{=webseitetitle=}

Illu


Inhalt

Wunderbares musikalisches Geschenk

Von Joern Spreen-Ledebur

Lübbecke. Gottes Wort verbreiten, den Menschen die frohe Botschaft Christi nahebringen, das war dem Reformator Martin Luther ein zentrales Anliegen. So wie Luther das Evangelium predigte, so gab es Menschen, die die Botschaft vertonten. Felix Mendelssohn Bartholdy etwa. Er hat in seinem Paulus-Oratorium die Wandlung vom Saulus zum Paulus vertont. Ein sehr anspruchsvolles Werk, das Sänger wie Instrumentalisten gleichermaßen sehr fordert.

Die Kantoreien aus Lübbecke, Espelkamp und Bad Liebenwerda haben sich dieser Herausforderung gestellt. Gemeinsam mit dem Orchester "Opus 7" um Rosa Meyring und den Solisten Hanna Zumsande (Sopran), Eike Tiedemann (Alt), Mirko Ludwig (Tenor) und Daniel Eggert (Bass) boten die Kantoreien unter der Leitung von Kantor Heinz-Hermann Grube in St. Andreas ein bewegendes und berührendes Konzert.

Im Jahr des 500. Jubiläums der Reformation wollten die Mitwirkenden einen musikalischen Akzent setzen. Sie haben mehr als das getan. Sie haben den Zuhörern ein wunderbares musikalisches Geschenk gemacht, an das sich alle, die in St. Andreas dabei waren, lange erinnern werden.

Die biblische Geschichte berichtet von Saulus, der Christen verfolgt. Auf dem Weg nach Damaskus sieht er ein helles Licht und wird von Christus angesprochen: "Warum verfolgst du mich?" Die Wandlung vom Christenverfolger zum Apostel nimmt ihren Lauf. Paulus steht zu seinem Glauben, er starb der Überlieferung nach um das Jahr 60 nach Christus in Rom den Märtyrertod.

Das Paulus-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy, Sohn jüdischer Eltern und protestantisch getauft, wurde Pfingsten 1836 in Düsseldorf uraufgeführt - mit 536 Mitwirkenden. So monumental war die Besetzung in St. Andreas nicht, aber eine solch große Zahl von Mitwirkenden wie beim Konzert in St. Andreas sucht im Lübbecker Land schon seinesgleichen. Beeindruckend war die Klangfülle, sauber die Intonation. Souverän leitete Heinz-Hermann Grube, der das Projekt mit seinem Espelkamper Kollegen Tobias Krügel stemmt, durch das Konzert. Einfühlsam und gewohnt sicher begleitete "Opus 7" die Sänger.

"Wachet auf, ruft uns die Stimme" - diese Melodie leitete das Oratorium ein. Man kennt es von Johann Sebastian Bach, dem großen Thomas-Kantor aus Leipzig. Bachs Aufführungspraxis von Chören und Solisten im Wechsel war in Vergessenheit geraten. Felix Mendelssohn Bartholdy war es, der die Bach?sche Aufführungspraxis wiederbelebt, er hat sie mit wunderbaren eigenen Akzenten versehen Unüberhörbar ist bei Mendelssohn Bartholdy der Einfluss der Romantik, manches findet sich später wieder etwa bei Rossini, dessen "Petit Messe solennelle" die Kantoreien Espelkamp und Lübbecke bereits gemeinsam aufführten.

In manchen Punkten fühlte sich der Zuhörer in St. Andreas an Bach erinnert, etwa an die Chöre in der Matthäuspassion, die fast hysterisch die Kreuzigung Jesu fordern. Solche Volkschöre finden sich auch bei Mendelssohn Bartholdys Paulus, fast hysterisch will "das Volk" die Steinigung von Stephanus und die Steinigung von Paulus. Die drei Kantoreien tragen das so inbrünstig vor, dass sich der Zuhörer schon fast wegducken will ob der zu erwartenden Steinwürfe. Im Gegenzug klingt es wunderschön sphärisch und friedlich, wenn die Kantoreien die Schlüsselszene im Leben des Saulus besingen - die Wandlung.

Stehende Ovationen belohnten die Mitwirkenden in St. Andreas. Völlig zurecht. Großartiges haben sie gezeigt und bewiesen, wie sehr die Liebe zur Musik Menschen zusammenführen kann. Dass die drei Kantoreien gemeinsam ein Konzert erarbeiten und geben, das war eine Premiere. Und die war ganz einfach großartig.

Wer zuhören möchte, sollte sich den 15. Oktober merken. Dann wird das Paulus-Oratorium um 18 Uhr in der Thomaskirche in Espelkamp aufgeführt.

Dieses Bild ist nicht vorhanden.

Dieses Bild ist nicht vorhanden.

Dieses Bild ist nicht vorhanden.

© 2017 Neue Westfälische
14 - Lübbecker Land, Dienstag 03. Oktober 2017

 


Suchen und Finden




Unsere Gottesdienste

Dieses Bild ist nicht vorhanden.

StichWORT Reformation

Dieses Bild ist nicht vorhanden.

Flüchtlingsarbeit im Ev. Kirchenkreis Lübbecke

Dieses Bild ist nicht vorhanden.
 

TelefonSeelsorge Ostwestfalen

Dieses Bild ist nicht vorhanden. 

Unsere Landeskirche

Dieses Bild ist nicht vorhanden.

Klicken Sie »hier» :