Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Ingeborg Renz




Ingeborg Renz verabschiedet sich von der Chorarbeit in Gehlebeck

„Wenn ich die Passionsmusiken mitrechne, dann ist es das fünfzigste Konzert, das in Gehlenbeck aufgeführt wird.“ Ingeborg Renz, Urgestein evangelischer Kirchenmusik, blickt zurück auf eine lange Zeit, in der sie die Kirchenmusik in Gehlenbeck und darüber hinaus geprägt hat. Nun verabschiedet sie sich mit dem diesjährigen Adventskonzert von der Chorarbeit.
Nicht ohne Grund wurde sie von der Evangelischen Kirche von Westfalen zur Kantorin ernannt. In der Begründung hieß es: „sie hat sich weit über das von ihr zu fordernde Maß hinaus in das Gemeindeleben eingebracht.“ Und das seit nun 49 Jahren. Denn schon früh begann ihr musikalisches Engagement für Gehlenbeck. Seit 1966, als sie das erste Mal die Orgelvertretung in Gehlenbeck übernahm, ist sie der Gemeinde treu geblieben und hat sie kirchenmusikalisch, liturgisch und theologisch geprägt. Ihre enge Verbundenheit mit Hiltrud Wolff, der Grande Dame der Kirchenmusik in unserer Region ist ihr immer noch abzuspüren.



Schon im Elternhaus musizierte Renz und spielte Flöte und Klavier. Ich war auch das erste Mädchen im Posaunenchor in Lübbecke bei Frau Wolff. „Mit 16 habe ich bei ihr Orgelunterricht genommen und 1967 den D - Schein und 1968 den C - Schein erworben, 1972 erfolgte die offizielle Anstellung. „ Als ich 1972gebeten wurde einen Chor zu gründen, tat ich es unter der Voraussetzung, dass ich selber die Sängerinnen und Sänger ansprechen und Stimmbildung machen durfte. So zog ich durch Gehlenbeck und fragte Frauen und Männer, die in meinem neuen Chor singen sollten. 1973 gab es das erste Weihnachtskonzert. Wir sangen “ Ihr lieben Hirten“ von Andreas Hammerschmidt(- da hab ich noch zusätzlich Orgel gespielt-)
Es ist schwer Ingeborg Renz zu beschreiben. Zurückhaltend und scheu macht sie nicht viel Aufhebens von sich. Wenn es aber um die Sache geht, dann ist sie klar und beharrlich. Sie hat die Gabe Menschen mitzunehmen in ihre musikalische Welt und mit ihrer Begeisterung steckt sie Chor und Gemeinde an. Man kann gar nicht anders, als einstimmen in das Gotteslob, das Dreh und Angelpunkt von Renz ist. In ihr vereinen sich Begeisterungsfähigkeit mit Kompetenz und Anspruch. Denn nur so ist es möglich mit einem Chor so viel Freude zu haben und zugleich so anspruchsvolle Musik aufzuführen. Auf die Frage, worüber sie sich am meisten gefreut habe antwortet sie: „So wie am 1. Advent. Wenn alles stimmig ist. Wenn ich in die glücklichen Gesichter des Chores schaue, das Zusammenspiel mit dem Posaunenchor schön war und wenn die Predigerin gut gepredigt hat. Dann freu ich mich sehr und denke nur JA!“ Ingeborg Renz ist musikbegeistert. Denn wer hat schon sein Haus um eine Steinmannorgel gebaut?



Ingeborg Renz ist kreativ, engagiert, motiviert und voller Musizierfreude. Gemeinsam mit Rosa Meyring, die sie von Anfang an im Orchester unterstütze, hat sie 50 Konzerte vorbereitet und aufgeführt. „Mir hat diese Arbeit immer so viel Freude gemacht, weil ich mir immer wieder Ziele gesteckt habe. Es gab immer wieder Stücke, die ich gerne singen wollte, wie Felix Mendelsohn Bartholdy: „Hör mein Bitten“ oder die Mitternachtsmesse von Marc – Antoine Charpentier.
Ich habe immer viel Freude, wenn sich etwas weiter entwickelt. Das sind musikalische Höhepunkte, die mir und dem Chor gleichermaßen Spaß machen. „Wir singen zur Ehre Gottes. Wir wollen aber auch schön singen.“ Sagt sie augenzwinkernd. Es ist nur schwer einzusehen, warum dieses Energiebündel die Chorarbeit abgibt. „Das sagt mir der Verstand. Zudem haben wir jemand gefunden, die diese Arbeit fortführen kann.“ Mit Jeannette Krügel hat sie eine engagierte Nachfolgerin.



Renz gibt die Chorarbeit ab. Sie wird aber weiterhin die Orgel spielen und somit der Gottesdienstgemeinde erhalten bleiben. Daneben verantwortet sie den Gemeindebrief, ist Vorsitzende im Freundeskreis Krankenhaus und engagiert sich in der musikalischen Öffentlichkeitsarbeit.