte der Superintendent noch einmal die Bedeutung eines jeden Einzelnen bei der Konzeptionsgestaltung heraus. »Alle Mitarbeitenden sind wichtig, auch die im Verborgenen. In der Gemeinschaft der Christen existieren viele verschiedene Gaben, die alle gleichwertig sind. Jeder Mensch hat seine Begabungen, aber auch seine Grenzen. Daher brauchen wir einander, ergänzen uns. Das gilt auf allen Ebenen.«

Gryczan zog in Sachen Konzeptionsentwicklung zudem einen musikalischen Vergleich: »Wie in Orchester und Chor kommt es auf das Zusammenspiel und nicht auf die bravouröse Leistung eines Einzelnen an.« Alles könne nur gelingen, wenn »wir an einem Strang ziehen.« Über die Gespräche bei den Tagungen rückten die Gemeinden und vor allem die Menschen der verschiedenen Gemeinden näher zusammen. »Heute geht es darum, Impulse und Ideen zu sammeln, die anschließend mit Hilfe zweier Gemeindeberater ausgewertet und zu einem Ganzen geformt werden.«
Gryczan lobte den Einsatz und Ideenreichtum, mit dem die Leitbildgruppe unter Federführung von Pfarrerin Britta Mailänder die Zusammenkunft vorbereitet hatte. Kreative Elemente wie Bildgestaltung und das Beschreiben von Tischdecken standen im ersten Teil des Nachmittages im Vordergrund.

»Ich bin hier, weil ich eine Kathedrale bauen möchte«, unterstrich auch Pfarrerin Mailänder bildlich, was sie zur Mitwirkung an der Gestaltung der Kirchenkreiskonzeption bewegt. »Visionen, Leitbilder und Konzeptionen liegen nicht auf der Straße oder werden vom Alltag erdrückt. Hier haben wir Zeit und Ruhe, diesem gemeinsam nachzugehen.« Die Schaffung von lebendigen Bildern – gemalt, gestaltet, geklebt – sei ein guter Ansatz zur Leitbildfindung. »Denn Bilder sind die Nahrung unseres Glaubens.« Was brauchen wir als Gemeinde und Synodale Dienste vom Kirchenkreis? Was braucht unser Kirchenkreis? Fragen, die auf der Basis der Bildergebnisse im zweiten Teil diskutiert wurden.
Im dritten Teil wurde unter anderem erörtert, wo man sich im Kirchenkreis engagieren kann. Die Thematik erfährt mit Hilfe der beiden Gemeindeberater und der Prozesssteuerungsgruppe eine Auswertung



»Jetzt wo die Beteiligten spüren, dass jeder seinen Teil zum großen Ganzen beitragen kann, gewinnen die drei Gruppen ihre Eigendynamik«, freute sich Superintendent Gryczan. Neben der Leitbildgruppe werden weitere Aspekte in einer Sachanalysegruppe und in einer Prognosegruppe erarbeitet.



Eine übergeordnete Prozesssteuerungsgruppe bündelt die Ergebnisse für die Diskussion im Synodalvorstand. Die Konzeptionsgestaltung sei ein sehr schwieriger Komplex mit vielen Menschen, die gemeinsam eine Richtung festlegen sollen. »Wir brauchen uns und ergänzen uns«, stellte der Superintendent heraus und meinte damit Haupt-, Neben- und Ehrenamtliche ebenso wie die Kirchengemeinden, die Synodalen Dienste und die verschiedenen Arbeitsbereiche.



»Es ist gut, dass die fachlichen Gruppen auch für das inhaltliche zuständig sind. Wir haben seit dem Start im September gemerkt, dass an manchen Stellen bereits nachjustiert werden musste«, stellte Gryczan heraus. Auch die Beauftragung der Pfarrer Kerstin Neddermeyer und Ulrich Melzer, die, als neue Gemeindeberater, mit externem Blick die Konzeptionsfindung begleiten, sei diesem Reflexionsprozess geschuldet.
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Gemeinsam am Leitbild Kirchenkreis gearbeitet

Von Karsten Schulz im der Neues Westfälischen vom 06. Februar 2017

Workshop in Rahden: 90 Mitglieder der 19 Kirchengemeinen und Vertreter der synodalen Dienste kamen ins Rahdener Gemeindehaus. Viel Engagement und anregende Diskussionen

Lübbecker Land. Britta Mailänder, Pfarrerin der Kirchengemeinde Nettelstedt, arbeitet in der Leitbildgruppe des Kirchenkreises mit. Sie geht mutig voran und fasst in persönlichen Worten zusammen, warum sie gerne und intensiv an einer Neukonzeption des Kirchenkreises mitarbeitet. "Ich bin hier, weil ich gerne eine Kathedrale bauen möchte - die Konzeption des Kirchenkreises. Wir haben zwei sehr kreative Workshops, die uns weiterbringen. Die Entwicklung eines Leitbildes fällt sicherlich nicht vom Himmel." Das sagte sie im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Rahden und gab mit ihrer letzen Äußerung die Aufgabenstellung gleich vor. Vier Stunden lang kamen rund 90 Vertreter der 19 Kirchengemeinden und synodalen Dienste im Kirchenkreis Lübbecke zusammen, um vor allem die Leitbild-Diskussion und das theologische Fundament voranzubringen.

Dabei gingen die Teilnehmer methodisch in unterschiedlicher Weise mit der Thematik um. Zunächst sollten sich die Tischgemeinschaften, die im Gemeindehaus zusammensaßen, kreative Gedanken machen. Zwei Fragestellungen galt es mit Stift, Schere, Klebe-Stift und verschiedensten Materialien umzusetzen. Dafür erhielten die Teilnehmer eine Stunde Zeit. Schnell merkte man, dass an den Tischen heftig diskutiert wurde und anschließend der Kreativität freien Lauf gelassen wurde. Zwei vorgegebene Fragen galt es zu beantworten: Was bauchen wir als Gemeinde vom Kirchenkreis? Und was braucht der Kirchenkreis von der Gemeinde? Die so entstandenen ganz unterschiedliche Kunstwerke wurden abfotografiert, anschließend gesammelt und sollen schließlich von der Leitbild- und Projektsteuerungs-Gruppe ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden später dem Kreissynodal-Vorstand (KSV) unterbreitet, der wiederum der Synode berichten wird.

Ähnlich vorgegangen wird auch beim letzten Arbeitsschritt des Workshops an diesem Tag. Dabei trafen sich die Teilnehmer zum "World-Café". Drei Mal wechselten die Tischgemeinschaften, die jeweils 20 Minuten lang gemeinsam bestimmte Fragen beantworten sollten. Dabei durften jeweils in einer anderen Farbe die Antworten einfach auf die Tischdecke geschrieben werden. Auch diese wurden wieder eingesammelt, um sie anschließend auszuwerten. ¦Bericht folgt.
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