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Kreiskantor Heinz-Hermann Grube

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Heinz-Hermann Grube, Kreiskantor für den Kirchenkreis Lübbecke

Kennen Sie „urban Explorer“? Es sind Menschen, die in Städten nach verlorenen, verlassenen Orten, „lost places“ suchen und diese fotografieren oder einfach von ihnen fasziniert sind. Alte Industriegebäude zum Beispiel. Oder verfallene Schlösser. Und warum sind diese Orte so faszinierend? Es sei die „Schönheit des Vergänglichen“ sagt einer ihrer Protagonisten. Und da, wo etwas im Nu vergeht, ein Crash oder eine Sprengung oder ein Feuer, da bleiben wir stehen und schauen gebannt hin. An Karfreitag war das auch so: von dieser schrecklichen Szene waren die Menschen fasziniert und schauten hin! Traurig und verstört waren nur die Nächsten. Aber das gaffende Volk applaudierte und kannte möglicherweise nicht einmal den Namen des Gekreuzigten.
In der Musik und in der Kunst überhaupt sind oft die spannenderen Momente die, in denen es um Tod und Vergänglichkeit geht. Oder um Schuld. Das Paradies ist irgendwie langweilig.
In der Osternacht darf ich einen der schönsten Gesänge der Christenheit singen: Das „Exsultet“, den großen österlichen Lobgesang, der dazu aufruft, die Kerzen zu entzünden und die Kirche hell zu machen. Und mit dem, was da gesungen wird, möchte er die Herzen der Versammelten hell machen. Mittendrin gibt es zwei merkwürdige Formulierungen: O gewiss musste Adams Sünde geschehen, damit sie durch Christi Tod getilgt wird! O glückselige Schuld, die eines solchen Erlösers gewürdigt ward! Auch der österliche Gesang scheint also fasziniert von Tod und Schuld zu sein. „Glückselige Schuld“ – welch ein Gedanke! In dem österlichen Lobgesang wird eben nicht zurückgeschaut und gesagt: O wie war es doch schön, als Tod und Schuld noch nicht in der Welt waren, also im Paradies. Oder: wie schön wäre es, wenn Tod und Schuld nicht mehr in der Welt wären. Nein, Tod und Schuld sind in der Welt. Und Gott schaut hin. Gott würdigt die Schuld und den Tod eines Blickes. Eines erlösenden Blickes. Und dann kann ich ebenfalls der Schuld oder dem Tod ins Auge schauen. Ihm trotzen. Vielleicht sogar über beides lachen.
Der „lost place“ der Ostergeschichte ist das Grab. Die Schönheit dieses Ortes ist aber nicht seine Vergänglichkeit. Das leere Grab verheißt auch nicht ein langweiliges „es ist alles gut“. Es verspricht die Überwindung von Tod und Schuld. Wenn das kein Grund zum Freuen ist.


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