Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Levern

 

Größe 58,15 km²
Gemeindemitgliederzahl 2901 (Juni 2016)

Gemeindebüro
Sekretärin Ulrike Tönsing
Im Alten Stift 6
32351 Stemwede
Tel.: 05745/2194
Fax: 05745/1581
levern@kirchenkreis-luebbecke.de

Öffnungszeiten
Levern: Mi und Fr 10-12 Uhr, Mo 16-18 Uhr


Gottesdienst
Sonntag 10.00 Uhr
Gottesdiensttermine:« hier«

Kirchenmusik:
Olga Rust
Telefon: 05745-300314

Manfred Südmeier           
Telefon: 05745-911901 

Pfarrer


Pfr. Ralf Finkeldey
Im Alten Stift 4
32351 Stemwede

Tel.: 05745/911267

Friedhöfe

In Levern gibt es einen kirchlichen Friedhof

 

Karte Levern


Evang.-Luth. Kirchengemeinde Levern

Im Alten Stift 6
32351 Stemwede
Tel: 05745/2194

Thomas Horst

"Eine Ära geht zu Ende"


Pfarrer Thomas Horst Bild: Joer Spreen - Ledebur


450 Gläubige verabschieden sich von Pfarrer Thomas Horst

Von Joern Spreen-Ledebur

Stemwede-Levern. Selten kommen heute derart viele Gäste in die Kirche. Zu Weihnachten vielleicht. Oder zu einer Konfirmation. Aber zu einem Gottesdienst anlässlich der Verabschiedung eines Pfarrers? In Levern war das am Sonntagabend der Fall. Rund 450 Gemeindeglieder waren zu Gast bei der Verabschiedung von Pfarrer Thomas Horst. 28 Jahre wirkte er in der Gemeinde. Nicht viele Pfarrer in der Leverner Kirchengeschichte können auf eine so lange Amtszeit zurückblicken.
Thomas Horst steht auf der Kanzel. Wohl einige hundert Male stand er in den vergangenen 28 Jahren hier. Anders als sonst halt er aber keine Predigt. Im Mittelpunkt steht ein ganz persönlicher Rückblick auf 28 Jahre in Levern und sein bisheriges Leben.
Und an jenem Tag hat er mehrere Gründe, auf diesen Tag zu schauen: Am 1. Juni 1956 wurde er in Herford geboren. Am 1. Juni 1986 führten ihn der damalige Superintendent Paul-Gerhard Tegeler und der damalige zweite Leverner Pfarrer Egon Stellbrink in sein Amt ein. Am 1. Juni dieses Jahres verabschiedet sich Thomas Horst aus dem aktiven Dienst in der Gemeinde.
Neben den rund 450 Gemeindegliedern sind auch mehrere Pfarrer aus den umliegenden Gemeinden dabei.
Launig und mit dem ihm eigenen Humor lässt der Seelsorger 28 Jahre am Stiftshügel Revue passieren. Verabschieden wolle er sich von den Gemeindegliedern - und deshalb tritt auch kein Chor auf. Gesungen wurde dennoch - ganz ohne Begleitung. Eingebettet in die Worte des Seelsorgers erschallt ein mehrere 100 Stimmen zählender Chor, der bekannte Kirchenlieder anstimmte. Singen wie zu Luthers Zeiten.
Seinen Werdegang lässt der Pfarrer Revue passieren. Das Abitur in Herford, die ersten Stunden an einer Orgel, die erste Zeit als Student der Theologie in Göttingen. Nach dem dritten Semester nahm Horst in einer Göttinger Nachbargemeinde seine Organisten-Tätigkeit auf. Jedes Mal sei er mit dem Fahrrad dorthin gefahren.
"Aber ich bin nie krank geworden." Es folgten Studienjahre in Münster, das Vikariat. Und über Umwege verschlug es Thomas Horst ins Lübbecker Land.
Er berichtet von seiner ersten Taufe, seiner ersten Beerdigung in Levern. Er taufte Maren Obernolte, beerdigte Auguste Wiedemann. Die Zions-Kapelle wurde errichtet. Mit einem weißen Käfer sei er unterwegs gewesen, der CVJM habe ihm zum Dienstantritt eine gute Landkarte geschenkt - versehen mit jedem Haus und der dazugehörigen "richtigen" Hausnummer. Als er die Hausnummern gekannt habe, da seien sie 1993 zugunsten der Straßennamen abgeschafft worden - auch in Hollwede.
Da ist Gelächter im Gotteshaus zu hören, die launige Rede kommt an. Die Gläubigen finden sich in den Worten des Seelsorgers wieder. Thomas Horst erinnert an die Basare, die auch der Kirchensanierung dienten. Er spricht über die Restaurierung der Stiftskirche in den 1990er Jahren. Und er berichtet, dass da in der Zions-Kapelle auch geheiratet wurde. "Meine Frau und ich taten das". Als er nach Levern kam, sei er Single gewesen und habe viele gute Ratschläge bekommen. Die Gäste schmunzeln.
Thomas Horst erinnert an die vielen Aktivitäten in der Gemeinde, an Presbyterwahlen und Ausflüge. Es ist eine beachtliche Rede, die 28 Jahre Gemeinde-Geschichte streift. Auch Theater habe man gespielt. "Nicht nur Pastoren-Theater, sondern richtiges Theater", sagte er und erinnert an die Stücke, die Ereignisse aus der Leverner Geschichte aufgreifen.
Er blickt zurück auf die vielen Konzerte in der Stiftskirche, unter anderem mit Ivan Rebroff und Angelika Milster. Nie habe man da zugebuttert. Im Gegenteil. Für die Kirche und die Gemeindearbeit sei da immer etwas übrig gewesen.
Thomas Horst dankt allen Menschen, die ihn "getragen, ertragen und unterstützt haben". Kirchmeister Friedrich Nobbe bewertete es als Glücksgriff, dass das Leverner Presbyterium im Frühjahr 1986 "den jungen Pfarrer Thomas Horst aus Herford" wählte. Maßgeblich habe der sich in seiner Amtszeit um etwa um die Sanierung der Kirche gekümmert. Mehr geleistet als erwartet habe Thomas Horst, so Nobbe. Der Pfarrberuf sei für ihn Berufung gewesen. Berührt habe ihn, wie Horst Menschen Trost gab, wenn es denen nicht so gut ging, so der Leverner Kirchmeister.
Die Twiehauser Kapelle habe Thomas Horst vor der von der Kirchenleitung angeregten Schließung gerettet - und mit seiner Frau Elfriede in der Kirchengemeinde auch sein persönliches Glück gefunden. "Eine Ära geht zu Ende", zieht Nobbe Bilanz. Tiefe Spuren habe Thomas Horst in Levern hinterlassen. Er hoffe, dass der Seelsorger in Levern wohnhaft bleibe und sich weiter sowohl im Team Erlebnisführungen des Heimatvereins als auch im Stiftschor engagiere.
Thomas Horst lädt die Gemeinde zum Imbiss ein. Auch da ist die Schar derer groß, die ihm alles Gute wünschen. Vom Presbyterium bekommt er einen Apfelbaum geschenkt - eine dauerhafte Erinnerung an einen für ihn besonderen 1. Juni.



