Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Ein feste Burg in vielen Stimmen – Lübbecke feiert die Nacht der Chöre

Karsten Schulz


Im und vor der St.-Andreas-Kirche ließen 350 Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker den Reformationstag auf vielfältiger Weise erklingen. 

Lübbecke, den 05. November 2025

Martin Luther selbst hätte große Freude daran gehabt, was sich am Tag seines Thesenanschlags viele hundert Jahre später in der 1000-jährigen Lübbecker Andreaskirche ereignete. Mehr als 350 Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker aus allen Teilen des Evangelischen Kirchenkreises Lübbecke waren von der Kreiskantorin Rina Sawabe ins Gotteshaus eingeladen worden.

Ehrenamtliche aus der örtlichen Kirchengemeinde hatten dafür gesorgt, dass sich auch rund um die „Nacht der Chöre“ am Reformationstag noch so einiges auf dem Vorplatz der St.-Andreas-Kirche bis hin zum Gemeindehaus tat. Eine Jazzformation hatte sich am Eingang des Gemeindehauses platziert und sorgte mit entsprechender Musik für gute Stimmung während der Pausen. So herrschte an diesem Abend bis in die Nacht hinein ein lebhaftes Kommen und Gehen.

Im festlich beleuchteten Kirchenraum hatten sich nicht nur die Mitglieder der Chöre niedergelassen, sondern vor allem auch viele Gäste aus der ganzen Region. Zum Einsingen und zur Vorbereitung war das in der Nachbarschaft liegende Gemeindehaus bereitgestellt worden, sodass auch von dort immer wieder Chorgesang erklang. In drei Podien, die zeitlich genau ausgearbeitet worden waren, traten die sehr unterschiedlich geprägten Chöre mit einem vielseitigen Repertoire auf.

Den Auftakt machte der Lübbecker Posaunenchor, der zugleich eine Tradition wieder aufnahm und die hereinströmenden Zuhörer musikalisch begrüßte – wie sollte es an einem solchen Tag auch anders sein – mit dem Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Nach einer kurzen Andacht, die von der stellvertretenden Superintendentin Barbara Fischer gehalten wurde, sang die versammelte Gemeinde diesen Choral noch einmal gemeinsam mit dem Posaunenchor, der sich inzwischen im Chorraum niedergelassen hatte. Fischer hielt anschließend ihre Ansprache zu eben diesem Liedtext und gab einen kurzen geschichtlichen Rückblick auf das Geschehen vor vielen hundert Jahren in Wittenberg.

Der Choral sei immer wieder als Trotz- und Trostlied in Zeiten der Bedrängnis gesungen worden. Mit ihm – und in der Gemeinschaft mit allen anderen – könne die Frage beantwortet werden, wo man heutzutage angesichts der Bedrohungen in der Welt – sie nannte hier explizit den Ukraine-Krieg – noch Hoffnung finde. Fischer sagte: „Da ist einer, der uns Menschen nicht ins Bodenlose fallen lässt.“

Sie lud ein zu einer musikalischen Reise durch den Kirchenkreis – und die erwies sich in der Tat als äußerst abwechslungsreich und voller Überraschungen. Sogar zwei neue Chöre waren hinzugekommen, um eine maximal viertelstündige Kostprobe aus ihrem Repertoire zu präsentieren.

Auch die Art und Weise der Darbietung war sehr unterschiedlich. Die meisten Chöre wurden von ihrem Chorleiter oder ihrer Chorleiterin am Klavier begleitet, manchmal kam noch eine Gitarre hinzu. Viele überzeugten auch mit einer hervorragenden Intonation im A-cappella-Gesang. Einige hatten Vorsängerinnen, Vorsänger oder Solistinnen und Solisten aus den eigenen Reihen „mitgebracht“. Insgesamt traten 14 Vokalensembles aus allen Teilen des Kirchenkreises auf, die an die guten Erfahrungen der Vorgängerveranstaltungen anknüpften. Es gab eine bunte Mischung aus Klassik und Pop, Gospel und neuen geistlichen Liedern.

Der Dank der stellvertretenden Superintendentin galt vor allem der neuen Kreiskantorin Rina Sawabe, die diese Mammutveranstaltung hauptverantwortlich organisiert hatte und dabei von vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Andreasgemeinde unterstützt wurde. So erhielt sie aus der Hand von Barbara Fischer eine große Tafel Schokolade. Nach mehr als fünf Stunden des Musizierens und Feierns beendete Sawabe schließlich die „Nacht der Chöre“ mit dem Abendlied „Bleib bei mir, Herr, der Abend bricht herein“ und einem Friedenssegen.