Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Nichts für Einhandsegler –

Text und Fotos: Anja Schubert



WEHE. Kirche und Gemeindearbeit ist nichts für Einhandsegler, sondern nur eine zusammenhaltende Mannschaft kann das Schiff des Glaubens auf Erfolgskurs halten. Dass dies in der Kirchengemeinde Wehe gelungen ist, konnte Pfarrer Rainer Rohrbeck nicht nur am Festgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Weher Auferstehungskirche messen.



Pickepacke voll waren Kirchenschiff und Empore des Gotteshauses am Sonntagmorgen, denn zahlreiche Gläubige hatten sich zusammengefunden, um mit Pfarrer Rainer Rohrbeck auf 50 Jahre Auferstehungskirche und ihre Bedeutung für das Gemeindeleben zurückzuschauen. „Ein Schiff das sich Gemeinde nennt“ – dieses Motto und auch gleichnamiges Kirchenlied zogen sich durch den Gottesdienst wie ein rotes Band. „unsere Kirche sieht nicht aus wie ein Schiff, aber es stand von Anfang an im Wasser“, erinnerte Rohrbeck an den Baubeginn, der vom Kampf mit dem Grundwasser geprägt war. „Das waren erste Probleme, die mit dem Bau einer großen Wanne zur Trockenhaltung des Kellers gelöst wurden. Immer wieder stellte sich über die Jahrzehnte die Frage: Wird mit unserem Gemeindeschiff alles gut gehen.“ Doch auch heute noch habe man viele Gläubige an Bord. Ähnlich der Arche Noah habe man eine Stätte geschaffen, die den Menschen Schutz und Halt, Zuflucht und Geborgenheit biete. „Unser Gotteshaus ist zu einem Ort der Trauer und Sorge, aber auch der Freude geworden, aht viele Tränen gesehen und viel Kinderlachen gehört“, so der Seelsorger. Dass Kirche und Gemeinde in Wehe voller Leben sei, darin gab die „Schiffsmannschaft“, bestehend aus Mitgliedern der einzelnen kirchlichen Gruppen, einen Einblick. Frauenhilfe, Konfirmanden, Kinderkirche, Jugendarbeit, Frauenchor, Abendkreis, . – Das vielfältige Angebot spiegelte sich nicht nur in den Worten wieder, sondern wurde auch optisch dadurch unterstrichen, dass bunte Figuren an dem großen Dekoschiff im Altarraum ihren Platz fanden. Für jene, denen die Kirche wichtig sei, obwohl sie sich keiner festen Gruppe zuordnen ließen, ergriff Jessica Stefener als letzte Braut, die im Juli in der Weher Kirche „Ja“ gesagt hatte das Wort. 184 Trauungen habe es in 50 Jahren gegeben, so Rohrbeck. „In den Gottesdiensten finden wir das Wasser des Lebens, das das Kirchenschiff trägt.“ Doch auch den Wind des Wandels ließ Rohrbeck nicht außen vor. „Demografischer Wandel, fehlender Nachwuchs, finanzielle Einsparungen – Da fragt sich mancher, ob sich das Glauben überhaupt noch lohnt.“ Kirche und Gemeinde seien Mannschaftsarbeit so sein Resümée, in der Gemeinschaft von Glauben getragen zu werden, ganz besonders die größten Notsituationen, seien die Stunden des Vertrauens auf Gott.
Musikalisch umrahmt wurde die morgendliche Zusammenkunft vom Posaunenchor, Julia Geusch (Orgel), Annette Schepsmeier (Querflöte) und Jonas Preuss (Cajon).


Neben allen, die zu dem Gelingen dieses besonderen Festtages beigetragen hatten, dankte Rohrbeck insbesondere Helga und Carola Liechtenstein für jahrelange Hintergrundarbeit rund um das Gotteshaus sowie Pfarrersfrau Heinke Röhling, die sich an der Seite ihres verstorbenen Gatten 21 Jahre für die Gemeinde engagierte und sich auch diesen besonderen Festtag nicht entgehen ließ.
Viel Aufmerksamkeit fand im Anschluss die Ausstellung in den Räumen der Krabbelgruppe, in der zahlreiche Fotos vergangener Zeiten von der Gemeinde zusammengetragen worden waren. Ausflugs- und Konfirmandenbilder, Berichte über den Bau des Gotteshauses und des Kirchturmes weckten viele Erinnerungen bei den Weher Gemeindemitgliedern.
Auf dem Außengelände luden nach dem Kirchgang Deftiges vom Grill sowie ein mehr als 50 Salate zählendes Büfett der Weher Landfrauen und Spezialitäten der russlanddeutschen Frauen bei Posaunenklängen zur mittäglichen Stärkung ein. Zudem durften die Skulpturenausstellung Helmut Winkelmanns, das große Spielschiff, das von den Kindern vor dem großen Festumzug zu Ende gestaltet wurde, und das Insektenhotel der Konfirmanden bestaunt werden. Bis zum Eintreffen der dreizehn bunt geschmückten Erntewagen vor dem Start des großen Festumzugs durch das Dorf lockte zudem Herbert Misches „Lila Bühne“ mit dem Stück „Winnetou, wo wohnst denn du?“