Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Ein Wort verkümmert


Vereinsgottesdienst in Varl beschäftigte sich mit der Sünde



VARL (ja)Pünktlich ertönte am Sonntag das Läuten der Glocke vor der Varler Kapelle. Dort wurde nämlich ein Vereinsgottesdienst gefeiert, zu dem die Kirchengemeinde alle Vereine aus Varl und Varlheide eingeladen hatte.

Zu Beginn des Gottesdienstes trat der Spielmannszug der Schützengilde Varl auf und beigeisterte mit seinem Beitrag. Pfarrerin Gisela Kortenbruck freute sich sehr, dass der Gottesdienst durch diese Musik „eine etwas andere Prägung“ erhielt.

Mit einer Geschichte aus dem Matthäus Evangelium, in der Jesus verschiedenen Versuchungen durch den Teufel widersteht, wurde die Predigt eröffnet. Hier verwies Pfarrerin Gisela Kortenbruck auf einen aktuellen Artikel der Zeitschrift „Spiegel“, der passend zur Passionszeit verfasst worden war. „In diesem Artikel geht es um den Verlust der Sünde“, erklärte die Pfarrerin. Das Wort „Sünde“ sei im heutigen Sprachgebrauch so gut wie verkümmert. Eine gewisse Vorstellung gäbe es zwar noch, diese beziehe sich aber meist auf die sieben Todsünden. Wie im Spiegel geschrieben steht, würde der Mensch „auf Teufel komm raus sündigen“. Sei da das Thema Sünde überhaupt noch ernst zu nehmen? Wenn die Sünde nicht mehr ernst genommen werde, nimmt der Mensch dann noch Gott ernst?

„In der Bibel wird viel über die Sünde geschrieben. Die Sünde ist immer eine Entfernung Gottes“, erklärte Kortenbrunck. Dabei sei eine Sünde keine Drohung, denn Gott wolle niemanden der eine Sünde begangen hat drohen. Die Sünde sei viel mehr ein Aufruf, das eigene Leben zu ändern. Kein Mensch könne sich davon freisprechen zu sündigen, denn kein Mensch sei unschuldig.

Es sei eine Verfehlung der eigenen Sinne, wenn der Mensch sich selbst nicht eingestehen könne, dass er sündigt und Fehler macht. „Dem Menschen ist es auch glasklar, dass er Fehlerm macht und sündigt“, so Gisela Kortenbruck. Daher sollte man eine Sünde auch Sünde nennen. Dafür sei auch die Passionszeit bestens geeignet, um vor Gott zu bekennen, dass man nicht immer alles richtig macht. Gott würde dann Zuversicht und Vergebung schenken. Wer sich selbst eigenstehen würde, dass er einen Fehler gemacht hat, könne die Luft der Welt von der Sünde reinigen.

Die Besucher folgten der Predigt gebannt und stimmten bei Liedern wie „Eine feste Burg ist unser Gott“ kräftig mit ein. Der nächste Gottesdiesnt in der Varler Kapelle wird am 14. März gefeiert. DK 23.2.2010