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Hanns Meiners

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Auf Zahnpastastrang des Lebens zurückgeblickt – Viele Wegbegleiter verabschiedeten Pfarrer Hanns Meiners in den Ruhestand

Anja Schubert

Rahden. „Wie lang ist der Wurm, der aus der Zahnpastatube kommt?“ – In einem Gottesdienst eine ziemlich ungewöhnliche Frage. Doch Hanns Meiners ist für seine lebensnahen und alltagstauglichen Predigten bekannt. Eine solche mussten die Gottesdienstbesucher auch am Sonntag nicht missen, als der Seelsorger ein letztes Mal in Amt und Würden von der Kanzel sein Wort an die Gemeinde richtete. Der Pfarrer mit Beschäftigungsauftrag wurde nach rund 40-jährigem Wirken von Superintendent Dr. Uwe Gryczan in der St.-Johannis-Kirche in den Ruhestand verabschiedet.
Zahlreiche Gläubige – Gemeindemitglieder, Familie und Freunde, langjährige Weggefährten und Abordnungen seiner ehemaligen Gemeinden von nah und fern hatten den Weg in das Rahdener Gotteshaus gefunden, um diesen Beginn eines neuen Lebensabschnitts mit ihm zu teilen. Auch sein letzter Gottesdienst war liturgisch mit den Pfarrerkollegen Gisela Kortenbruck, Wirwe Grau-Wahle und Udo Schulte sowie Mitgliedern des Presbyteriums und ihm selbst ein „Gemeinschaftswerk“. Für die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes sorgten der Posaunenchor und die Kantorei, beide unter Leitung von Kantor Thomas Quellmalz.
Die Beantwortung der Frage nach der Länge des Zahnpastawurmes durch den praktischen Versuch eines kleinen Jungen hatte übrigens gleich mehrere Bedeutungen impliziert. - Den Hilferuf nach dem Vater, der dem kleinen bei der Spurenbeseitigung quer durch die Wohnung unter die Arme greifen musste, bevor die Mutter nach Hause kommt, weil solch ein Wurm ja nicht in die Tube zurückgeht. „Genauso können wir Gott anrufen, wenn wir Hilfe brauchen, aber auch in guten Zeiten, wenn wir am Leben zweifeln und einen Wendepunkt erhoffen“, so die Quintessenz des Geistlichen. Zudem sei das Leben ähnlich einem Zahnpastastrang, auch dieses könne man nicht mehr zurückdrehen und einfangen.
„Die lebendige lebensnahe Verkündigung von Gottes Wort für alle Generationen, Gestaltung von Jugend- und Familienfreizeiten, Hauskreisen, Glaubenskursen, kirchlicher Unterricht als Teil der Jugendarbeit, die missionarische Sonderbeauftragung und vor allem die Seelsorge, das persönliche Gespräch und ein gutes Gemeindeklima lagen Ihnen am Herzen“, so Dr. Uwe Gryczan. Der Superintendent würdigte Meiners vielfältiges gemeindliches, aber auch missionarisches Wirken, seinen Weitblick sowie seinen Einsatz für das gute, wertschätzende Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen. Als Wegweisung für den neuen Lebensabschnitt überreichte das Oberhaupt des evangelischen Kirchenkreises Lübbecke dem frisch gebackenen Pensionär ein Lichtkreuz, das mit seiner durchlässigen Mitte freudvolle Lichtblicke im Alltag schenken soll. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand bleibe seine Befähigung zu predigen, zu taufen und das Heilige Abendmahl zu feiern, wann immer es gewünscht werde, erhalten.
Auch die Grußworte beim anschließenden Empfang mit mehr als 100 Gästen, der bedingt durch die Sanierungsmaßnahmen im Rahdener Gemeindehaus im Tonnenheider Pendant stattfand, machten deutlich, wie viele Menschen sich über die Jahrzehnte mit dem mit Ehefrau Angelika in Wehe lebenden 65-jährigen verbunden fühlten. „Wir merken schon jetzt wie sehr uns Deine Ruhe und Besonnenheit fehlt“; so Hausherrin und Kollegin Micaela Strunk-Rohrbeck. „Doch Pfarrer ‚i.R.’ muss nicht unbedingt ‚im Ruhestand’ heißen, auch ‚in Rufweite’ wäre eine Alternative“, unterstrich sie augenzwinkernd wie ihre Vorredner, dass es für seelsorgerische Pensionäre ein vielfältiges Betätigungsfeld gebe. „Auch wenn nicht immer alles gelungen ist, zeigen mir Eure Worte, dass ich während meiner Dienstzeit doch nicht alles in Schutt und Asche gelegt hab“, dankte Meiners humorvoll von der Herzlichkeit gerührt den Anwesenden.

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KASTEN:
Seelsorger mit Blick über den Tellerrand hinaus
Geboren 1952, in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, schon früh in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv, von 1971 bis 1977 Theologiestudium und anschließend das dreijährige Vikariat – die Grundlage, mit der Hanns Meiners in seinen Pfarrberuf startete. 13 Jahre war er von Oktober 1980 bis Januar 1993 bereits im Kirchenkreis Lübbecke tätig, bevor es ihn nach Münster und anschließend in den benachbarten Kirchenkreis Vlotho verschlug. Im Mai 2007 kam die Rückkehr in den Kirchenkreis Lübbecke und in die Kirchengemeinde Rahden. Die missionarische Sonderbeauftragung lag ihm neben den Schäfchen seiner Rahdener Gemeinde und der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Gemeindelebens sehr am Herzen. Als Teamplayer hatte er stets die Vielfalt an Begabungen seiner Mitmenschen im Blick, die es ermöglichten, Gemeindearbeit auf viele Schultern zu verteilen und dieses dadurch lebendig zu gestalten. Zudem begann er nach einer Weiterqualifizierung sich als Gemeindeberater in der westfälischen Kirche zu engagieren. Gemeinsam neues wagen, neue Wege gehen für Gläubige aller Generationen, das lag ihm am Herzen - und mit praktischer, alltagstauglicher Glaubenslehre auch diejenigen ansprechen, die der Kirche ein wenig ferner stehen. Nach ersten Erfahrungen im Vikariat prägten sein Denken und Handeln vor allem aber auch sein Auslandsstudium in Ohio und das dortige Mitwirken als Assistenzpfarrer mit Schwerpunkten in Gemeindeaufbau und Seelsorge. „Diese freikirchlichen Einflüsse hast Du nie verleugnet und deine Arbeit in Kirchenkreis und Gemeinde damit bereichert“, stellte Pfarrkollegin Micaela Strunk-Rohbeck beim mittäglichen Empfang heraus.
Dem demografischen Wandel geschuldet machen die Strukturveränderungen auch vor der Kirchengemeinde Rahden nicht halt. Die Pfarrer Meiners zugeordneten Bezirke werden auf die verbleibenden Pfarrkollegen aufgeteilt.

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