Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Himmelfahrtsgottesdienst an Weher Mühle

Einfach mal Pause machen -
Glaube und Geselligkeit beim Backtag an der Weher Bockwindmühle vereint

Anja Schubert



WEHE. Einfach mal eine Pause einlegen, zur Ruhe kommen, etwas anderes sehen. Das ermöglichten gestern am Himmelfahrtstag viele Ausflugsziele. Auch die Weher Mühlenfreunde luden bei strahlendem Sonnenschein mit einem Mahl- und Backtag dazu ein.
Traditionell eröffnete Pfarrer Rainer Rohrbeck, unterstützt von Christiane Dunker und dem Posaunenchor, das rege Treiben rund um die Weher Mühle mit einem plattdeutschen Gottesdienst. „Set di dal - setz dich hin, hör mal zu“ lautete die Botschaft seiner Predigt.



Auch die Mühlenflügel sprachen eine eindeutige Sprache: Sie standen entsprechend der Mühlensprache, die es einem Betreiber in früheren Zeiten ermöglichte, durch die Stellung der Mühlenflügel in ruhendem Zustand zu kommunizieren, auf „Pause“.



„Zu Himmelfahrt ist es in Wehe mehr als zwanzigjährige Tradition, den Gottesdienst unter freiem Himmel an der Mühle zu feiern“, so Rohrbeck, der anhand der mit Windkraft arbeitenden Mühle den sinnvollen Einsatz der von Gott gegebenen Kräfte herausstellte. „Wir können die Kraft von oben (den Wind) zum Mahlen nutzen, um uns zu ernähren, aber auch, um andere mit den Erzeugnissen zu versorgen und ihnen zu helfen. Doch zur Arbeit gehört auch der Feierabend und das zur Ruhe kommen – so wie heute hier an der Mühle.“ Zur Ruhe kommen bei Gott, die Faszination des großen Königs spüren, dessen Worte die Jünger an Himmelfahrt in alle Welt verkündeten, ermögliche die Zusammenkunft unterfreiem Himmel. Nicht umsonst zierte das Christusmonogramm das Liedblatt. „Wie die Ruhe- und Freudenschere in der Müllersprache, so zeige auch dieses Zeichen Freude und Besinnlichkeit. „Pause machen und Auftanken im Glauben.“
Während die Gottesdienstbesucher Ruhe und Besinnlichkeit in Gebet und Gesang fanden, backten Mühlenvater Heinrich Wiegmann und sein Team bereits unzählige Bleche mit saftigem Rhabarber- und Butterkuchen, Rosinenbrötchen und Stuten.



Im Müllerhaus wanderten die ersten frischen Dinkelwaffeln mit Kirschen und Sahne über den Tresen, denn einige Ausflügler nutzten schon früh die Chance, sich mit den leckeren Köstlichkeiten zu stärken. Gleich ob mit Rad, Roller, Auto oder Bus, erstmalig oder bereits traditionell – die Besucher waren von der entspannenden Atmosphäre im Schatten der Mühle begeistert.