Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Cantilena- Konzert für Orgel und Panflöte begeisterte in der St. Andreaskirche Alswede

Pfarrerin i.R. Christine Scheele



Alswede, den 2. August 2026

Cantilena- ein mittelalterliches Wort für ein gesungenes Gedicht benannte das Thema des Konzertes. In ihm wurde deutlich, wie eng die Instrumente Orgel und Panflöte mit der menschlichen Stimme verbunden sind. Im Mittelpunkt standen die barocken Schwergewichte Telemann, Händel und Bach. Den Abschluss bildeten Rheinberger und Mozart.

Erlebte man die Organistin Rina Sawabe im Eröffnungskonzert als Solistin, so beeindruckte sie in diesem Konzert vor allem durch einfühlsame Begleitung. Nur in dem Trio suuper von Bach erlebte man sie als Solointerpretin.

Am Morgen konnte man Sawabe im ZDF Fernsehgottesdienst sehen und hören.

Bis auf den letzten Platz füllte sich die Alsweder Kirche mit dem Publikum, die Programme waren schnell vergrifffen. Es genoss ein abwechslungsreiches, fröhliches und heiteres Programm. Sebastian Pachel spielte wunderschön Panflöte und zeigte, wie sehr dieses Instrument das klassische Repertoire erweitert. Neben dem perfekten professionellen Spiel, das mit fröhlicher Leichtigkeit zur Aufführung kam, begeisterte er auch mit kurzweiligen Einführungen zu den Stücken und zum Instrument. Er erinnerte an Georg Zamphir, der die Panflöte in den 80 er Jahren populär machte. Das war keine Weltmusik ala „El condor pasa“, sondern hochpräzise Klassik vom Feinsten. Er zeigte die Spielweise, die Art, wie der Atem mit der Panflöte zum Klang wird anhand einer Wasserflasche, auf die er blies. Auch das geschah professionell. Er konnte der Flasche nicht nur einen Ton entlocken, sonder spielte die Melodie „Hänschen klein“. Ein ist Meister darin Atem in Töne zu wandeln , so dass ein Atemraum desKlanges entstand.

Es war ein kurzweiliges Konzert, das die gute Laune der Sommerzeit unterstrich und die Menschen vielleicht etwas fröhlicher machten.

Das Konzert begann mit Telemanns Partita in e-moll. Zunächst klangen sanfte Melodien, im Anschluss ging es viruos weiter, die Orgelbegleitung glich einem fröhlichen Tanz. Das Zusammenspiel war zuweilen rasant, wie ein Flug durch die Tonwelt.

Das Largo von Händel zeichnete sich durch eine weite ruhige Melodie aus. Die Orgel begleitete einen Spaziergang den Berg hinauf.

In der Triosonate von Bach spielte die Orgel neben der Begleitung die 2. Flöte. Pachel blies virtuos mit abwechslungsreichem Rhythmus. Als ob man einen Stein ins Wasser klatchen hört und das Springen über die Wasseroberfläche beobachten konnte.

Die sich anschliessende Arie „Schafe können sicher weiden, wo ein guter Hirte wacht“ war schön mit Orgelstimme und Panflöte umgesetzt.Die Orgel spielte die Melodie, weich und eindringlich.

Das Orgelsolo „Allein Gott ind der Höh sei Ehr“ zeichnete sich durch ein zurückhaltendes Spiel aus. Daraus ergab sich auch eine zurückhaltende Klangfülle.

Die „Cantilena“ von Rheinberger klang innig, durchdringend und zart, wie ein Wiegenlied. Hier hörte man deutlich, dass die Instrumente fein aufeinander abgestimmt waren, wie man sich zuhörte. Das Publikum dankte mit Momenten von Stille.

Am Schluss feuerte Mozarts „Exultate jubilate“ ein fröhliches Feuerwerk ab. Man spürte die Spielfreude, die wie ein unschuldig, schelmisches Kinderlachen unmittelbar berührte. Das bekannte Halleluja kam als Abschluss durchdringend an.

Das Publikum dankte mit langem Applaus, von der Kirchengemeinde dankten Dr. Hartwig Schwier und Organist Christoph Heuer mit einem Blumenstrauss für das schöne Konzert.

Als Zugabe begeisterten die Musiker mit „Air“ von Bach.

Es war ein fröhliches Konzert, in dem Virtuosität und Aufeinander Hören im Mittelpunkt standen. Die Orgel wirkte zurückhaltend und diente so dem Gesamtklang.