Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Taufkleiderausstellung in Rahden

Ausgezeichnete Resonanz - Taufkleidausstellung beeindruckte nicht nur Gottesdienstbesucher
Mühen der Vorbereitung haben sich gelohnt



Text und Fotos: Anja Schubert


Rahden. Sie sind ein Stück christlicher Familientradition. Die Taufkleider, die in der Vorweihnachtszeit in der Rahdener St. Johannis-Kirche in Augenschein genommen werden konnten. Eine Ausstellung der historischen Gewänder in einem Gotteshaus – macht das Sinn, wie wird solch eine Veranstaltung von der Bevölkerung auf- und angenommen? Fragen die sich Organisator Pfarrer Stefan Thünemann (foto oben links) und sein Team bei den Vorbereitungen immer wieder stellten. Fast ein Jahr verging von der Planung bis zur Ausstellungseröffnung.
Das Weihnachtsfest liegt schon wieder einige Wochen zurück, und wenn jetzt die letzten Vitrinen abgebaut und verstaut werden, ist noch immer Begeisterung bei den Aktiven zu spüren. „Die Resonanz war ausgezeichnet“, freute sich Pfarrer Stefan Thünemann, dass die Mühen nicht vergebens waren. Rund 300 Besucher zählten die Ehrenamtlichen anhand der Einträge im Besuchertagebuch bis zum vierten Adventssonntag. Die ständige Präsenz des Weihnachtsmarktes hatte viele Bürger verleitet, in die Ausstellung hineinzuschnuppern. „Doch aus von weiter her kamen Menschen, eigens um die ausgestellten Kleider zu bewundern“, so der Rahdener Gemeindepfarrer. Hinzu kamen die Besucher der Adventskonzerte sowie die Besucher der sonntäglichen Gottesdienste, die allesamt von Taufen gekrönt wurden. Hierbei ließ sich hautnah verfolgen, wie sich der „Tauflook“ im Laufe der Jahre gewandelt hat.
Mehr als 20 Taufkleider hatten Bürgerinnen und Bürger für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Mit eingestickten Namen, aus einem Brautschleier oder sogar aus Trachtenschulterstücken gefertigt, teilweise sogar mit kompletter Dokumentation. Und noch zwei weitere historische Leckerbissen sorgten für begeisterte Besucheraugen: Eine Krippe, die ebenso wie ein Taufkleid aus Spitze aus dem Jahr 1896 und eine Wiege, die dem Rahdener Museumshof im Sommer als unerwartete Spende überlassen wurde (unten links). Zudem sorgte das Taufbecken der St. Johannis-Kirche aus den Jahren 1414 und 1709 für einen würdevollen Ausstellungsrahmen (unten rechts).
„Ohne unseren ehrenamtlichen Mitarbeiter der ‚offenen Kirche’, die den Wachdienst übernommen haben, hätten wir eine regelmäßige Öffnung der Ausstellung nicht auf die Beine stellen können“, so Thünemann, voll des Dankes an all jene, die zum Gelingen der Ausstellung beitrugen. Zudem brachten sich die Konfirmanden von Pfarrer Thünemann mit ihren selbst gestalteten Taufkerzen in die Ausstellungsgestaltung ein, die ihnen in diesem Jahr bei ihrer Konfirmation als Tauferinnerung ausgehändigt werden. „Zum Ende des Jahres der Taufe war die Ausstellung ein harmonisch abrundendes Highlight.“ Den vorübergehenden Spendern der teilweise hoch betagten Exponate wurde mit einer Kaffeetafel gedankt, die bei einzelnen noch einmal das Bewusstsein für vergessene Taufkleider im Schrank schärfte.