Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Eine Taufe zur Ausstellungseröffnung – Historische Kleider beeindrucken nicht nur die Gottesdienstbesucher


Historische Kostbarkeit: Pfarrerin Wirwe Grau-Wahle und Presbyterin Sonja Wiebke, die mit Magdalene Kottenbrink für die liebevolle Gestaltung der Ausstellung sorgte, mit der Krippe und einem Taufkleid aus dem Jahr1896, das der Museumshof überließ.

Anja Schubert

Rahden. Sie sind ein Stück christlicher Familientradition. Die Taufkleider, die jetzt in der Rahdener St. Johannis-Kirche in Augenschein genommen werden können. Im Rahmen der „Dezemberträume“ wurde die Ausstellung im Sonntagsgottesdienst stilgerecht mit einer Taufe eröffnet.
Nicht der bunte moderne Tauflook, wie der, mit dem die kleine Linn Kummer am Taufbecken in die Gemeinde aufgenommen wurde, ist in den von Sonja Wiebke und Magdalene Kottenbrink liebevoll hergerichteten Ausstellungsvitrinen zu erwarten. Die vornehmlich weißen Familienstücke mit langer historischer Tradition erzählen ihre eigene Geschichte. Taufkleider mit langer Tradition erinnern an das Apostelwort „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“ Das weiße Gewand ist ein Symbol für das an Christus ausgerichtete Leben.



„Wir wissen es sehr zu schätzen, dass uns die Familien ihre wertvollen Schätze vorübergehend überlassen“, äußerste nicht nur Initiator und Organisator Pfarrer Stefan Thünemann seinen Dank an die unterstützenden Familien. Auch Pfarrerin Wirwe Grau-Wahle, die den feierlichen Eröffnungsgottesdienst am ersten Advent hielt, dankte all jenen, die zur Realisierung des Ausstellungsprojektes als Highlight zum Ende des Jahres der Taufe beigetragen hätten. „Ohne unseren ehrenamtlichen Mitarbeiter der ‚offenen Kirche’, die den Wachdienst übernehmen, hätten wir eine regelmäßige Öffnung der Ausstellung bis zum vierten Advent nicht auf die Beine stellen können.“
Die Konfirmandinnen und Konfirmanden von Pfarrer Thünemann brachten sich mit ihren selbst gestalteten Taufkerzen, die ihnen im kommenden Jahr bei ihrer Konfirmation als Tauferinnerung ausgehändigt werden, in die Ausstellungsgestaltung ein.
„Mehr als 20 Taufkleider haben wir erhalten“, so Grau-Wahle mit einem Blick auf die Ausstellungsvitrinen. „Mit eingestickten Namen, aus einem Brautschleier oder sogar aus Trachtenschulterstücken gefertigt, teilweise sogar mit kompletter Dokumentation.“



Und noch zwei weitere historische Leckerbissen sorgten für begeisterte Besucheraugen: Eine Krippe, die ebenso wie ein Taufkleid aus Spitze aus dem Jahr 1896 und eine Wiege, die dem Rahdener Museumshof im Sommer als unerwartete Spende überlassen wurde. Zudem sorgte das Taufbecken der St. Johannis-Kirche aus den Jahren 1414 und 1709 für einen würdevollen Ausstellungsrahmen.


Neugierig und mit bewundernden Blicken ließen nicht nur die Gottesdienstbesucher die Exponate auf sich wirken. Bereits beim Eva-Lind-Konzert am vergangenen Donnertag versammelten sich viele Besucher rund um die Vitrinen. Noch bis zum 18. Dezember ist die Ausstellung montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.


Tauflook 2011: Die kleine Linn Kummer (mit ihren Eltern Björn Kummer und Claudia Fartelj und Paten) wurde im Ausstellungseröffnungsgottesdienst in die Gemeinde aufgenommen.