Evangelischer Kirchenkreis Lübbecke

Blasheim

Größe:  21,17 km²
Gemeindemitgliederzahl: 2273 (Juni 2016)






Gemeindebüro

Sekretärin Kerstin Hellmeier
Postweg 2
32312 Lübbecke
Tel.: 05741/5416
Fax: 05741/5496
blasheim@kirchenkreis-luebbecke.de

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch und Freitag 8.30 Uhr - 11.30 Uhr
Donnerstag 16.00 Uhr - 18.00 Uhr


Homepage Blasheim: www.evangelisch-blasheim.de.

  

St. Marienkirche Blasheim


Kirchenmusiker:

 

Helling Ute         Lessingstr. 7, 32312 LK   05741-230 362   ute.helling@gmx.net
Köster Dieter    Unterm Dorf 19, 32312 LK 05741-250188    kidikoe@gmx.de

 


Gottesdienst

Sonntag 10.00 Uhr

Pfarrer




Pfr. Friedrich Stork
Postweg 2
32312 Lübbecke-Blasheim
Tel.: 05741/5416

Presbyterium: 

v.l.n.r.: Dr. Ernst-Georg Lückingsmeyer, Gundula Sachse, Renate Prochnau, Horst Niedermeier, Petra Grimpo, Günter Krämer, Pfr. Friedrich Stork, Sigrid Greve, Ulf Bönninghausen, Dirk Heidenreich.

Tageseinrichtung für Kinder
Arche Noah
Schulstr. 11
32312 Lübbecke

ein Friedhof in Blasheim

Karte Blasheim


Evang.-Luth. Kirchengemeinde Blasheim

Postweg 2
32312 Lübbecke
Tel: 05741/5416

Ev. Kindergarten "Arche Noah"

Schulstr. 11
32312 Lübbecke - Blasheim
Tel: 05741 - 9300

Obernfelde

Würdevoller Lebensabend in Geborgenheit

160 Jahre Obernfelder Pflegehaus: Wie aus einem Armenhaus eine vollstationäre Einrichtung der Altenpflege wurde, wo Senioren ein zweites Zuhause finden. Das karitative Werk der Schwestern von der Recke war damals einzigartig
Von Heike von Schulz NW 11.6. /13.6.

Lübbecke. 12 Uhr. Der Geruch nach Mittagessen durchströmt das Erdgeschoss. Was gibt es wohl heute? Wer möchte, isst in der "guten Stube". Es wird gescherzt und gelacht, hier ein freundliches Wort, da eine liebevolle Berührung. Es gibt viele Bezeichnungen für den Ort, an dem Menschen ihren Lebensabend verbringen. Altersheim, Seniorenresidenz, Feierabendheim. Für das Obernfelder Pflegehaus ist nur ein Begriff passend: neues Zuhause.

34 Senioren im Alter von 65 bis 100 Jahre fühlen sich in der Einrichtung so wohl, dass manch einer sagt, wenn er von seiner Familie zu einem Ausflug abgeholt wird: "Bringt mich wieder nach Hause." Damit meint er das Obernfelder Pflegehaus, dass vor 160 Jahre gegründet wurde.

»Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Taghat sich geneigt.«

Der Spruch, den der Zimmermannsgeselle Niedringhaus aus Blasheim damals über die Haustür schnitzte, ist noch heute gut zu lesen: "Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt." Im Flur stehen Relikte aus der Gründerzeit. Eine alte Truhe, ein Sekretär mit Vitrine, die Wanduhr schlägt noch. An den Wänden hängen braunstichige Fotos der ersten Bewohner und ein Ölgemälde der Gründerinnen Freiin Caroline und Luise von der Recke vom Gut Obernfelde (siehe Infokasten).

"Es ist eine Kunst, die Balance zwischen Tradition und Moderne zu halten. Einerseits haben wir die Qualitätsansprüche der modernen Altenpflege, anderseits das Altbewährte in unserem geschichtsträchtigen Haus, eine der ältesten diakonischen Einrichtungen im Minden-Ravensberger Land", sagt die Leiterin Liane Stork. Seit fünf Jahren führt die 46-Jährige die Geschicke der Einrichtung, zusammen mit Pflegedienstleiterin Christin Tesdorff (36).

Als Bruch einer langen Tradition bezeichnet Liane Stork ihre Einführung im August 2011. "Bis dahin haben Schwestern und Diakonissen hier gewirkt. Die Hausmutter hat mit den Pflegebedürftigen unter einem Dach gewohnt", berichtet Stork. 43 Mitarbeiter (drei in Vollzeit, die anderen in Teilzeit) vom Pflegepersonal bis zum Hausmeister kümmern sich heute darum, dass im Obernfelder Pflegehaus alles rund läuft. "Wir sind autark mit Küche und Wäscherei", so Stork. Viele Ehrenamtliche helfen bei der Freizeitgestaltung.

