Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Mit fetzigen Songs das Leben und Wirken Jesu erzähl

Kleine Sänger, große Leistung
Kindergärten studierten Jesus-Musical ein / Rund 1000 Besucher in St. Johannis begeistert


VON ANJA SCHUBERT

Rahden. Der große Andrang am gestrigen Sonntag in der Rahdener St.-Johannis-Kirche kündigte es an: Es war kein normaler Gottesdienst statt, sondern etwas besonderes stand an. Die Uraufführung des „Jesus-Musicals“ mit allen Kindern der vier evangelischen Rahdener Kindergärten lockte Eltern, Geschwistern, Großeltern, Paten und Freunde sowie viele weitere Gemeindemitglieder in das Gotteshaus.
Bei rund 1.000 Gästen gab es keine freien Plätze mehr in Str. Johannis. Immer wieder spontaner und langanhaltender Applaus am Ende machte deutlich, dass die Kleinen mit ihren Erzieherinnen etwas ganz großes geleistet haben, auf das sie stolz sein können.
Woche für Woche erfahren Menschen im Gottesdienst etwas über Gottes Reich und das Wirken Jesu Christi. Doch sind das wirklich ferne Geschichten aus einem alten Buch namens Bibel? Nein. Denn das Jesus-Musical, das in den sonntäglichen Gottesdienstes in St. Johannis eingebettet war, ließ die Gleichnisse, Geschichten und Verkündigungen der Bibel auf ganz neue Art und Weise lebendig werden.



Mit fetzigen Liedern, die von Geburt, Leben und Wirken, Sterben und Auferstehung Jesu erzählten, wussten die Mädchen und Jungen der Kindertageseinrichtungen „Bärenhöhle“, „Löwenzahn“, „Sonnenstrahl“ und Pr. Ströhen zu begeistern. Zur Uraufführung des Singspiels ließen es sich auch Pfarrer i. R. Dieter Stork als Texter und Komponist Jonathan Böttcher, der am Samstag bereits die Generalprobe leitete, nicht nehmen, an der Aufführung teilzunehmen.
Wie das Musical im Gotteshaus begleitet wurde



Mit Jonathan Böttcher als „singendem Frontmann“ mit Gitarre, Leta Henderson am Keyboard und einem rund 30-köpfigen Elternchor unter der Leitung von Astrid Reinke-Witzke auf der Empore drehten die Jüngsten richtig auf und zeigten, was für ein beeindruckendes Repertoire an Liedern sie in den vergangenen Wochen mit ihren Erzieherinnen erarbeitet hatten: Mal mit sanften leisen Tönen, dann wieder laut, dynamisch und mit ausdrucksstarker Gestik.
Unterstützt wurden die Stücke von einer Beamer-Präsentation, die Christian Bremer auf zwei Großbildleinwände und das Deckengewölbe projizierte. Hier wurden Ausschnitte aus den Proben in den Kindergärten, von den Kindern gespielten Szenen und Bildern aus der Bibel gezeigt.
Immer wieder sicherten sich die Kinder für ihre Leistung und ihre Spielfreude Applaus. Gemeinsam und in kleineren Gruppen nach Kindergärten getrennt sorgten die Lieder für begeisterte Besucher, die gern in die Lieder einstimmten.
Kindergartenmutter Ilka Lorenschat und Pfarrer Roland Mettenbrink, der die Gestaltung des Gottesdienstes übernahm und die Idee für die Umsetzung eines Musicals lieferte, lasen eigens für die Aufführung verfasste Texte.
„Für Jesus sind wir alle einzigartige Schätze und Perlen. Streit sollen wir mit Vernunft und nicht mit Gewalt begegnen. Es gibt keine Feinde, wir sind alle Geschwistermenschen, die einander helfen sollen. Vertrauen auf Gott bringt uns auf den rechten Weg.“
Das waren nur einige Erkenntnisse, die die Gottesdienstbesucher mit nach Hause nehmen konnten, als die Kinder den musikalischen Verkündigungsteil beendeten. Darüber hinaus verteilten die Mädchen und Jungen zum Ende kleine Anstecker mit dem Fisch als Zeichen des Christentums am Ausgang des Gotteshauses.
Nw 28.2.2011

