Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Frühjahrstreffen der Frauenhilfen

Aus der Last des Lebens neue Kraft schöpfen - Frühjahrstreffen der Frauenhilfen und Abendkreise sorgte mit Gesang, Geselligkeit, Musik und Information für abwechslungsreiche Stunden

Anja Schubert


Pfarrerin Gisela Kortenbruck, Referent Hartmut Gebauer sowie Margarete Jürgensen, Pfarrerin Heidrun Rudzio, Doris Hegeler, Gisela Gräber und Pfarrerin Sabine Heinrich vom Bezirksvorstand der Frauenhilfen sorgten für ein gelungenes Frühjahrstreffen.

Frotheim/Altkreis Lübbecke. Traditionell bildet das große Frühlingsfest für die Frauen der Frauenhilfen und Abendkreise des Kirchenkreises Lübbecke den gemeinsamen Schlussakkord auf Bezirksebene vor den Sommerferien. 120 Teilnehmerinnen konnte Gisela Gräber am Mittwoch zu einem abwechslungsreichen Nachmittag mit Musik und Besinnlichkeit, Geselligkeit und Information im Frotheimer Birkenhof begrüßen, den sie in gewohnter Manier mit einem Gedicht eröffnete.


Kleine Steine verteilte Pfarrerin Gisela Kortenbruck als Erinnerung an den geselligen Nachmittag.

Das Thema „Steine“ stellte Pfarrerin Gisela Kortenbruck in ihrer Andacht in den Mittelpunkt, die sie selbst mit ihren Kolleginnen, den Pfarrerinnen Heidrun Rudzio und Sabine Heinrich auf der Gitarre musikalisch gestaltete. Die gegenständliche Thematik des Steines, die jedoch auch symbolhafte Bedeutung gewann, veranlasste die Pfarrerin aus der Alt-Espelkamper Gemeinde dazu, kleine Steine zur Erinnerung an die Gäste zu verteilen. Mit der Erzählung „Die Steinpalme“, einer Legende aus der Sahara, machte Kortenbruck deutlich, dass man oftmals wie die Palme unter der Last eines Steines unter der Last des Lebens zu zerbrechen drohe. „Ein Stein, der uns auf der Seele liegt, nimmt uns die Lebensenergie und bremst uns aus.“ Das Leben mit seinen Lasten als Herausforderung anzunehmen, den Lebenswillen entgegen aller Widerstände zu bewahren und aus dem Schicksal heraus neue Stärke zu entwickeln, sei das, was den Menschen mit dem Glauben an Gott und an die Auferstehung Jesu Christi gelänge. Mut zum Leben, Erfahrungen, die einen bis an die Grenzen seiner Kraft brächten, als neue Chance zu begreifen und zu nutzen, vermittelte die anrührende Legende den Zuhörerinnen.


Das Veeh-Harfenorchester Lemförde sorgte musikalisch für Frühlingsstimmung.

Nach einem geselligen Plausch bei Kaffee und Kuchen und musikalische Umrahmung durch das Veeh-Harfenorchester Lemförde, das unter Leitung von Gisela Renzelberg mit zarten Klängen unverkennbare Leichtigkeit des Frühlings spürbar machte, warf Gastreferent Hartmut Gebauer, beim Kirchenkreis Lübbecke für die evangelische Erwachsenenbildung verantwortlich, einen Blick auf das Altern. „Alt werden ist keine Krankheit“, so das Motto seines Vortrages, der eines ganz deutlich herausstellte. Nicht nur an Beispielen aus Pipi Langstrumpf zeigte Gebauer, dass das Altern ist ein Prozess ist, der noch vor der Geburt beginnt. „Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen“, drückte er mit den Worten Nietzsches aus, dass Beschwerden im Alter nicht unbedingt alterstypische Krankheiten seien.



Auch habe sich das Bewusstsein der Menschen gewandelt. Gebauer weiter. „Im Rahmen einer Befragung von Menschen über 60 Jahren antworteten vor 50 Jahren zwei Drittel, sie fühlten sich alt. Heute ist es nur noch ein Drittel, das sich wirklich alt fühlt. Die anderen zwei Drittel sehen es positiv und sagen sich: Ich fühle mich im Herzen jung.“ Einer kritischen Betrachtung unterzog Gebauer zudem die Frage, ob es für die Harmonie von Körper, Geist und Seele wirklich förderlich sei, dem so genannten „Anti-Aging“ nachzugehen oder den natürlichen Alterungsprozess annehmen.


120 Frauen nahmen an der geselligen Zusammenkunft im Frotheimer Birkenhof teil.

Rund 1200 Mitglieder sind in den 25 Frauenkreisen des Kirchenkreises Lübbecke organisiert. Schon jetzt wies Gisela Gräber auf das Herbsttreffen hin, das nach dem Erfolg im vergangenen Jahr wieder einen besondern gemeinsamen Auftakt nach den Sommerferien bietet: „Am 31. Oktober beginnen wir mit einem Abendmahlgottesdienst in der Wehdemer Kirche. Anschließend treffen wir uns zum geselligen Beisammensein im Stemweder Hof.“