Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Reformationsgottesdienst in Rahden mit Oberkirchenrätin Petra Wallmann

Wo ist mein Platz? Reformatorisches Schwarzbrot in Rahdener Johanniskirche



Auf die Frage: „Wie kommt eine Oberkirchenrätin in den nördlichsten Kirchenkreis der Landeskirche“, antwortete Pfarrer in Ruhe Körling Lanski: "Man muss nur fragen!" Petra Wallmann, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche von Westfalen, war zum ersten Mal im Kirchenkreis Lübbecke. Sie kam auf Einladung der Kirchengemeinde Rahden. Körling Lansky, langjähriger Pfarrer in Rahden, organisiert seit 30 Jahren diese besonderen Gottesdienste zum Reformationsfest. Auch andere Mitglieder der Kirchenleitung haben bisher im Rahdener Reformationsgottesdienst gepredigt, so 1997 Landeskirchenrätin Karin Moskon- Raschick, 1999 Vizepräsident Dr. Detlev Hoffmann. Im festlichen Gottesdienst mit Posaunenchor und Kirchenchor feierte die Gemeinde das Reformationsfest. Die Predigt hielt Petra Wallmann.



"Luther ist ein neues Verständnis von Reformation aufgegangen.", sagte die leitende Theologin. Während im Mittelalter Höllen- und Teufelsdarstellungen den Blick auf die Dämonen freigab, erkannte Luther, dass Gottes Gerechtigkeit nicht nach Lohn und Strafe gehe, sondern ein Geschenk sei. "Gott macht uns gerecht, weil er gerecht ist."
Im Unterschied zur Zeit der Reformation sei heute nicht die Frage drängend: „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?, " vielmehr gehe es elementar um folgende Fragen:
„Wo ist mein Platz? Wer sieht mich? Wo ist der Sinn?“ Viele seien heute dem Sog der Nichtigkeit und Leere ausgeliefert. Daran drängt sich die Frage auf: Was hat Bestand?
In großer Sensibiliät, Nüchternheit und theologischer Brillanz erklärte sie, dass Gott aus Bindungslosigkeiten erlöse, so dass die Gottesbeziehung zur Befreiung werde. Das Himmelreich bestehe nicht darin, den Sog des Nichts nicht mehr zu spüren, das „ganze Affenspiel“ der Welt sei da. Aber durch die Gottesbeziehung „ist ein Platz frei gehalten, wird jede und jeder von Gott gesehen. Im Mahl des Herrn, haben wir unseren Platz, ... können den Hauch des Ewigen spüren.“