Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Die Bibel - noch immer brandaktuell

Die Aufregung setzte den kleinen Darstellern und großen Helfern vor dem großen Auftritt hinter den Kulissen ganz schön zu. Am Ende war die Freude umso größer. Der lang anhaltende Applaus des Publikums bewies: Eine Woche harte Arbeit und engagierter Einsatz hatten sich gelohnt. Die Aufführung des Kindermusicals „Bartimäus – ein wunderbarer Augenblick“ am Sonntagnachmittag in der St.-Johanniskirche wurde ein toller Erfolg – und für alle Beteiligtenselbst zu einem wunderbaren Augenblick.

Wie ist es, wenn man wegen etwas ausgegrenzt wird, für das man gar nichts kann? Wenn einen die Freunde plötzlich wegen einer Behinderung oder Krankheit nicht mehr mitspielen lassen? Dieser Frage gingen 32 Kinder eine Woche lang im Rahmen eines Musical-Workshops der evangelischen Kirchengemeinde Rahden in den Herbstferien. Wie kreativ die Mädchen und Jungen zwischen sechs und elf Jahren, unterstützt von ihren zahlreichen Betreuern, bei der Umsetzung des Gleichnisses vom blinden Bartimäus an Werk gingen, davon konnten sich die zahlreichen Zuschauer im voll besetzten Kirchenschiff überzeugen.
Die Geschichte von Bartimäus ist bekannt. In der modernen Musicalvariante fand sie in den die Geschehnisse um den kleinen Jungen, der am liebsten seine Freizeit mit seinen Freunden auf dem Fußballplatz verbringt ihre Entsprechung. Verschlechterung seines Sehvermögens bis hin zur Erblindung lassen ihn zum Zielobjekt von Hänseleien und Ausgrenzung werden. An der Straße betteln zu gehen, und als „Blindfisch“ verspottet zu werden, wird zu seinem neuen traurigen Lebensinhalt, bis Jesus in die Stadt kommt und der Glaube an Gott den Jungen heilt. Ausgrenzung, Spott und das Thema „Blindheit“ beleuchteten die Kinder mit ihrem Spiel in den verschiedensten Facetten. Wie ist es, wenn man gar nichts mehr sieht, die Vorstellung an ein Leben ohne Farben, wie es ist ein Leben im dunklen wie die Maulwürfe zu führen – All das setzten die Kinder mit Spiel, Tanz und Gesang in Szene. Die junge peppige Umsetzung der Musicalvorlage von Frank Kampmann ließ Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen.
„Wir wollten den Kindern auf andere Art und Weise die Geschehnisse der Bibel näher bringen“, so Gisela Kortenbruck. „Ich glaube, das ist uns mit viel Spaß für alle gelungen.“ Aus dem aktuellen Bezug der Geschichte zur Gegenwart konnte auch so manch Erwachsener für sich etwas mit nach Hause nehmen. Denn Ausgrenzung und Hänseleien, heutzutage mit dem Stichwort „Mobbing“ etikettiert, finden sich in allen Alterschichten der Gesellschaft.

Kortenbrucks besonderer Dank ging insbesondere an die vielen Helfer, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben, insbesondere an das Kantorenehepaar Quellmalz, das die musikalische Leitung übernommen hatte. Lang anhaltender Applaus war am Ende für Kinder und Betreuer die schönste Belohnung.

Zu Beginn der Aufführung gab Pfarrerin Gisela Kortenbruck, die auch als Moderatorin und Erzählerin der Geschichte fungierte, mittels einer Beamer-Präsentation einen Einblick in ein Arbeit der Christoffel-Blindenmission, zu deren Gunsten auch der Spendenerlös der Aufführung verwendet werden soll. Die weltweit tätige Hilfsorganisation setzt sich für augenkranke, blinde, gehörlose und körperbehinderte Menschen ein und versucht, Menschen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.

Hier finden Sie einige Fotos des Musicals:

 

 

 



(Text und Fotos: Anja Schubert)