Das von der Familie von der Recke gegründete Haus bot vor 160 Jahren nicht nur alten Leuten einen Platz für den Lebensabend. Es wurden Mittellose, Waisenkinder, Witwen, Kranke jeden Alters, die nicht zu Hause gepflegt werden konnten, aufgenommen. Sie lebten viele Jahre dort und halfen mit, das Selbstversorgerhaus zu unterhalten. Obst und Gemüse kam aus dem eigenen Garten. Es wurde gewebt und gesponnen. Es gab eine Kuh, ein Schwein, Ziegen. Heute gackern in dem parkähnlichen, rollstuhlgerechten Garten am idyllischen Wäldchen Kleibusch noch drei Hühner. Die letzten Mohikaner.

Sogar das Haustier darf mit

Das Pflegehaus hat 34 stationäre Plätze im Altbau und dem 1992 angebauten Gebäudetrakt, für die es eine Warteliste gibt, die nach Dringlichkeit bewertet werde, so die Leiterin. Die familienähnliche Atmosphäre, die individuelle Betreuung zeichnet die Einrichtung von je her aus. Wer möchte, kann eigene Möbel mitbringen. Sogar das Haustier darf mit ins Altenheim, solange der Besitzer sich selbst darum kümmern kann.

"Ayla", die junge, schokobraune Bolonka-Hündin von Pflegedienstleiterin Christin Tesdorff ist im Moment das einzige Haustier. "Sie schafft es, dass Demente, die kein Wort reden, plötzlich wieder sprechen", so Tesdorff.

Demenz und das zunehmend hohe Alter, in dem Senioren ins Pflegeheim kommen, bringen auch das Sterben mit sich. Tesdorff: "Ich bin 20 Jahre in der Altenpflege tätig. Noch nie habe ich ein Haus erlebt, wo so würdevoll Abschied genommen wird." "Wir bieten eine Aussegnung mit allen Bewohnern und Mitarbeitern an und gehen offen mit dem Tod um. Es ist für alle beruhigend, zu wissen, dass die Aussegnung ganz persönlich gestaltet wird", schildert Liane Stork. Wenn der Sarg aus dem Haus getragen wird, läutet die Glocke.

Die gleiche Glocke wie vor 160 Jahren.

160. Geburtstag: Obernfelder Pflegehaus feierte mit Bewohnern und Angehörigen.

Heimatverein Gehlenbeck stellte antike Gebrauchsgegenstände aus. Satzung von 1914 regelt Besetzung des Vorstands


Lübbecke (hvs). Mit einem Sommerfest wie es schöner nicht sein konnte, feierte das Obernfelder Pflegehaus am Samstag seinen 160. Geburtstag. Im parkähnlichen Garten der vollstationären Einrichtung der Altenpflege, einst von den Schwestern von der Recke gegründet (die NW berichtete), saßen die betagten Bewohner bei Kaffee und Kuchen. Angehörige und alle, die mit dem Obernfelder Pflegehaus zu tun haben, verlebten gesellige Stunden der Begegnung bei Gottesdienst, Musik der Dorfkapelle Oberbauerschaft und einem musealen Ausflug in die Vergangenheit.

Der Heimatverein Gehlenbeck war mit zwölf Mitgliedern in Tracht vertreten und stellte antike Gegenstände vom Spinnrad, Flachbrecher bis zu Bügeleisen und Kaffeeröster aus. Else Starke und Helga Kemmerer, echte Zigarrenarbeiterinnen, zeigten, wie das Rauchwerk gedreht wurde.

Wie in der Satzung der Stiftung Obernfelder Pflegehaus seit dem Jahr 1914 verankert ist, besteht der Vorstand aus dem jeweiligen Besitzer des Rittergutes Obernfelde, einem weiblichen Mitglied aus der Familie von der Recke oder von Ledebur und aus dem jeweiligen Pfarrer der Kirchengemeinde Blasheim. Das sind Dietrich von der Recke, Adelheid Watermann und Pfarrer Friedrich Stork, die mit ihren Familien zum Gelingen des Jubiläums beitrugen.

Das Obernfelder Pflegehaus ist eine der ältesten diakonischen Einrichtungen im Minden-Ravensberger Land. Seit fünf Jahren liegt die Leitung in den Händen von Liane Stork und der Pflegedienstleiterin Christin Tesdorff.