Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Kinderkirche in Wehe

Weil Jesus Groß und Klein an seinen Tisch einlädt
Kinderkirche zum Thema „Abendmahl“ in Rahden-Wehe



Ein bisschen muss noch sortiert werden, dann stehen sie im Altarraum im Halbkreis vor mir. Ungefähr 20 Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sowie sechs Mitarbeitende. Ich nehme den goldenen Teller mit den Oblaten in die Hand und sage: „Wir feiern heute kein echtes Abendmahl, das macht man sonntags im Gottesdienst. Aber wir üben das jetzt mal wie in echt, damit ihr demnächst auch zum echten Abendmahl kommen könnt.“ Erwartungsvolle Stille um mich herum. Ich fange an, die Oblaten zu verteilen. „Das Brot des Lebens für dich!“ Die Kinder legen die Hände ineinander und warten, dass ich ihnen die Oblate hineinlege. Die andächtige Stille dauert an. Schließlich habe ich die Runde beendet. Ich stelle den Teller auf den Altar zurück und nehme den großen goldenen Kelch in die Hand. Ich gehe die Runde ein zweites Mal. „Der Kelch des Heils für dich!“ Kinderhände tauchen Oblaten in den Traubensaft. Ein- oder zweimal so eifrig, dass die Finger auch etwas abbekommen. Dann wird andächtig gegessen. Ich beende schließlich auch diese Runde. Etwa 40 Kinderaugen sehen mich an. Ich stelle den Kelch auf den Altar zurück und sage: „So ist das im Gottesdienst auch. Dann sagt der Pfarrer noch ein paar Worte aus der Bibel. Und dann verbeugt man sich, um zu zeigen, dass das gerade etwas Besonderes war.“ Ich mache eine leichte Verbeugung vor. Die Kinder machen es mir nach. „Und dann setzt man sich wieder auf seinen Platz.“ Die Kinder drehen sich um und gehen wieder zu ihren Plätzen. Bevor sie sich hinsetzt sagt eine der Grundschülerinnen noch zu mir: „Das hat gut geschmeckt. Wann bekomme ich das wieder?“
Wir haben dann noch ein Segenslied gesungen, dann war die Kinderkirche zum Thema „Abendmahl“ zu Ende.

Das Presbyterium der Kirchengemeinde Rahden hat in seiner Sitzung am 5. Dezember 2013 beschlossen, dass Kinder beim Abendmahl nicht mehr übergangen werden sollen. Ebenso wurde beschlossen, in der Gemeinde Möglichkeiten zu schaffen, Kinder mit der Feier des Abendmahls vertraut zu machen.
Auf der Basis dieses Presbyteriumsbeschlusses haben wir uns am 13. März 2015 in der Kinderkirche in Rahden-Wehe nachmittags zwei Stunden lang mit der Frage beschäftigt, warum wir Abendmahl feiern und was da eigentlich passiert.
Das zu verstehen ist gar nicht so leicht. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, das Geschehen im Abendmahl zu deuten.
Ein Aspekt liegt in der Sündenvergebung. Im Vorbereitungskreis zur Kinderkirche wurde das Abendmahl von einigen Mitarbeitenden an erster Stelle mit der Buße in Verbindung gebracht.
Ein anderer Aspekt der Abendmahlsdeutung liegt in der Erfahrung von Gemeinschaft. Mit diesem Aspekt haben wir uns auch in der Kinderkirche beschäftigt.
Die Kinder haben die Geschichte von den Emmausjüngern als ein Beispiel der Gemeinschaft von uns Menschen mit Jesus kennen gelernt. Sie haben gehört, wie diese Gemeinschaft mit Jesus und untereinander im Brotbrechen erfahrbar wird.
Das haben wir dann gleich selber ausprobiert, indem wir zusammen gegessen und getrunken und uns gegenseitig das Brot gebrochen haben.
Zum Schluss haben wir dann im Altarraum der Kirche für das richtige Abendmahl geübt. Weil Jesus uns alle an seinen Tisch einlädt, egal wie groß oder klein wir sind.