Gemeinde verabschiedet Pfarrer Horst
Leverner Seelsorger geht in den Ruhestand – viele Erinnerungen an die 28-jährige Amtszeit

Levern(WB). Pfarrer Thomas Horst ist an seinem 58. Geburtstag in den Ruhestand gegangen. Viele hundert Gäste sind am Sonntag in die Leverner Stiftskirche gekommen, um ihn zu verabschieden.
Von DetlefHillekes
Auf den Tag genau war Horst 28 Jahre lang Seelsorger in der Kirchengemeinde Levern gewesen. »Ich möchte es heute machen wie die Sonnenuhr. Ich zähle nur die schönen Stunden«, sagte der Pfarrer zu Beginn des Gottesdienstes, den er ganz bewusst ohne Organist sowie Gesangs- und Posaunenchor gestaltet hatte. »Ich möchte mich heute Abend nicht von einem einzelnen Chor und nicht von einem einzelnen Gemeindekreis verabschieden, sondern vom Gemeindedienst«, betonte Horst.
Einen kleinen Wunsch erfüllte sich der Pfarrer an seinem Geburtstag. Er ließ ein leeres Heft in der Kirche herumgehen, in dem jeder Gottesdienstbesucher zur Erinnerung an diesen Tag unterschreiben sollte. Hoch oben von der Kanzel sprach er über sein Leben und erinnerte sich an die schönen Stunden in seiner langen Dienstzeit in Stemwede. Es habe gelegentlich auch weniger schöne Stunden gegeben, bemerkte der Pastor. Die von ihm ausgesuchten Lieder sang Pfarrer Horst mit den Gästen in der voll besetzten Stiftskirche. Im Rückblick auf sein Leben kamen ihm allerlei Gedanken sowie Geschichten in den Sinn, die er heiter und in seiner ganz besonderen Art – unterbrochen oft von viel Applaus – vortrug. Gut im Gedächtnis ist dem Seelsorger auch die Anfangszeit als Gemeindepfarrer in Levern geblieben. Mit einem weißen VW-Käfer kam der unverheiratete Thomas Horst damals nach Levern, wo er seine Frau Elfriede kennen lernte, die ihn bis heute noch immer tatkräftig in seinem Beruf unterstützt.
Von den vielen Anekdoten und Geschichten, die Thomas Horst an diesem für ihn so besonderen Abend vortrug, waren die Kirchenbesucher sichtlich erfreut. Auch in der Gemeinde selbst wurden dadurch zahlreiche Erinnerungen wieder geweckt.
Zum Abschlussgottesdienst waren auch Kollegen, Freunde und Bekannte nach Levern gekommen. Den Grußworten von Friedrich Nobbe vom Leverner Presbyterium sowie des nicht anwesenden Superintendenten Dr. Rolf Becker (von Ingrid Hölscher, Presbyterium, übermittelt) war zu entnehmen, wie beliebt Pfarrer Thomas Horst in seiner Kirchengemeinde immer war.
Mit einem großen Blumenstrauß bedankte sich Nobbe bei Elfriede Horst für die jahrelange Unterstützung ihres Mannes. Gemeinsam ging es mit den Gottesdienstteilnehmern ins benachbarte Gemeindehaus, wo Thomas Horst alle zu Bratwurst mit Salat und Getränken einlud. Bei jedem einzelnen bedankte sich Pfarrer Thomas Horst mit einem kräftigen Händedruck oder einer liebevollen Umarmung und nahm auch Glückwünsche zu seinem Geburtstag entgegen.
Der Leverner Posaunenchor spielte unter der Leitung von Manfred Südmeyer vor dem Gemeindehaus ein Geburtstagsständschen für den Pfarrer.
WB 3.6.