Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Bläserhighlight in Rahden

Ein besonderes Klang-Erlebnis
Hunderte verfolgten Konzert des Rahdener Posaunenchores in St. Johannis



VON ANJA SCHUBERT


Rahden. Lang anhaltender Applaus und stehende Ovationen brachen nach mehr als eineinhalb Stunden das gebannte Schweigen. Das reich und anspruchsvoll bestückte Konzert des Rahdener Posaunenchores, hinterließ in der St.-Johanniskirche in Rahden ein begeistertes Publikum.
„Wir bitten Sie heute um etwas ganz Kostbares, um Ihr Schweigen“, begrüßten Pfarrer Stefan Thünemann und Henning Lübking, Vorsitzender der Rahdener Bläser, die rund 500 Zuhörer, die sich die siebte Auflage des im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Konzertes nicht entgehen lassen wollten.
Neben mehr als 100 Einsätzen im Jahr sei die Leistung der Akteure, zu denen sich auch die Jungbläser gesellten, bei diesem Konzertereignis wieder ganz besonders zu würdigen. „Sie ist nicht alltäglich.“



Schon die ersten Klänge ließen erahnen, was Thünemann damit meinte.




Dazu hatten sich die Posaunisten mit dem Trompetenvirtuosen Albrecht Eichberger und Kirchenmusiker Julian Bewig an der Orgel erneut hochkarätige Gäste als Unterstützung herbeigeholt.



Das Programm, das die 40 Bläser und Bläserinnen auf die Beine gestellt hatten, ließ eigentlich keine Wünsche offen. Klassische Kompositionen und Bläserfanfaren, aber auch Gospels und Balladen wie „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ sorgten für einen abwechslungsreichen Stilmix – und die Instrumentalisten unter der Leitung von Uwe Kolbus, der sicher und souverän die jungen und erwachsenen Musiker durch den Vorabend führte, für eine hervorragende Ausführung. Für Kolbus war es zudem ein besonderes Konzert, war er doch selbst einst Schüler von Albrecht Eichberger.



Die Jungbläser, mit Theresa Kubel, Ronja Schaak, Lukas Düning, Finn Schütte (alle Trompete), Dominic Schaak (Posaune), Ludwig Winkelmann (Tenorhorn) und Torben Klostermann (Tuba) sieben an der Zahl, zeigten mit einer Intrade von Wilhelm Schmidt und Choralklängen, dass sie mit der erfahrenen Generation schon ganz gut Schritt halten können. Hier durchbrach begeisterter Sonderapplaus das Programm, dass nur von Pfarrer Stefan Thünemann mit zwei besinnlichen Zwischentexten gespickt wurde.



Glanzvolle musikalische Akzente streuten auch immer wieder die beiden Gastmusiker von der Empore her ein. Die klangvollen Blechblasinstrumente und die Orgel füllten das Gotteshaus rundum aus und ließen das Konzert zu einem besonderen Klang-Erlebnis werden. Solotrompeter Albrecht Eichberger erspielte sich phantasievoll und technisch virtuos die Sympathie des Publikums und bewies, dass er nicht zu Unrecht als ein Meister seiner Zunft gilt.
Lang anhaltender Beifall ließ die Akteure um eine Zugabe nicht herum kommen. „Wir haben mit vielen Gästen gerechnet, aber nicht mit solch einem vollen Haus“, so Stefan Thünemann am Schluss des Konzertes erfreut.


Konzert lockt 500 Besucher in die St.-Johannis-Kirche - Profis loben Amateure

Von Cornelia Müller

Rahden (WB). Alle zwei Jahre veranstaltet der Rahdener Posaunenchor ein großes Blechbläserkonzert, an dem neben dem Posaunenchor und den Jungbläsern auch professionelle Gastmusiker mitwirken.


Dass dieses Konzert immer ein ganz besonderer musikalischer Leckerbissen ist, hat sich inzwischen herumgesprochen: Mehr als 500 Zuhörer wollten am Montag in der St.-Johannis-Kirche das siebte Blechbläserkonzert des Posaunenchors miterleben.
»Wir wussten ja, dass es voll werden würde, aber dass so viele kommen, damit hätten wir nicht gerechnet«, staunte selbst Pfarrer Stefan Thünemann. Das Programm, das die 40 Bläser und Bläserinnen auf die Beine gestellt hatten, konnte sich wirklich hören lassen: Gospelsongs und Balladen wie »Gabriellas Song«, strahlende Bläserfanfaren, aber auch Arrangements klassischer Kompositionen von Mendelssohn-Bartholdy und Sibelius. All diese ganz unterschiedlichen Stücke präsentierte der von Uwe Kolbus geleitete Posaunenchor sehr souverän und spielfreudig, und die einzelnen, gut besetzten Stimmen glänzten mit einem ausgewogenen, klaren und kraftvollen Klang.


Gute Tradition beim Posaunenchor Rahden ist es, dass beim Konzert auch der Nachwuchs auf der Bühne stehen darf. Die Jungbläser rechtfertigten dieses Vertrauen und bewiesen, was in ihnen steckt. Sie ließen sich nicht von den vielen Zuschauern aus dem Takt bringen, sondern stimmten selbstbewusst und tonsicher den Choral »Wunderbarer König« an. Dafür gab es einen verdienten Extra-Applaus.
Weitere Höhepunkte des Konzertes waren die Auftritte der beiden ausgezeichneten Gastmusiker Albrecht Eichberger (Trompete) und Julian Bewig (Orgel). Das Duo setzte einen Schwerpunkt im Bereich der Barockmusik, wo die Virtuosität und der strahlende Klang von Eichbergers Trompetenspiel besonders gut zur Geltung kamen. Aber auch ganz moderne Töne schlug das Duo an: Lubos Fisers »Dialog für Trompete und Orgel« war - auch wenn es kein gefälliges Stück war - eine Bereicherung für das Konzert.



In seiner Begrüßung hatte Thünemann die Zuhörer gebeten, zwischen den Programmteilen nicht zu applaudieren, um den Ablauf des Konzertes nicht zu unterbrechen. Um so größer war deshalb der Beifall am Schluss. Mit Standing Ovations bedankten sich die Zuhörer bei allen Mitwirkenden. Der Posaunenchor und sein Leiter Uwe Kolbus durften sich aber außerdem noch über ein dickes Lob des Solisten Albrecht Eichberger freuen: »Was hier geleistet wird, das ist nicht alltäglich.«
WB Artikel vom 05.10.2011