Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Mit dem Herzen hören und singen

Das Weihnachtskonzert mit dem Kirchenchor an St. Nikolaus, Gehlenbeck



„Alle Jahre wieder“, so möchte man sagen, „kommt das Weihnachtskonzert der Gehlenbecker Kirchengemeinde“. Es ist eine gute Tradition, die Weihnachtsliebhaber des ganzen Lübbecker Landes gerne wahrnehmen - sogar trotz widriger Wetterverhältnisse. Sie wurden auch in diesem Jahr nicht enttäuscht.
Das Konzert wurde zu einem Weihnachtserlebnis durch die herzliche Atmosphäre, die sowohl der Kirchraum als auch Dirigentin und Chor ausstrahlten, es war ein bisschen wie nach Hause Kommen.



Die zum Teil sehr kräftig vorgetragenen Stücke wirkten festlich, aber niemals pompös. Der Chor bewies immer wieder seine Ausstrahlung im Zusammenspiel mit Solisten und Orchester. So erklang schon bei der musikalischen Interpretation des 98. Psalmes von Heinrich Schütz ein Stück voller wärmender Herzlichkeit. Die doppelchörige Motette wirkte denn auch wie ein Echo, das sich in die ganze Welt ausbreiten möchte. „Singet dem Herrn ein neues Lied!“, so lautete die Aufforderung, der die Musiker freudig nachkamen. Diese Freude setzte sich im „Deutschen Magnificat“, das auch von auch von Schütz stammte, weiter fort. Hingabe und Entschlossenheit machten dem Lobgesang der Maria alle Ehre, die revolutionäre Kraft dieses Textes wurde spürbar in der Leidenschaft, in der Chor und Solisten die Motette vortrugen. Frauen- und Männerstimmen des Chores, aber auch Sopran (Julia Dadkoush) und Tenor(Jan Behnken) kamen ins Gespräch über Gottes Sein in der Welt.



Der im Anschluss daran mit der Gemeinde gesungene Choral „O Bethlehem, du kleine Stadt“ ließ die Sehnsucht nach Heimat spürbar werden. Die aus dem 17 Jh. stammende englische Weise berührte durch ihre unaufdringliche Einfachheit: „O Bethlehem du kleine Stadt, wie stille liegst du hier, du schläfst, und goldne Sternelein ziehn leise über dir. Doch in den dunklen Gassen das ew’ge Licht heut scheint für alle, die da traurig sind und die zuvor geweint.“
Die Mitte des Konzertes war das Weihnachtskonzert „Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin“ von Johann Rudolf Ahle. Schon bei dem ersten Vers, den der Sopran meisterlich vortrug, konnte einem das Herz stehen bleiben, so eindringlich und zugleich fein war die Berührung. Im „Und wär die Welt vielmal so weit“ boten Tenor, Sopran und Alt (Nina Dormann) und Bass (Daniel Dropulja) ein abwechslungsreiches Gespräch über die Weihnachtsbotschaft, auf das Chor und Streicher antworteten. Im „Kommst ins Elend her zu mir“ der vorletzten Strophe sang Julia Dadkoush sich erschütternd schön endgültig in die Herzen der Konzertbesucher und -besucherinnen.



Den Abschluss bildete die „Missa Sancti Nikolai“ von Joseph Haydn. Hier zeigten vor allem Chor und Bläser ihr Können. Sowohl die Hörner in ihren klaren Höhen als auch die Oboen bereicherten den Hörgenuss. Der Chor begeisterte immer wieder durch seine Eindringlichkeit.
Entsprechend bedankten sich die Konzertbesucherinnen und -besucher mit lang anhaltendem Applaus. Der Chor überreichte „seiner“ Dirigentin zum Abschluss eine Krone - völlig zurecht.