Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Historisches Werk rückt in den Blick

Gläubige engagieren sich bei Sanierung der Weher Auferstehungskirche



VON JOERN SPREEN-LEDEBUR


Rahden-Wehe. Seit fast 50 Jahren wird hier Gottesdienst gefeiert. Mittlerweile war die Weher Auferstehungskirche ein wenig in die Jahre gekommen. Einiges war in den vergangenen Jahren schon modernisiert worden, jetzt aber läuft der erste große Umbau des Gotteshauses seit dessen Einweihung – und viele Gemeindeglieder packen an.
Künftig werden die Besucher der Auferstehungskirche auf einem neuen Fußboden gehen. Der alte ist nach fast 50 Jahren entfernt worden. Das neue Parkett ist aber nicht das einzige, was sich getan hat. Die alten Heizkörpernischen wurden zugemauert, neue Heizkörper eingebaut. Pfarrer Rainer Rohrbeck erhofft sich davon eine größere Energie-Einsparung. Die Fenster wurden vor einigen Jahren bereits isoliert. Wenn die laufenden Arbeiten beendet sind, dann sei die Kirche auch energetisch für die Zukunft vorbereitet, ist Rohrbeck überzeugt. Zudem sei der Gottesdienst-Raum optisch aufgewertet worden.
Erneuert wurde auch die Schiebetür zwischen dem großen Saal und dem kleineren Kirchraum. Im Winter werde manchmal nur der kleinere Raum genutzt, so Rohrbeck.
Während der Arbeiten erhielt die Orgel einen neuen Standplatz. Das Instrument sei vorher „in die Ecke geklemmt“ gewesen, meinte der Seelsorger. Jetzt ist sie komplett überholt und weiter in den mittleren Bereich des Altarraumes verlegt worden. Rohrbeck: „So hört und sieht man sie besser.“
Einen neuen Standort hat auch die historische Kanzel erhalten, das älteste Ausstattungs-Stück in der Auferstehungskirche. Zu ihren Gunsten wurde die moderne Kanzel ausgebaut. Die historische Kanzel habe möglicherweise bereits in der alten Weher Klus gestanden und die solle noch älter als die Rahdener Johannis-Kirche gewesen sein, so Rohrbeck. Wann das hölzerne Stück genau entstanden ist, das liegt im Dunkel der Geschichte. „Quellen gibt es nicht.“
Rohrbeck schätzt das Alter der Kanzel auf rund 500 Jahre und verweist dabei auf die Motive, die die Kanzel zieren. Geziert wird sie von Darstellungen einer Taube, eines Adlers und auch von Fabelwesen. „Es sind nicht eindeutig nur biblische Motive“, meint Rohrbeck.



Diese Darstellungen können aber bei der Datierung helfen. Kanzeln mit vergleichbaren Motiven gebe es in den Kirchen in Rödinghausen und Windheim. Dort seien die Kanzeln in die Zeit um 1520 datiert.
Die Weher stand viele Jahre im Heimatmuseum im Lübbecker Burgmannshof. Mittlerweile ist sie wieder in die „alte Heimat“ zurückgekehrt – zunächst für 30 Jahre als Leihgabe. Nun wurde für sie ein neuer Fuß gebaut. „Es ist ja ein Museumsstück. Da dürfen wir keine Schrauben reindrehen.“
Bei den Arbeiten helfen viele Gemeindeglieder – und das freut den Seelsorger, der von einer „wunderbaren Beteiligung“ spricht. Es seien bis zu 25 Ehrenamtliche, die mit anpackten. „Man identifiziert sich mit der Kirche und hat es zur eigenen Sache gemacht.“ Nach Angaben Rohrbecks war es überhaupt kein Problem, freiwillige Helfer für die Sanierung zu finden. Die Finanzierung des Vorhabens erfolge komplett aus Spenden. Auch so haben sich Gläubige eingebracht. Den Wunsch, etwas zu machen, habe es schon länger gegeben, so Rohrbeck. Lange habe man dafür dann gesammelt.
Am Sonntag, 4. September, soll die erneuerte Weher Auferstehungskirche dann während eines Gottesdienstes wieder eingeweiht werden.
Besonderes Stück: Pfarrer Rainer Rohrbeck schätzt, dass die Kanzel in der Weher Kirche rund 500 Jahre alt sein könnte. Dann wäre sie in der Kunstepoche der Gotik entstanden. Verziert ist die mit Darstellungen von Adler, Taube und Fabelwesen. FOTOS: JOERN SPREEN-LEDEBUR

NW 13.8.2011