Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Kindergarten „Sonnenstrahl“ jetzt offiziell „Bewegungskindergarten“


Bewegungslandschaft sorgte für viel Spaß


(Anja Schubert)


RAHDEN. „Arme recken, Beine strecken – bei uns kann man die Welt entdecken.“ Einen schöneren Leitsatz konnte es für den Erfolg des evangelischen Kindergartens „Sonnenstrahl“ kaum geben. Die Kindertageseinrichtung am Brullfeld wurde am Sonnabend offiziell als „Anerkannter Bewegungskindergarten“ zertifiziert. Landes- und Kreissportbund überreichten in der Dreifachturnhalle des Gymnasiums diese besondere Auszeichnung.


Dichtes Gewusel am Morgen in der Rahdener Sportstätte. - Eltern, Erzieherinnen, Vertreter aus Politik und Sport sowie der Kirche als Träger der Einrichtung und - nicht zuletzt natürlich die Kindergartenkinder selbst, die von der Zertifizierung profitieren, waren zahlreich erschienen, um die Zertifizierung zu feiern.
Mit einer Mischung aus Grußworten, Bewegungsliedern und kleinen „Lockerungsübungen“ zwischendurch wurde der offizielle Teil „über die Bühne gebracht“, bevor die Mädchen und Jungen den in der Nebenhalle aufgebauten Bewegungsparcours ausprobieren durften.
Gemeindepfarrer Roland Mettenbrink führte als Moderator durch den Glückwunschreigen.
Mettenbrink selbst, Bürgermeister Bernd Hachmann, Helmut Poggemöller als Vertreter des Kreises, KSB-Präsident Prof. Dr. Jens Große und TuSpo Vorsitzender Walter Gelbe – sie alle gaben sich zu Gratulationszwecken das Mikro in die Hand. Der Tenor war einheitlich: Die Verleihung des Zertifikates ist ein Zeichen, der Sportverdrossenheit entgegenzuwirken und stellt die Qualität des Kindergartens heraus, mittels Spiel und Bewegung eine ganzheitliche Förderung der Kinder zu gewährleisten.

„Kirche bewegt, was Kinder bewegt!“ - Mit diesem Motto des bereits zertifizierten Lübbecker Kindergartens „Regenbogen“ gratulierte Jutta Hovemeyer stellvertretend für den Trägerverbund evangelischer Tageseinrichtungen und den Synodalvorstand des Kirchenkreises Lübbecke dem engagierten Erzieherteam.

Die Orientierung der Gemeinde an den Bedürfnissen der Kinder habe oberste Priorität. Bereits in der Bibel sei Bewegung, im wörtlichen und übertragenen Sinne der Kern der biblischen Botschaften. „Geschichten der Bewegung, der Wege und des Wanderns durchziehen das Alte und Neue Testament. „Nur wenn Kirche sich bewegt und bewegen lässt, kann sie leben.“ Neben Bildungsangeboten und Begleitung in Glaubensfragen sei auch die qualifizierte Entwicklung der körperlichen Fähigkeiten im Sinne der Ganzheitlichkeit ein unabdingbares Muss. „“Jesus hat es vorgemacht: Er stellt Kinder – und nicht kluge Erwachsene – als Modell des Glaubens heraus.“
Dr. Klaus Balster, stellvertretender Vorsitzender der Sportjugend im Landessportbund NRW machte deutlich, dass der Sportverdrossenheit der heutigen Gesellschaft von Kindesbeinen an entgegengewirkt werden müsse. „Ohne Bewegung ist keine ganzheitliche Entwicklung möglich. Sprechen, Denken und Bewegen gehören zusammen.“ Balster unterstrich seine Worte sogleich mit kurzen „Lockerungsübungen“. Auch er unterstrich erfreut die Verbindung zwischen Kirche und Bewegung.


Kindergartenleiterin Waltraud Kaspelherr dankte vor allem den Erzieherinnen für ihren Einsatz, der zu dem Zertifizierungserfolg geführt hatte. Ihr ganz besonderer Dank galt darüber hinaus Tina Köhler vom Stadtsportverband und gleichzeitig Elternvorsitzende, die zu dieser Zertifizierung angeregt und hierbei beratend zur Seite gestanden hatte. Als „Geschenk für kleine Gipfelstürmer“ übergab Köhler stellvertretend für die Elternschaft eine kleine Kletterwand.


Auch wenn sie noch nicht so recht wussten, warum um die Übergabe eines „Schildes“ soviel Aufwand betrieben wurde, hielten die Kindergartenkinder den angesichts der vielen Glückwünsche etwas in die Länge geratenen Festakt tapfer durch. Nach rund 60 Minuten hieß es endlich „Bewegungslandschaft eröffnet“. Jetzt durfte der Sport- Spiel- und Spaßparcours nach Herzenslust getestet werden, während die „Ehrengäste“ zu einer Besichtigung der Kindertageseinrichtung starteten. „Hier können die Kinder noch lachen“, meinte Balster beeindruckt. In den Großstädten hingegen wirke sich die verstärkte Hartz IV-Betroffenheit der Familien auch auf die Stimmung der Kinder im Kindergartenalltag aus.


Zur Stärkung nach soviel Bewegung fanden die Feierlichkeiten in den Kindergartenräumen für die Kinder und ihre Familien bei einem gemeinsamen Mittagessen einen gemütlichen Ausklang.


Was den Kindergarten „Sonnenstrahl“ auszeichnet

„Seit Jahrzehnten haben Sport und Bewegung mit kirchlicher Unterstützung in unserer Einrichtung einen hohen Stellenwert“, machte Kindergartenleiterin Waltraud Kaspelherr aus ihrer Freude über die Zertifizierung keinen Hehl. Bewegungsmöglichkeiten in den Räumen und auf dem Außengelände seien bewusst konzipiert, die Kooperation mit dem TuSpo Rahden ermögliche eine noch größere Bewegungsfreiheit. Daneben seien die Nutzung des Spielmobils des Stadtsportverbandes, Wassergewöhnung im Hallenbad in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund sowie weitere gesundheitsfördernde Projekte wie „gesunde Ernährung“ und „Zahnprophylaxe“ wesentliche Bestandteile des Kindergartenalltags. Im Rahmen der Zertifizierung wurde auch der TuSpo Rahden als „kinderfreundlicher Sportverein“ für seine Kooperationsbereitschaft ausgezeichnet.