Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Offene Herzen und offene Türen – Dorfgemeinschaft und Gemeinde feierten 20. Geburtstag des Paul-Gerhardt-Hauses


Gestalteten den Festgottesdienst: Werner Milstein (ehemaliger Gemeindepfarrer) und Pfarrerin Gisela Kortenbruck sowie die Presbyterinnen Brunhilde Meier, Katrin Koch, und Sabine Knost.


Erfolgreich zum Mittelpunkt der Ortschaft entwickelt

Anja Schubert

ALT-ESPELKAMP. Zur Einweihung am 23. Februar 1992 kam eine große Gemeinde, auch zur Feier des zweiten Nullgeburtstages am Sonntag war das nicht anders. Mit einem festlichen Gottesdienst, vielen Gemeindemitgliedern und anschließendem geselligen Beisammensein feierte Alt-Espelkamp das zwanzigjährige Bestehen des Paul-Gerhardt-Hauses.



Antje Hartmann begleitete den Gottesdienst an der Orgel.

Zur Begrüßung erinnerte eine Beamer-Präsentation an die markanten Ereignisse in 20 Jahren Gemeindehausgeschichte. Hier sei Ein Ort der Vergewisserung hier entstanden, ein Ort, an dem Gott heimisch werden wolle, so Pfarrer Werner Milstein, der seine Festpredigt auf treffende Worte aus der Offenbahrung aufbaute: „Siehe da, die Hütte Gottes ist bei den Menschen.“



Die Bläserinnen und Bläser des Rahdener Posaunenchores sorgten für die musikalische Gottesdienstgestaltung.

Schon immer habe die Ortschaft im Schnittpunkt der beiden Städte Rahden und Espelkamp sein Eigenleben gehabt. Mittlerweile seien die ersten Kinder, die im Paul-Gerhardt-Haus getauft wurden, erwachsen, stünden im Beruf oder absolvierten ihr Studium. „Der Bau war ein Risiko, das es Wert war, eingegangen zu werden“, blickte Milstein auf die „Erfolgsgeschichte“ des Gemeindehauses zurück. „Dieser Ort sollte der Mittepunkt der Ortschaft werden und ist es geworden. Wenn ich zurückblicke, stehen mir so viele Gesichter vor Augen, die den Weg, dieses Gebäude zu erschaffen, unterstützten“, so Geistliche, der bis zu seinem Wechsel in eine Gemeinde im Hochsauerland im Herbst 2008 den Pfarrbezirk Alt-Espelkamp der Kirchengemeinde Rahden betreute. Zum Gelingen habe das enge Zusammenwirken von Kirche, Kommune und Verwaltung beigetragen. Mit dem Dorfgemeinschaftshaus nebenan und der Dorfplatzneugestaltung habe sich hier vieles aus den Anfängen weiterentwickelt. In Gegenwart und Zukunft trage man gemeinsam für den Erhalt Sorge. „Sicherlich gibt es größere und interessantere Gebäude als dieses“, gab Milstein unverhohlen zu. „Doch was dieses Haus auszeichnet ist das herzliche Miteinander, hier findet ein jeder offene Herzen und offene Türen. Es ist ein Haus, das sich über die Jahre vielerlei Nutzung erfreut. Gottesdienste, Beerdigungen und Taufen fänden hier ebenso statt wie Treffen der Frauenkreise und Senioren, der anonymen Alkoholiker, von Terre des Hommes, Konfirmanden und Kindergottesdiensthelferkreis. „Eine Stätte, wo Gott bei den Menschen ist. Über all die Jahre haben uns die Lieder Paul Gerhardts begleitet und uns mit Freude erfüllt.“ Ein Ort der Vergewisserung sei hier entstanden, ein Ort, an dem Gott heimisch werden will.“


Zahlreich zog es die Gemeindemitglieder in den Festgottesdienst.

Musikalisch umrahmten Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores Rahden unter Leitung von Wilhelm Schmalgemeier sowie Antje Hartmann an der Orgel die festliche christliche Zusammenkunft. Neben Pfarrerin Gisela Kortenbruck, in deren Händen die liturgische Gesamtleitung lag und den Presbyterinnen Sabine Knost, Karin Koch und Brunhilde Meier brachte sich auch Ortsvorsteher Wilfried Windhorst in die Gottesdienstgestaltung ein.
Als wichtiger Bestandteil des dörflichen Lebens in der Altgemeinde und für das Miteinander in diesem Bezirk der Rahdener Kirchengemeinde eingeweiht, zeugte auch die Feier des vollendeten zweiten Jahrzehnts von der engen Verflechtung zwischen Kirche, Dorfgemeinschaft und Kommune.
„Nicht ohne Grund haben wir daher in die Feierlichkeiten neben dem Paul-Gerhardt-Haus auch das Dorfgemeinschaftshaus eingebunden“, so Kortenbruck. In letzterem konnten Interessierte, neben einer mittäglichen Stärkung und geselligen Gesprächen, an mehreren Ausstellungswänden einen Blick in die Geschichte des „Geburtstagskindes“ werfen. In vielen Besuchern wurden Erinnerungen an die Anfänge des Dorfmittelpunktes und Treffpunktes aller Generationen wieder lebendig.


Mehrere Ausstellungswände im Dorfgemeinschaftshaus ließen Erinnerungen an die Anfänge des Dorfmittelpunktes und Treffpunktes aller Generationen wieder lebendig werden.