Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Die eigene Kreativität neuentdeckt

Entspannung bei Acryl-Malerei-Kursus


RAHDEN (Art)„Einfach mal raus, abschalten und bei kreativer Entspannung die Seele baumeln lassen.“ Das war für die meisten der neun Teilnehmerinnen des ersten Kreativ-Seminars im Rahdener Gemeindehaus der Grund, den Acryl-Malerei-Kursus von Sabine Ehrenberg zu besuchen.
Am Ende heraus kamen beeindruckende Unikate, die nichts über den Anfängerstatus der Damen verrieten, sondern vielmehr das Gefühl unterstrichen, durch das Ausklinken aus dem Alltagsstress die eigene Kreativität neu entdeckt zu haben.
Zunächst wurde am Sonnabend ein ungewöhnliches „Aufwärmtraining“ absolviert, das den Frauen das Abschalten und den Alltag hinter sich zu lassen, leicht machte. Eine paarweise durch geführte Handmassage mit duftendem Öl sorgte nicht nur für eine geschmeidige Pinselführung. Ebenso wie mit der entspannenden Musik, die die „Nachwuchskünstler“ den Tag über begleitete, wurde hiermit die „Auszeit“ sanft eingeläutet und eine angenehme Gruppenatmosphäre geschaffen.
Darüber hinaus lernten die Seminarteilnehmerinnen, für die das Malen selbst und der Einsatz von Acrylfarben völliges Neuland waren, mit welchen Mitteln sich eindrucksvolle Kunstwerke schaffen lassen. „Neben dem Pinsel als Standardutensil haben wir Spachtel-, Schwamm- und Kratztechniken ebenfalls ausprobiert“, so Grafik-Designerin und Kunsttherapeutin Sabine Ehrenberg, die hauptberuflich auf die visuelle Präsentation kleinerer Untenehmen spezialisiert ist. Sie hat bereits in verschiedenen Gemeinden ein solches Entspannungsseminar durchgeführt und ist immer wieder von der unterschiedlichen Vielfalt der Ergebnisse begeistert.
Am großen Gruppentisch widmeten sich die Damen zunächst der visuellen Umsetzung von Motiven des 23. Psalms („Der Herr ist mein Hirte“). Heraus kamen bei dem ersten „künstlerischen Gehversuch“ ein Mix aus Landschaftsbildern und ab-strakten Gemälden. „Das Bild drückt die Kraft aus, die einen immer wieder nach oben zieht.“ So erläuterte Gundel Schmidt-Tschech ihr erstes in warmen Rottönen mit dynamischen fließenden Konturen gehaltenes Erstlingswerk.
Freie Motivwahl – nach Vorlage oder der eigenen Kreativität entspringend, hieß es, als es daran ging, sich selbst auf einer größeren Leinwand zu verwirklichen. Vorsichtiges Vorzeichnen von Konturen und genaue klare Linienführung wie bei Polina Kifas Liliengemälde oder Martina Dresselhaus’ spontaner Griff zum Schwamm, um erst einmal großflächig einzufärben, ließen erkennen, dass hier eine große Bandbreite an Schaffenskraft vertreten war.



Thematisch und farblich dem geplanten Ort angepasst, den die Gemälde später zieren sollten, war vom Stilleben bis zur abstrakten Malerei alles vertreten. Die gesellige Gruppenatmosphäre und der hingebungsvolle Umgang mit den Farben ließen so manche Künstlerin in leichtes Bedauern verfallen, als sich der „Wellness-Tag“ seinem Ende zuneigte.
Einige Exponate werden im Sonntagsgottesdienst in der St. Johanniskirche zu sehen sein, denn Pfarrer Stefan Thünemann wird den 23. Psalm in seiner Predigt in den Mittelpunkt stellen. „Es war ein spontaner Gedanke von mir, dass Seminar in den Gottesdienst einfließen zu lassen“, so Pfarrer Thünemann, als er die Künstlerinnen mit seinem Anliegen überraschte. Diese zeigten sich verblüfft, doch Thünemann konnte gleich einige Zusagen verbuchen. „Grad erst angefangen und gleich die erste Ausstellung – auch so wird man bekannt“, unkte eine Teilnehmerin mit Humor. Für wen diese ersten malerischen Gehversuche zur Passion werden, wird sich noch zeigen. Doch für alle Teilnehmerinnen stand fest: Malen entspannt und ist Wellness für die Seele.“DK2.2.10