Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Kirchturm Rahden



Mehr als 100 Jahre alt ist die Eindeckung des Turms der Rahdener St.-Johannis-Kirche. Die Schindeln könnten herunterfallen. Deswegen sperrt unten ein Bauzaun gefährdetes Areal ab.Foto: Michael Nichau

Pfarrer Stefan Thünemann kennt sich im Turm aus.

»Kirchturm frühestens 2014 fertig«

Sanierung des Dachstuhls und der Schindeln an der St-Johannis-Kirche erforderlich
Von Michael Nichau
Rahden (WB). Wie gefährlich ist es an der Rahdener Kirche? Ist der Turm tatsächlich einsturzgefährdet? Dieses Gerücht kursiert derzeit in der Stadt. Die RAHDENER ZEITUNG hat Gelegenheit zu einem Gespräch mit Pfarrer Stefan Thünemann gehabt.

Thünemann gibt erst einmal Entwarnung: »Der Turm stürzt nicht ein«, sagt er deutlich. Der Bauzaun rund um das Gotteshaus sei vornehmlich aus »versicherungstechnischen Gründen« errichtet worden. »Es handelt sich um ganz normale Sanierungsmaßnahmen, die hier gemacht werden müssen. Die Notwendigkeit der Baumaßnahme hat ein Ingenieurbüro aus Lippe bei einer Expertenrunde in Rahden deutlich gemacht.«
Bei diesem Gespräch sei offiziell festgestellt und festgehalten worden, dass Schindeln vom Dach der St.-Johannis-Kirche fallen können. »Wir sind also gezwungen, Schutzmaßnahmen für die Passanten zu ergreifen, sonst würden wir grob fahrlässig handeln«, erklärte Thünemann. Deswegen habe die Kirchengemeinde den Bauzaun aufstellen müssen, der nicht gerade zur Verschönerung des Stadtbildes beitrage.

Sanierung nötig
Notwenig ist die Sanierung der Eindeckung des Turmes. »Die ist mittlerweile mehr als 100 Jahre alt und muss erneuert werden«, sagte der Pfarrer, der sich mit der Kirchensanierung befasst. »Auch muss die Holzkonstruktion unter der Dachhaut teilweise erneuert und ersetzt werden.« Das alles sei bereits seit zwei Jahren bekannt. »Jetzt wird es aber dringlich«, erklärte Thünemann.
Eigentlich hätte sich die Kirchengemeinde gewünscht, dass die Baumaßnahmen schon beginnen können. »Das ist aber nicht der Fall, weil vor Beginn der Baumaßnahmen Anträge gestellt und bewilligt werden müssen. Darauf warten wir«, sagt der Pfarrer.
Und so ziehen sich die Sanierungsmaßnahmen noch etwas hin. »Wir können nur glücklich sein, dass die Sanierung des Turms bereits seit Jahren in Planung ist. Ein solches Bauvorhaben zieht sich normal über fünf Jahre hin«, meint Thünemann.

Zeitlicher Ablauf
Wie geht es jetzt weiter? »Eigentlich ist alles geregelt. Es sind noch Förderanträge offen«, sagt Thünemann. Das habe seine Ursache im Wechsel der NRW-Landesregierung. Die Behörden hätten abgewartet. »Kommen die Bewilligungen, können wir die Arbeiten ausschreiben. Das soll im Herbst erfolgen. Baubeginn ist frühestens im Frühjahr 2013. Eventuell wird noch der Sommer 2013 für Planungsaufgaben nötig sein«, erklärt Thünemann den Zeitaufwand.
54 Wochen, etwa ein Jahr habe man für die erforderlichen Baumaßnahmen einkalkuliert, so dass der Kirchturm frühestens im Herbst 2014 fertiggestellt sein wird.

Bauzaun bleibt
»Das bedeutet für die Rahdener: Der Bauzaun bleibt stehen. Später wird der Turm mit einem Gerüst versehen und die Absperrungen verschieben sich. Baufahrzeuge kommen und letztlich muss der Kirchplatz nach Abschluss der Baumaßnahmen saniert werden«, schildert Thünemann den Fortgang. »Es können also frühestens im Jahr 2014 wieder Weihnachtsmarkt oder andere Feste rund um die Kirche gefeiert werden.«
Zu den Kosten, die der Kirchengemeinde entstehen werden, wollte Thünemann vorläufig noch nichts sagen. »Wir planen wir eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Gemeindemitglieder und Bürger am 8. September, einen Tag vor dem ÝTag des offenen DenkmalsÜ«. Beginn ist um 17.30 Uhr. Am Denkmaltag wird eine Turm-Besichtigung angeboten. Mit dabei sind bei beiden Veranstaltungen auch die beiden ehemaligen Studentinnen aus Bamberg, die den Turm und seine Struktur untersucht haben.

WBArtikel vom 29.08.2012