Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

50 Jahre Christuskirche Tonnenheide

Anja Schubert



Ein Haus aus lebendigen Steinen – Tonnenheider feiern 50-jähriges Jubiläum ihres Gotteshauses mit buntem Gemeindefest


 

Anja Schubert

Tonnenheide. Vor 50 Jahren haben sie es schon einmal getan - ein Haus gebaut, als Zuflucht im Glauben, für die Gläubigen und die ganze Dorfbevölkerung. Ein lang gehegter Wunsch vieler Tonnenheider Einwohner, der erstmals bereits 1953 aufkam, ging mit dem Bau der Christuskirche 1969 in Erfüllung. Doch wer glaubte, dass am Sonntag ein starres Haus groß gefeiert wurde, dessen Steine nach fünf Jahrzehnten noch immer fest aufeinander stehen, hatte weit gefehlt. Das Gemeindefest zum Jubiläum mit vorhergehendem Gottesdienst fasste unter dem Motto „Komm, wir bauen ein Haus“ etwas ganz anderes ins Visier – ein Haus aus lebendigen Steinen in Form der
Vielzahl an Gemeindemitgliedern aller Generationen. So war es auch nicht verwunderlich, dass nach der besinnlichen Zusammenkunft am Morgen ein Fest gefeiert wurde, das für kleine und große Gläubige jede Menge Abwechslung, aber vor allem Zeit für gute Gespräche bereithielt, um einmal mehr noch stärker zusammenzuwachsen und gemeinsam neue Impulse für die Zukunft zu finden.
Auch Heinke Röhling, Witwe des ehemaligen Pfarrers Karl-Heinz Röhling, der mit seine Gattin zu Zeiten der Errichtung der Kirche maßgeblich das Gemeindeleben bis 1986 mitgeprägt hatte, ließ es sich nicht nehmen, trotz ihrer 89 Lenze eigens zu diesem Anlass mit Sohn Rasmus aus Thüringen anzureisen. Die ehemalige Leiterin des Frauenchores hatte viele Hände zu schütteln und immer wieder kamen Erinnerungen auf. Zum Jubiläumsfest hatte der Frauenchor für den Gottesdienst noch einmal zusammengefunden und auch der Posaunenchor sowie Kantor Thomas Quellmalz am Klavier sorgten für den musikalischen Rahmen.



Mit dem Gleichnis von Jesus als weggeworfenem etwas anderem Stein, der später zu einem festen Eckstein im Fundament wurde, skizzierte Strunk-Rohrbeck in ihrer Predigt die Entstehung und Entwicklung der Kirchengemeinde. „Die Gemeinschaft von Menschen, die miteinander auf demselben Fundament bauen, bildet in sich selbst ein immer wieder veränderbares Haus, mit lebendigen Steinen auf dem Fundament des Glaubens an Gott.“



Mit einer Bauaktion wurde der Gedanke des aus lebendigen Steinen bestehenden Gotteshauses veranschaulicht. Denn zum Jubiläum hatten viele kirchliche und dörfliche Gruppen im Vorfeld überlegt, was ihnen „ihre Kirche im Dorf“ bedeutet, und dieses auf Papp-Bausteinen bildlich festgehalten. Diese Bausteine wurden im Gottesdienst zusammengetragen und in Form eines Gotteshauses aufgestapelt. „Es ist ein Haus, das von Menschen mit den unterschiedlichsten Begabungen und Fähigkeiten lebt, ein Haus das sich den Bedürfnissen seiner Bewohner entsprechend wandelt“, so die Pfarrerin. Gerade heute sei Kirche mehr denn je eine positive Dauerbaustelle, offen
für Veränderungen, die neue Impulse aufgreife.



 „Sperrt die Fenster auf, um offen für neues zu sein, reißt aber auch, wenn es Not tut alte, überflüssige Mauern ein“, gab sie den Gläubigen in der bis in den Gemeindesaal voll besetzten Kirche mit auf den Weg und dankte auf eine besondere Art und Weise den Menschen, die diesen permanenten lebendige Bauweise ermöglichten. „Die vielen Spenden und Zuwendungen sowie das ehrenamtliche Engagement helfen uns sehr und bringen uns immer wieder ein großes Stück voran. Doch vor allem durch die Kirchensteuern ist eine kontinuierliche Gemeindearbeit erst möglich. Es ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, in der Kirche zu sein.“



Der Posaunenchor empfing die Gemeinde anschließend auf dem Außengelände. Hier gab es zudem ein breit gefächertes Angebot und Aktionen verschiedenster kirchlicher Gruppen und der Tonnenheider Vereine und Institutionen. Kirchenquiz, Bauaktionen, Kistenklettern,