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Lübbecke, den 12. August 2026
Die Partnerschaft zwischen dem Evangelischen Kirchenkreis Lübbecke und dem tansanischen Partnerkirchenkreis Bweranyange lebt von konkreten Projekten. Jetzt konnte Andrea Schäffer vom kreiskirchlichen Tansania-Partnerschaftsausschuss ehemaliges Abendmahlsgeschirr aus dem Thomas-Gemeindehaus der Kirchengemeinde Lübbecke entgegennehmen. Was hier nicht mehr benötigt wird, kommt in Tansania dankbar zum Einsatz.
Während in Deutschland vielerorts Kirchengemeinden zusammengelegt werden, wächst die Kirche im Partnerkirchenkreis Bweranyange weiter. Neue Gemeinden entstehen, weil die bestehenden Gemeinden zu groß geworden sind und deshalb geteilt werden. Für diese jungen evangelischen Gemeinden fehlt häufig die notwendige Ausstattung für die Feier des Heiligen Abendmahls.
„Es ist eine wertvolle Gabe, dass Abendmahlsgeschirr, das bei uns nicht mehr genutzt wird, an unseren Partnerkirchenkreis weitergegeben werden kann. So kann das Heilige Abendmahl auch dort würdevoll gefeiert werden“, freut sich Andrea Schäffer.
Neben der Unterstützung der tansanischen Kirchengemeinden ist auch die Bildungsförderung ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft. Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres in Tansania wird für viele Familien erneut das Schulgeld fällig. Rund 300 Euro müssen pro Halbjahr aufgebracht werden – eine Summe, die für viele Familien kaum zu bezahlen ist.
Seit vielen Jahren unterstützen einzelne Menschen und mehrere Kirchengemeinden aus dem Kirchenkreis Lübbecke deshalb Schülerinnen und Schüler in Bweranyange. So stellen die Kirchengemeinden beispielsweise jährlich 50 Cent pro Gemeindeglied zur Verfügung.
„Mit diesem Geld werden Stipendien für Kinder und Jugendliche finanziert, deren Familien sich den Besuch einer weiterführenden Schule nicht leisten können“, erzählt Schäffer. Welche Schülerinnen und Schüler die Unterstützung erhalten, entscheidet der Kirchenvorstand vor Ort, der die Lebenssituationen der Familien genau kennt.
Auf diese Weise können jedes Jahr etwa zehn junge Menschen eine weiterführende Schule besuchen. Der Bedarf ist jedoch deutlich größer. So hofft beispielsweise die 15-jährige Lisa auf Unterstützung. Ihr Vater arbeitet als Tischler, erzielt jedoch nur geringe Einnahmen, die Mutter verdient etwas Geld mit Näharbeiten. Gemeinsam müssen die Eltern vier Kinder versorgen.
Auch eine alleinerziehende Mutter mit zwei schwer beeinträchtigten Kindern bittet um Hilfe für ihren 16-jährigen Sohn, der nach dem erfolgreichen Abschluss der weiterführenden Schule nun die gymnasiale Oberstufe besuchen könnte. Für die Familie ist seine Ausbildung die große Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
„Nicht alle Anfragen können erfüllt werden. Umso wichtiger sind zusätzliche private Spenden, die über die Kirchengemeinden gezielt für das Schulgeld von Kindern und Jugendlichen in Bweranyange weitergeleitet werden können“, sagt Schäffer.
Dass die Unterstützung nachhaltig wirkt, zeigen zahlreiche Beispiele. Lisa schickt nach jedem Schulhalbjahr voller Stolz ihr Zeugnis nach Lübbecke und dokumentiert damit ihren Lernerfolg. Andere ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten arbeiten heute als Pastor, Lehrerin oder Juristin und gestalten die Zukunft ihres Landes aktiv mit.
Schäffer: „So wird aus einer Spende aus dem Kirchenkreis Lübbecke weit mehr als finanzielle Hilfe. Sie eröffnet jungen Menschen Perspektiven und trägt dazu bei, ihre Zukunft nachhaltig zu verändern.“

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