Neue Gottesdienst-Form kommt an
Viele Besucher - Jesus-Singspiel feiert Premiere in der Rahdener St.-Johannis-Kirche


Von Cornelia Müller
Rahden (WB). Kein Gesangbuch, keine Predigt, keine feierliche Liturgie und trotzdem »ein richtiger Gottesdienst, weil Jesus im Mittelpunkt steht« (Pfarrer Roland Mettenbrink): Am Sonntag ist in der St.-Johannis-Kirche das Jesus-Singspiel »Gott kommt auf die Erde« uraufgeführt worden.
Die Rahdener Kirche war so voll wie sonst nur zu Weihnachten. Knapp 1000 Gläubige waren gekommen, um sich das Evangelium mit viel Musik und kindgerechten Worten, von denen sich auch Erwachsene angesprochen fühlen durften, verkündigen zu lassen.


Viele hatten mitangefasst, um dieses Projekt Wirklichkeit werden zu lassen: Dieter Stork und Roland Mettenbrink (Texte), Jonathan Böttcher und David Plüss (Musik), Ilka Lorenschat und Joanna Mettenbrink (Lesungen), Leta Henderson (Klavierbegleitung), Christian Bremer von Foto Pescht (Bildprojektion) und Astrid Reinke-Witzke (Leitung Erwachsenenchor).
Vor allem aber die Kinder der vier Kindertagesstätten Preußisch Ströhen, »Löwenzahn«, »Sonnenstrahl« und »Bärenhöhle«, die mit ihren Erzieherinnen schon seit Monaten auf diese gemeinsame Aufführung hingefiebert, Bilder gemalt, kleine Spielszenen gefilmt und natürlich viele, viele Lieder einstudiert hatten.
Jetzt war es endlich so weit. Abwechselnd stimmten die einzelnen Kindergärten in die Lieder ein und kommentierten Stationen aus dem Leben Jesu mit Worten, die auch die Kleinsten schon begreifen konnten: »Wenn einer dir die Fäuste ballt, sollst du sagen: Komm, hör auf mit dem Quatsch, wir wollen uns vertragen.«
Gegen die Begeisterung und Stimmkraft der insgesamt 300 Kinder, die von Leta Henderson (Klavier) und Jonathan Böttcher (Gitarre) begleitet wurden, kamen nicht einmal der 25-köpfige Elternchor auf der Empore oder die immer wieder miteinstimmende Gemeinde an. Sehr überzeugend verkündigten die Kinder die Botschaft von der Liebe Gottes zu allen Menschen.
Den Rahmen für die Lieder bildeten die kurzen Texte, die von Roland Mettenbrink, Joanna Mettenbrink und Ilka Lorenschat vorgelesen wurden. Darin wurde die Geschichte Jesu nacherzählt und noch einmal darüber nachgedacht, was seine Worte und Taten für uns heute bedeuten.
Am Ende gab es für alle Beteiligten viel Lob, vor allem natürlich für die vielen kleinen Sänger und Sängerinnen, die anderthalb Stunden lang konzentriert bei der Sache gewesen waren. »Die Kinder haben ganz toll mitgemacht« staunten Eduard und Tatjana Schell, deren Tochter Selina ebenfalls mitgesungen hatte. »Selina hatte sich schon die ganze Woche darauf gefreut.« Wie Selina erging es auch den vielen anderen Kindern, denen man ihre Freude anhörte. Gottesdienst hin oder her - zum Schluss gab es deshalb auch einen kräftigen Applaus für alle Teilnehmer.



Pfarrer Roland Mettenbrink war mehr als zufrieden: »Ein Super-Gottesdienst. So hatte ich mir das erhofft, und ich denke, da ist auch ein Funke auf die Gemeinde übergesprungen.«
WB Artikel vom 01.03.2011