Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Pilgern auf ostwestfälisch

Wandern und erleben
Pilgertag: Kaktusgruppe zwischen Gehlenbeck und Bergkirchen unterwegs



Von Andreas Kokemoor

Gehlenbeck(WB). Spätestens seit Hape Kerkelings Bestseller »Ich bin dann mal weg« ist Pilgern wieder in aller Munde. Auch heimische Christen besinnen sich auf diese jahrhundertealte religiöse Tradition.

Die Kaktus-Gruppe der evangelische Kirchengemeinde Gehlenbeck hat jetzt 25 Wanderer zu einem Pilgertag in der Region eingeladen. Pilgerwege waren schon früher für die Menschen eine Wegstrecke, auf der innere Ruhe und neue Lebenskraft zu finden waren. Dabei war nicht der Ort am Ende des Pilgerpfads das eigentliche Ziel, sondern vielmehr der Weg dorthin. Der Pilgerweg der Kaktusgruppe führte von der St.-Nikolaus-Kirche Bergkirchen zur St.-Nikolaus-Kirche Gehlenbeck. In Schnathorst wurde eine Pause eingelegt.

Das Motto hieß an diesem sonnigen Tag »Freuet euch der schönen Erde«. Die Vorsitzende der Kaktusgruppe, Ute Kämper, sagte, dass dies das erste Mal sei, dass die Kaktusgruppe zu einer Pilger-Wanderung eingeladen habe. Im vergangenen Jahr hätten sich ungefähr 100 Interessierte einen Film zum Thema Pilgern im Gemeindehaus angeschaut. Im Frühjahr dieses Jahres habe es dann noch einen Vortrag über das Pilgern im Gemeindehaus gegeben. »Dieses Pilger-Angebot sollte jetzt eine Gelegenheit bieten, um der Schöpfung Gottes zwischen Himmel und Erde und sich selbst zu begegnen«, sagte Ute Kämper. Zu Bäumen und Bachläufen hörten die Pilger Texte, um Impulse zu erfahren, wie sich die Welt mit anderen Augen betrachten und erleben lässt.

Mit dem Bus ist die Gruppe zunächst nach Bergkirchen gefahren. Nach einer kleinen Führung durch das Gotteshaus machten sich die Pilger auf den 14 Kilometer langen Fußmarsch Richtung Gehlenbeck. Unterwegs wurden Pilgerlieder gesungen. Es wurden Texte vorgetragen – und es wurde geschwiegen.

Schon am Start wurde klar, dass die Pilgeroffen sind für eine vielleicht für sie neue Erfahrung. Nach einer Pause in Schnathorst gab es in Gehlenbeck den gemeinsamen Abschluss des Tages.



»Ob wir in Zukunft noch einmal pilgern werden, steht noch nicht fest«, sagte Ute Kämper. Die Kaktusgruppe, die das Gemeindeleben bereichern möchte, lebe von ständig neuen Ideen, sagte sie. Die Nachfrage für eine Neuauflage so eines Pilgertages sei groß, erklärte die Gehlenbeckerin kurz nach der Wiederankunft. Wiederholung also nicht ausgeschlossen.