Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Gehlenbeck

Gehlenbecker Friede



Alle Jahre wieder ist es ein besonders Konzert, mit dem der Kirchenchor an der St. Nikolauskirche Gehlenbeck gemeinsam mit einem Ensemble des Lübbecker Sinfonieorchesters und Solisten ihr Adventskonzert aufführt. Unter der Leitung von Ingeborg Renz boten die Musikerinnen und Musiker ein feines und abwechslungsreiches Programm geistlicher Musik, das in einen freudigen Frieden führte.




Ob beim „Also hat Gott die Welt geliebt“ zur festlichen Eröffnung oder beim „Machet die Tore weit“ von Heinrich Schütz bzw. Samuel Rüling: Immer war im tiefen Ernst auch leichte und zugleich kraftvolle Heiterkeit spürbar. Im doppelchörigen Adventskonzert von Schütz/ Rüling war die vielstimmige Einheit hörbar, in der sich kraftvolle und ganz feine Töne abwechselten. Der Friede auf Erden, der besungen wurde, kam zum Greifen nahe. Den Solisten Jennifer Rödel, Brigitte Rickmann, Jan Behnken und Hildebrand Haake gelang es, die Zerbrechlichkeit auszudrücken, in der Frieden geschieht. Das feine Echo von Sopran und Alt überzeugten ebenso wie Tenor und Bass. Gemeinsam mit Orchester und Chor führten sie ein musikalisches Kleinod auf, das so nicht oft gehört wurde.



In der Auslegung von 1. Tim 3,16“Kündlich groß ist das Geheimnis“ von Johann Friedrich Agricola, gestalteten Chor, Orchester und Solisten ein sehr berührendes Werk. Das Geheimnis der Menschwerdung Gottes war in Tönen spürbar, es nahm mit, verweigerte sich aber jedem Versuch es zu greifen oder festzuhalten. Dass Gott Mensch wird, bleibt ein Geheimnis, es kann besungen aber nicht begriffen werden. Hier unterstützen Trompete, Posaunen, Streicher und Positiv die freudige Botschaft, die fein aufeinander abgestimmt eine wunderschöne Klangfarbe hervorbrachten. Die Solisten sangen sich in die Herzen der Konzertbesucherinnen und Besucher. Fragten Alt und Bass: Wie kann es geschehen, dass Gott Mensch wird? So antwortete der Alt mit einer Liebeserklärung: „Göttlich ´s Kind, lass mit Entzücken, dich doch an mein Herze drücken, deine Schönheit nimmt mich ein“. Immer wieder kamen alte Worte von weit her, um den Grund des Glaubens zu feiern so wie „Seelenweide“ oder“ Weltgetümmel“. Der letzte Teil, vom Chor gesungen, erzeugte bei manchem eine Gänsehaut.



Das Konzert schloss mit der Krönungsmesse von Mozart. Es kam federleicht fast tänzelnd daher und stimmte in ein freudiges Grundgefühl ein. Viele verschiedene Stimmungen, mal fein mal kräftig, mal zögerlich mal trotzig, waren zu hören. Hier war die Oboe besonders schön, aber auch Hörner und Solisten überzeugten mit einfühlsamen Tönen. Sie war wie beim Glaubensbekenntnis nicht nur in hoher Dynamik zuversichtlich trotzig, sondern auch wie Beim Hl. Geist so zart und fein, dass man den Atem einen Moment anhalten musste. Am Schluss hätte man bei „Dona nobis pacem“ eine Stecknadel fallen hören können, so hoch war die Aufmerksamkeit der Musizierenden, die sich auf die Hörerinnen und Hörer übertrug. Es schloss mit einem fulminanten Abschluss des Chores.
Die Fangemeinde des fast ausverkauften Konzertes dankte mit lang anhaltendem Applaus und kräftigen Einstimmen in „Freue dich Welt der Herr ist da“. Auch in diesem Jahr war das Konzert ein Genuss für die Ohren. Selbst ein Chormitglied gestand: „Es war gar nicht so sehr anstrengend, sondern hat viel Spaß gemacht, ja es war auch ein Genuss.“ Als man die Kirche verließ, nahm man etwas mit von dem freudigen Geheimnis und von dem Frieden, der alle Welt erfüllen möge.