Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Neue Vikarin In Tonnenheide




Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck stellte im Erntedankgottesdienst mit Mareike Heidenreich die neue Vikarin vor, die zweieinhalb Jahre das kirchliche Leben in der Tonnenheider Gemeinde mitgestalten wird. Foto: Anja Schubert


„Offen für alles, was auf mich zukommt“ - Mareike Heidenreich als neue Vikarin der Tonnenheider Gemeinde vorgestellt

Text und Foto: Anja Schubert

TONNENHEIDE. Ein neues Gesicht bereichert seit einigen Tagen die Tonnenheider Kirchengemeinde. Vikarin Mareike Heidenreich stellte sich im Erntedankgottesdienst am Sonntag in der Christuskirche der Gemeinde vor.
Nach ihrem Studium an der kirchlichen Hochschule in Bethel, im französischen Montpellier, Heidelberg und Münster hat die aus Porta Westfalica-Barkhausen stammende 27-jährige seit 1. Oktober ihre Zelte in Rahden aufgeschlagen und wird an der Seite von Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck zweieinhalb Jahre den praktischen Teil ihrer Pfarrausbildung absolvieren.
„Bei uns in Barkhausen ist Kirche noch wichtig“, erzählt die 27-jährige wie sie zu ihrer Entscheidung für den Pfarrberuf kam. „Ich war in einem evangelischen Kindergarten und auch den Konfirmandenunterricht fand ich spannend.“ Aus dem Interesse für das theologische Fachstudium entwickelte sich der Wunsch, auch seelsorgerisch tätig zu werden.
„Das damalige Gemeindepraktikum hat mich in meiner Berufswahl bestärkt, weil ich dort auch viele neue Bereiche gesehen habe. Das Vikariat gibt mir Gelegenheit, mich in neuem auszuprobieren, das zu bewältigen, was auf mich zukommt.“
Zunächst wird Mareike Heidenreich an der Grundschule Tonnenheide ein Schulvikariat ableisten. Von Ende Februar wird sie sich im Gemeindevikariat unter Anleitung von Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck um die Belange der Tonnenheider Gemeindemitglieder kümmern. Dass nicht alles von Anfang an immer reibungslos klappen wird, dessen ist sich die junge Pfarranwärterin bewusst. „Ich werde positive und negative Kritik zu hören kriegen, aber ich freue mich darauf, denn daraus kann ich nur lernen.“ Nach und nach wird sie eigenständig das kirchliche Leben mitgestalten, Gottesdienste und Amtshandlungen, seelsorgliche Gespräche und Gruppentreffen übernehmen,. Begleitet wird die Ausbildung von Kurswochen im Predigerseminar in Wuppertal.
Offen für alles neue, was auf sie zukommt, freut sich Mareike Heidenreich besonders auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. „Man kann in diesen Altergruppen heutzutage das Wissen um den christlichen Glauben nicht mehr so voraussetzen wie früher“, sagt sie. Tauferinnerungsgottesdienste, wie sie in der Gemeinde gefeiert werden haben bereits ebenso ihr Interesse erweckt wie neue Modelle für die Konfirmandenzeit.
Wie ein Sechser im Lotto
Auch Micaela Strunk-Rohrbeck, freut sich, die junge Vikarin bei der Ausbildung in ihrer Gemeinde begleiten zu können. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, macht Tonnenheides Gemeindepfarrerin auf den spärlich gesäten Pfarrnachwuchs aufmerksam. Mit Mareike Heidenreich traten lediglich acht weitere Vikarinnen und Vikare ihren Dienst in ganz Westfalen an. „Lange wurde über Bedarf ausgebildet, viele junge Seelsorger fanden keine Stelle. Das erklärt die Zurückhaltung, diesen Berufsweg zu gehen“, so Strunk-Rohrbeck weiter. Doch der demografische Wandel mache auch vor dem Pfarrberuf nicht halt. „Es werden bald mehr Pfarrer gebraucht als Nachwuchs zur Verfügung steht. Wer sich im kirchlichen Raum wohl fühlt und in seinem Beruf was mit Menschen machen möchte, kann mit solch einem Studium eine gute berufliche Perspektive entwickeln.“ Strunk-Rohrbeck hofft, dass Mareike Heidenreich ihre Freude an der Gemeindearbeit auch über den vor ihr liegenden Ausbildungsabschnitt behält. „Denn nicht alle haben Lust, nach den zwei Jahren weiter zu machen und gehen in andere Bereiche.“